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26. 05. 2012
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Der neue "Lentpark" öffnet am 1. Oktober


22.09.2011 21:50 von:

Schlagwörter: Köln,Eislaufen,Hallenbad,Freibad,Lentpark,Eröffnung,Berhold Schmitt,Peter Kron,2

Am heutigen Donnerstag stellten die Verantwortlichen der Kölnbäder das fast fertig gestellte neue eis- und Schwimmstadion an der Lentstraße, den "Lentpark" vor. Das rund 25 Millionen Euro teure Neubauprojekt erregt schon heute die Aufmerksamkeit von Menschen weit jenseits dieser Stadtgrenzen, wie der Geschäftsführer des Betreibers Kölnbäder GmbH, Berthold Schmitt, ausführte. Sowohl die Eis- wie auch die Wasserflächen des Hallenbads sind bereits so gut wie fertig. Trotzdem herrschte am heutigen Donnerstag noch emsiges Treiben, schließlich wollen die Verantwortlichen den "Lentpark" bereits zum 1. Oktober dieses Jahren für den Publikumsverkehr öffnen. "Wir müssen noch einige Dinge nachrüsten und aufräumen. Der Zeitplan ist ehrgeizig, aber der Erfolg wird uns Recht geben", erklärte Schmitt auf der heutigen Pressekonferenz. Die kritischen Berichte der vergangenen Wochen haben den Kölnbäder-Chef sichtlich verärgert. Das betrifft sowohl die Schwimmzeiten für Schulen und Vereine ("machen wir seit zehn Jahren auch in den anderen Bäderbetrieben") sowie – ganz aktuell - der Aspekt der Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit - Unterschiedliche Aussagen über die "Bauabnahme"

Mit besonderer Freude berichtete Schmitt von der "Bauabnahme" tags zuvor, die nach seiner Darstellung ohne größere Beanstandungen durchgeführt wurde. Diese Aussage bezog der Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter ausdrücklich auf den Aspekt der Barrierefreiheit. "Wir haben die gesetzlichen Vorgaben einer Sportstätte erfüllt", versicherte Schmitt. In der nur zwei Stunden später stattfindenden Sitzung des Ratsausschusses Soziales und Senioren hörte sich das indes völlig anders an.

Nach Aussage von Sozialdezernentin Henriette Reker, die sich während der Sitzung telefonisch rückversicherte, führte die Kontrolle des zuständigen Bauaufsichtsamtes lediglich zu einer "Gestattung auf vorzeitige Benutzung", wie sie dem Ausschuss mitteilte. Der kritisierte die Verantwortlichen der Stadtwerke-Tochter heftig. "Das Bad ist so für Behinderte nicht benutzbar. Das ist so nicht hinnehmbar", entrüstete sich Horst Ladenberger von der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik. Auch Cornelia Schmerbach fand für die SPD-Fraktion deutlich Worte der Kritik. "Das ist nicht der erste Fall", erinnerte die SPD-Sozialpolitikerin an den Fall einer Turnhalle einer integrierten Tagesstätte, die eben nicht barrierefrei im ersten Stockwerk angelegt wurde. Und so solidarisierte sich der Ausschuss mit den Forderungen der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik. Stunden zuvor hatte Schmitt noch seinen Willen zum Kompromiss bekundet, allerdings weitere Optimierungen dem ehrgeizigen Zeitplan unterstellt. "Wir gehen nicht auf Konfrontation zu den Behinderten", versicherte Schmitt und versprach weitere Optimierungen im laufenden Betrieb.

Kölnbäder-Chef Schmitt betonte auf der heutigen Pressekonferenz nochmals die weitgehende Berücksichtigung. Im Falle einer zweiten, behindertengerechten Toilette lenkte er sogar ein und versicherte, man werde eine zweite solche Einrichtung dauerhaft einrichten, "freiwillig", wie Schmitt nachlegte. Dass die Einrichtung keine automatisch öffnenden Türen erhält, begründete Schmitt mit seiner bereits im Sportausschuss geäußerten, entschiedenen Haltung, der Lentpark sei "eine Sportstätte, keine therapeutische Einrichtung". Taktile Leitelemente, die nur im Eingangsbereich kurz unterbrochen werden ("Schmutzmatten mit integrierten, taktilen Elementen bietet die Industrie nicht an." – Schmitt) und eine tiefergelegte und damit behindertengerechte Kasse sowie zwei Aufzügen soll die Sportstätte auch für mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher barrierefrei erreichbar sein, warb Schmitt bei der heutigen Vorstellung. Die nun aufkommende Aufregung habe ihn "geärgert", wie er ausführte. Sogar einen "Lifter" am Beckenrand des Hallendbads habe man eingerichtet, die Kosten dafür lagen nach Angaben des Verantwortlichen bei rund 17.000 Euro, so Schmitt.

Ein erster Aufgang:

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Für den Ausschuss für Soziales und Senioren war das allerdings nicht genug. Sie wendeten ein, dass bereits vor mehr als einem Jahr eine "Mängelliste" existierte, die nun – nach mündlicher Information im Ausschuss – nachgearbeitet werden müsse. Nach einer großen Beratungsrunde beschloss der Ausschuss einstimmig, den entsprechenden Beschluss der Stadtarbeitsgemeinschaft ohne Einschränkungen zu unterstützen. Der listete mehr als zwei Dutzend Mängel auf, wie auch dieser Ausschuss bestätigte. Dezernentin Reker betonte dabei, dass es sich bei den Mängel um "Rechtsansprüche", nicht "Wünsche" handele. Das wiederum hörte sich zwei Stunden zuvor bei der Pressekonferenz anders an. Die Mitglieder des Ausschusses, allen voran Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, kündigten bereits ihren Protest an. Am morgigen Freitagabend findet im Gastbereich des neuen Lentparks eine Eröffnungsfeier statt. Auch wenn sie nicht eingeladen sind, wollen sich die Kritiker zu einer Demonstration organisieren, um so zu retten, was zu retten ist.

Innovative Kombination von Wasserflächen in verschiedenen Aggregatszuständen

Dabei bietet der neue Lentpark eine in Deutschland, möglicherweise europaweit einzigartiges Zusammenspiel von Wasserfläche, umlaufender Eisbahn mit zwei "Aufstellbreichen" und einer Saunalandschaft. Im Außenbereich soll ein naturnaher Badesee entstehen, der ohne die üblichen Desinfektionsmittel auskommen will. Die auf konstant zwölf Grad gehaltene Temperatur im umlaufenden Eisbereich soll überdies und im Winter wie eine Art Puffer den Wärmeverlust aus dem Hallenbadbereich reduzieren. Eine weitere Verbesserung der Energiebilanz versprechen die Bauherren auch durch die dachseitig montierte Photovoltaik-Anlage, die neben der Stromversorgung des Lentparks selbst im Außenbereich zur kostenlosen Aufladung von E-Bikes genutzt werden kann.

Beim Verkehrskonzept gibt es ebenfalls Wesentliches. Der Lentpark soll zukünftig von der Inneren Kanalstraße aus angefahren werden, die Zufahrt aus dem Agnesviertel wird unterbunden. Ob die Stadt allerdings mit der Beschilderung fertig wird, ließen die Beteiligten offen. Auf die Wiederkehr einer Tradition aber dürfen sich alle Kölnerinnen und Kölner schon jetzt freuen. Die legendären Disco-Parties aus den 1970er und 80er Jahren erleben noch im Oktober eine Wiederbelebung, wenn auch unter anderem Namen ("Eisparty" statt "Eisdisco"). Folgerichtig lobten die Beteiligten auf der Eröffnungs-Pressekonferenz den Neubau wahlweise als "wichtigen Beitrag zur Baukultur" (Johannes Gehlen, Leiter Gebäudemanagement der Kölnbäder), "mutiges Konzept" (Architekt Marc Schulitz) oder schlicht "einmalig" (Peter Kron, Vorsitzender des Aufsichtsrats). Der hatte den auch den letzten Tipp der heutigen Eröffnungsveranstaltung bereit. "Kommen sie hierhin. Wir freuen uns!".







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