25. 05. 2012
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"Erlebte Geschichte" präsentiert 20 neue Lebensgeschichten
Das multimediale Videoprojekt "Erlebte Geschichte. Kölner und Kölnerinnen erinnern sich an die NS-Zeit" wird mit neuen Lebensgeschichten ausgebaut. Wie die Stadt Köln in der vergangenen Woche bekannt gab, stehen auf der Projektseite im Internet 20 neue Lebensgeschichten von Zeitzeugen des NS-Regimes. Nunmehr stehen so 94 Lebensberichte von Menschen aus allen sozialen Schichten zur Verfügung, wie die Verantwortlichen weiter meldeten.
Die multimediale Präsentation schließt Interviews mit den Zeitzeugen ebenso ein wie Dokumente und Fotos aus der NS-Zeit. Sie sollen das kollektive Gedächtnis der Stadt bereichern, hieß es dazu weiter. Die Bandbreite der geschilderten Erlebnisse sind vielfältig. Sie reichen von handfesten Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten in der Elsassstraße im Jahr 1933, das Beharrungsvermögen katholischer Jugendgruppen gegen die Alleinvertretungsansprüche von HJ und BDM, brutale Verfolgung aufgrund jüdischer Herkunft, aber auch HJ-Karrieren vor dem Hintergrund begeisterter Zustimmung. Auch das Wechselspiel von Sieg und Niederlage während der Kriegsjahre selbst mit den militärischen Erfolgen der ersten beiden Kriegsjahre bis hin zum Bombenkrieg auf deutsche Großstädte. Köln war eine der ersten Großstädte im damaligen deutschen Reich, die die Folgen des eigenen Angriffskrieges am eigenen Leib erfuhren. 474 Menschen starben am 30. Mai 1942, als im Rahmen der britischen "Operation Millennium" 1455 Tonnen Bomben auf Köln herabfielen und mehr als 3300 Gebäude zerstörten. Das war der erst so genannte "Tausend-Bomber-Angriff" auf das damalige deutsche Reichsgebiet.
Aber nicht die Zahlen, sondern die dahinter stehenden Schicksale stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. So entsteht ein vielfältiges und differenziertes Bild vom Alltagsleben während der NS-Zeit, von Gefahren und Nischen, von Aufstiegschancen und Enttäuschungen. Die gezeigten Lebensgeschichten tragen dabei in weitaus intensiverer Form, als das etwa durch wissenschaftliche Literatur möglich wäre, dazu bei, die Mechanismen und Verlockungen eines totalitären Regimes ebenso zu verstehen wie die daraus für den Einzelnen und die ganze Gesellschaft resultierenden Gefahren. Das Projekt selbst hat zwischenzeitlich seinen vorläufigen Abschluss gefunden, so dass NS-DOK zurzeit keine neuen Interviews mehr führt. Es bearbeitet aber die bereits vorliegenden Lebensgeschichten in den kommenden Monaten weiter.
Die Kölner Imhoff-Stiftung unterstützt das Projekt seit dem Jahr 2002. Trotz des vorläufigen Abschlusses ist das NS-Dokumentationszentrum auch weiterhin an interessanten Lebensgeschichten interessiert. Ansprechpartner dafür ist der Leiter des Projekts, Dr. Martin Rüther unter der Rufnummer: 0221 / 221 – 26332. Die Lebensgeschichten finden sie im Internet unter: www.eg.nsdok.de.


























