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26. 05. 2012
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Diskriminierung bleibt ein Problem


21.06.2010 17:06 von:

Schlagwörter: Köln,Caritas,2010,Anti-Diskriminierungsbüro,2009,Bericht,Alltag,Beratung,Diskrim

Diskriminierung bleibt für viele Menschen mit Zuwanderungshintergrund, Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit auffälligem Äußeren weiterhin eine alltägliche Erfahrung. Das ist das Ergebnis des Jahresberichts des Anti-Diskriminierungsbüros des Kölner Caritasverbandes, der am heutigen Montag in Köln vorgestellt wurde. 321 Fälle wurden im vergangenen Jahr genauer erfasst. In 114 Fällen beriet das Caritas-Büro die Betroffenen persönlich, in 44 Fällen waren sogar längerfristige Beratungsprozesse notwendig, wie die Leiterin des Caritas-Leistungsbereiches Integration und Beratung, Susanne Rabe-Rahman, und Kornelia Meder vom Anti-Diskriminierungsbüro der Caritas berichteten. In 116 Fällen erhielten die Berater der Caritas Unterstützung durch andere Fachdienste. 91 Kontakte dienten dem Austausch fachlicher Inhalte bzw. der Vernetzung. Die Diskriminierungsbereiche sind dabei breit gestreut. Mit 23 Prozent blieb die Diskriminierung am Arbeitsplatz der häufigste Anlass, die Caritas-Beratungsstelle aufzusuchen. Ämter und Behörden lagen im vergangenen Jahr mit 22 Prozent nur knapp dahinter. Es folgen der Dienstleistungsbereich (Arztpraxen, Krankenhäuser, Verkehrsmittel oder Warenhäuser) mit 18 Prozent sowie der öffentliche und nicht-öffentliche Wohnungsbereich mit 16 Prozent. Selbst Bildungseinrichtungen waren in 14 Prozent der Fälle im Caritas-Büro Ursprungsort einer Diskriminierung.

"Diskriminierungen sind leider immer noch alltägliche Realität und kommen in allen Lebensbereichen vor, am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, beim Umgang mit Behörden sowie in der Schule", erklärten die beiden Expertinnen der Caritas. Ziel müsse es daher sein, das Bewusstsein für Diskriminierungen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dabei kann auch die Caritas auf ein dichtes Netzwerk von Stadtteilgruppen zurückgreifen. So gab es im vergangenen Jahr unter anderem Gesprächsgruppen mit Senioren in verschiedenen Stadtteilen. Auch die eigenen Mitarbeiter wurden in mehreren Workshops auf bestimmte Themen, wie zum Beispiel Stammtischparolen hin geschult. Im vergangenen Jahr gab es zudem eine öffentliche Diskussionsrunde mit den damaligen Oberbürgermester-Kandidaten. Die größte Einzelveranstaltung war auch im vergangenen Jahr wieder die öffentliche Präsentation der Sieger im Wettbewerb "Kreativ gegen Rassismus und Diskriminierung", die im vergangenen Jahr wieder im Otto-Lilienthal-Berufskolleg in Köln-Deutz stattgefunden hatte. Neben der Band brothers keepers war in diesem Jahr – aus aktuellem Anlass – der bekannte Kölner Journalist Günther Wallraff dabei. Für sein jüngstes Buch schlüpfte der in die Rolle eines afrikanischen Mitbürgers und erlebte dabei Diskriminierung am eigenen Leib. Nicht nur für die Caritas-Mitarbeiter ist dies Aufruf und Herausforderung zugleich, in den Bemühungen im weiten Feld der Diskriminierungen nicht nachzulassen.







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