25. 05. 2012
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Denkmal für „Euthanasie“-Opfer der Nazis soll bleiben
Seit September des Vorjahres stehen vor dem LVR-Gebäude „Graue Busse“ aus Beton. Sie erinnern an die 10.000 Psychiatriepatienten, die im Rahmen der „Euthanasie“-Politik von den Nazis ermordet wurde. Jetzt empfahl der LVR-Kulturausschuss einstimmig, es dauerhaft dort zu belassen. Die endgültige Entscheidung trifft die Landschaftsversammlung Rheinland im Februar. Der LVR versteht das Denkmal als sichtbares Zeichen der ständigen Auseinandersetzung mit seiner Geschichte vor, während und nach der NS-Zeit.
Die „Grauen Busse“ bestehen aus zwei 70 Tonnen schweren modellgleichen Nachgüssen der Transportfahrzeuge der sogenannten „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH“, mit denen Psychiatriepatienten in Tötungsanstalten deportiert wurden. Geschaffen wurden sie von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz. Einer der beiden begehbaren Betonbusse ist als mobiles Denkmal konzipiert und war, bevor er nach Köln kam, bereits an sieben Standorten in ganz Deutschland zu sehen, zuletzt in Pirna. In das Denkmal eingraviert ist die überlieferte Frage eines Patienten: „Wohin bringt Ihr uns?“.
Ein Kölner organisierte das Mordsprogramm der Nazis
Im Rheinland lebten 1939 fast 24.000 Menschen in psychiatrischen EInrichtungen, fast die Hälfte in den sieben Heil- und Pflegeanstalten des Provinzialverbandes, dem Vorläufer des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Mindestens 1.951 Menschen wurden allein in der Gaskammer im hessischen Hadamar ermordet. Tausende starben auch an vorsätzlicher Unterernährung und falschen Medikamentenabgaben.
Maßgeblich organisiert wurde das Mordprogramm von dem Kölner Kinderheimleiter Friedrich Tillmann. Er verteidigte seine Beteiligung nach 1945 mit den Worten „Ich habe aus Mitleid gehandelt“. Bevor es zu einer Gerichtsverhandlung kam, starb Tillmann aus bis heute nicht geklärten Gründen durch den Sturz aus einem Fenster im 8. Stock des damaligen Bundesverwaltungsgerichts am Kölner Rudolfplatz.


























