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26. 05. 2012
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Denkmalschützerin sorgt sich um Kölns „grüne Schätze“


07.02.2012 21:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Denkmalschutz,Park,Kritik,Parkanlagen,Grün,Bundesgartenschau

Der Vorgebirgspark war bis ins letzte Detail durchgestaltet - nicht alles ist erhalten. Foto: ehu

Sie sind Kölns grüne Lunge, dienen als Frischluftschneisen, sind Ziel für Spaziergänger und Erholungsuchende – die Kölner wissen ihre Parks und Grünanlagen zu schätzen. Doch ihre Pflege wird vernachlässigt, kritisiert die Denkmalschützerin Henriette Meynen und stellt fest: „Köln weiß nicht, welchen grünen Schatz es da hat.“ So ist sie entsetzt über den „Beach“ im Rheinpark und die dazugehörigen Container, die den ursprünglichen Blick aufs andere Rheinufer versperren. Massive Eingriffe fürchtet sie in Klingelpützpark und Äußerem Grüngürtel.

Am Montag las sie ihren Mitbürgern im Domforum die Leviten. Eingeladen hatte die Geografin und Kunsthistorikerin das „Architektur Forum Rheinland“ (AFR), um über Geschichte und Entwicklung des Kölner Grüns zu referieren. Und die kann sich sehen lassen – obwohl Köln nie eine Residenzstadt war, in der Fürsten ihre Macht auch durch die Pracht der Gärten und Parks zeigten.

Vor allem Gartendirektor Fritz Encke hat die Stadt ihre Parks zu verdanken

Bis zur Franzosenzeit war Köln eine grüne Stadt mit Obst-, Gemüse- und vor allem Weingärten. Im 19. Jahrhundert dann begann die Industrialisierung, die innerstädtische Bebauung wurde dichter, das Grün verschwand. Vor den Mauern entstanden die ersten Grünanlagen, Rheinpromenade inklusive.

Später wurden Zoo und Flora gegründet, nach dem Abriss der einengenden Stadtmauer wurden die Ringe zu einer prächtig gestalteten Flaniermeile. Der Volksgarten wurde angelegt, der Rathenauplatz. Insbesondere Stadt-Gartendirektor Fritz Encke haben die Kölner zwischen 1900 und 1920 die großen Parks zu verdanken: Blücherpark, Klettenbergpark, Vorgebirgspark, der heutige Fritz-Encke-Volkspark – nicht nur sie waren Vorbilder für andere Städte.

Waren in den 1970er Jahren Mode: Betonmauern um Bäume, wie hier im Klingelpütz-Park. Foto: ehu

Nach 1945 brachten zwei Bundesgartenschauen Schwung ins Grün

Wie die vorhergehenden und späteren Anlagen spiegeln auch sie ihre Zeit wieder. Bei Encke etwa war es zum einen kleinteilige Aufteilung mit Kinderspielplätzen, Sitznischen, Laubengängen und Blumenbeeten, zum anderen eine großzügige Parklandschaft, die den Blick ins Umland erlauben sollte. Auch die Nutzung der Forts mit Gastronomie oder Rosengärten wie noch heute Fort X im Agnesviertel gehören dazu.

Nach 1945 entstand der Trümmerberg an der Inneren Kanalstraße, die Bundesgartenschauen 1957 und 1971 sorgten für weiteres Grün. Eine der letzten Errungenschaften ist der in den 1970er Jahren entstandene Klingelpützpark. „Leider haben wir versäumt, ihn unter Denkmalschutz zu stellen“, bedauerte Meynen, die selber jahrelang beim Stadtkonservator angestellt war.

Bürgerengagement verhindert Stadtautobahn und rettet alten Park

Er sei mit seinen Betonelementen charakteristisch für den damaligen Zeitgeschmack. Nun sieht sie Teile von ihm durch die geplante Bildungslandschaft Nord gefährdet. Auch um den Äußeren Grüngürtel macht sie sich Sorgen. Dort will das Land einen großen LKW-Parkplatz bauen – obwohl die Anlage unter Denkmalschutz steht.

Sie fordert die Kölner auf, sich dagegen zu wehren, und erinnert an die „Nippeser Baggerwehr“. Die konnte in den 1970er und 1980er Jahren verhindern, dass der Innere Grüngürtel im Bereich Nippes einer Stadtautobahn weichen musste. Und sie wünscht sich mehr Bürgerinitiativen wie die, die mit viel Engagement den Fritz-Encke-Volkspark wieder in Schuss brachte und ihn regelmäßig pflegt. Denn sie weiß, dass die Stadt kein Geld hat.

Ganz so schwarz wie sie sieht AFR-Geschäftsführer Jörg beste die Zukunft für Kölns Grünanlagen nicht. Er verweist auf vier Entwicklungen: die Entwicklung eines Zielkonzepts für den Äußeren Grüngürtel durch die Kölner Grün-Stiftung, die Verlängerung des Inneren Grüngürtels am Eifelwall, dem zukünftigen Standort des Stadtarchivs, geplante Parkanlagen im Rechtsrheinischen und schließlich die Bewerbung Kölns für die Bundesgartenschau 2025, für die der Innere Grüngürtel vom Eifelwall zum Rhein hin verlängert und ausgeweitet würde.







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