26. 05. 2012
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Denk mal an die Denkmäler!
(js) Das Bild der neugotischen New Yorker St. Patricks Kathedrale, eingekesselt zwischen Wolkenkratzern, dürfte vielen geläufig sein. Droht am idyllischen Kölner Gereonskloster eine ähnliche Entwicklung? Entsprechende Befürchtungen wurden bei einer Podiumsdiskussion im Domforum am vergangenen Donnerstag im Domforum laut. Danach sind dort zwei Häuser geplant, die deutlich höher sind, als es das Höhenkonzept vorschreibt, das vor zwei Jahren nach langer Diskussion verabschiedet wurde. Es war nicht das einzige Problemfeld, das zur Sprache kam. Denn bekanntlich tut sich Köln schwer mit Denkmalschutz im Spannungsfeld zwischen Bewahren, Zukunftsdenken und den Ansprüchen der Wirtschaft. Darüber wollte der einladende Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) auch hinsichtlich der anstehenden Kommunalwahl mehr wissen. Auf seine Einladung an die Parteien schickten diese ihre Vertreter aus dem Ratsausschuss für Stadtentwicklung, der in Köln die politischen Weichen stellt. Auf dem Podium saßen die Ratsmitglieder Barbara Moritz (Grüne), Karl Klipper (SPD), Dr. Eva Bürgermeister (SPD) und Norbert Hilden (FDP, sachkundiger Bürger im Ausschuss), außerdem Hans-Günter Bell (Die Linke) und Andreas Henseler vom Kölner Bürger Bündnis.
Zwar war sich das Podium einig, dass die Bauproportionen des Gereonhofes erhalten bleiben müssen, und einhellig versprach man, dies genau zu beobachten. Doch die Verwaltung dämpfte den Optimismus. Laut Anne Luise Müller vom Amt für Stadtentwicklung, die als "Publikum" an der Veranstaltung teilnahm, liegen derzeit 500 Bebauungspläne vor, die überprüft werden müssen – doch fehle es an den nötigen Kapazitäten. Außerdem, so wurde bedauernd festgestellt, sei das Höhenkonzept, das eine Traufhöhe von 22,50 Meter festlegt, noch nicht rechtsverbindlich umgesetzt. Sowohl auf dem Podium als auch vom Publikum wurden viele strittige Punkte angesprochen. Unterschiedlich etwa die Einstellung der Parteien zum Erhalt des alten rechtsrheinischen Eisenbahndamms nördlich der Deutzer Brücke oder die Bebauung des Rathausvorplatzes – Grüne und SPD jeweils dafür, CDU und FDP dagegen. Einig waren sich alle, dass die Ostseite vor dem Dom neu gestaltet werden muss. Heftig kritisiert wurde die fehlende rechtzeitige Einbeziehung der Bürgerschaft bei der Planung der Bildungslandschaft Nord, die in den Bestand des Klingelpützparks eingreifen will. Große Sorgen gibt es auch um den Erhalt der Kölner Forts. Wiederholt wurde die Verwaltung kritisiert, dass sie die Beschlüsse des Rats nicht umsetze, oft sogar konterkariere. Viele Punkte, die – wie etwa das Fehlen des Denkmalschutzes im Masterplan – nur kurz andiskutiert werden konnten. Bleibt als Fazit: Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Es bleibt noch viel zu tun.


























