26. 05. 2012
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Drei Kölner Tigerbabys entdecken ihre Welt
Drei Monaten sind sie schon alt – doch am Donnerstag durften die drei Amur-Tigerbabys zum ersten Mal ins Freie und sich den Besuchern des Kölner Zoos zeigen. Empfangen wurden sie gleich von Kälte und Schnee, ein Wetter, dass ihre Artgenosse in der freien sibirischen Wildbahn kennen. Zwei kleine Katzen und ein Kater sind es, wie man inzwischen weiß. Entsprechend wurden sie auf Mina, Finja und Jegor getauft.
Mutter Hanya, sieben Jahre alt, musste den Nachwuchs einzeln nach draußen locken. Vorsichtig steckte ein Tigerbaby nach dem anderen seinen Kopf nach draußen. Hielten sie sich zuerst in der Nähe des Käfig-Eingangs auf, wagten sie sich bald die Betonschräge hinunter zwischen die Bäume. Wenn sie sich im Gehege auskennen, darf auch ihr Vater Altai, drei Jahre alt, wieder zu ihnen. Noch werden er und die Mutter mit dem Nachwuchs getrennt gehalten.
Bald steht nur noch Fleisch auf dem Speiseplan des Tiger-Nachwuchses
Der hat inzwischen ein Gewicht von etwa zehn Kilo erreicht, wie Zoodirektor Theo Pagel schätzt. Zwar wird er noch gesäugt, aber er macht sich auch schon über die Fleischreste her, die ihnen ihre Mutter lässt. Vor ihrem ersten Abenteuer in Freiheit haben sie, verrät Pagel, ein Rinder-Nackensteak verputzt. Ein viertes Geschwisterchen ist im Übrigen schon sechs Tage nach der Geburt Anfang November des Vorjahrs gestorben.
Das weitere Schicksal der drei steht schon fest: Wenn sie 18 Monate alt sind, müssen sie in andere Zoos umziehen. Denn der Kölner Zoo gehört dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Amur-Tiger, auch Sibirische Tiger genannt, an. So kommen auch die Eltern von Mina, Finja und Jegor nicht aus Köln: Hanya stammt aus dem südfranzösischen Safaripark Plaisance-du-Touch bei Toulouse, Altai aus dem Howletts Wild Animal Park nahe dem südenglischen Canterbury. 200 Amur-Tiger leben in europäischen Zoos.
Zu Haus sind Sibirische Tiger, wie die größte Katzenart auch genannt wird, im Gebiet der russisch-chinesischen Grenzflüsse Amur und Ussuri. Nur noch knapp 4.000 wildlebende Tiere gibt es, ihr Bestand ist durch Lebensraumzerstörung, Krankheitsübertragung durch Haushunde und besonders durch Wilderei für die traditionelle chinesische Medizin bedroht.



























