25. 05. 2012
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Faßbender-Bodenmosaik: Rettung durch Zerlegung
(ehu) "Ob ich die Neufassung noch erlebe?", Ulrich Krings, Mitglied des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und Kölns ehemaliger Stadtkonservator, ist skeptisch. Aber jetzt ist er zunächst einmal zufrieden: Das Fassbender-Bodenmosaik konnte gerettet werden. Zumindest landen seine Steine nicht im Müll. Am gestrigen Donnerstag begannen die Abbrucharbeiten auf dem Platz zwischen dem WDR–Gebäude und der Karstadt-Filiale in der Innenstadt.
1968 war der "Steinteppich" nach Entwürfen des Kölner Künstlers Joseph Faßbender eingeweiht worden. In Auftrag gegeben hatte es der WDR, derlei öffentliche Kunstförderung gehörte damals noch zum Selbstbild der Sendeanstalt. Heute aber geht es um Ökonomie. Der Platz soll an eine Außengastronomie vermietet werden, das erfordert eine Sanierung – und da stört das Bodenbild nur. Schon in der Vergangenheit war man nicht schonend damit umgegangen. So durfte dort – heftigen Protesten zum Trotz – das Verlagshaus DuMont (Kölner Stadt-Anzeiger, Express) dort seinen Zeitungsbrunnen aufstellen und das Bild am Rand deformieren.
Nach langen Verhandlungen war der Bestand des Kunstwerks gesichert
Auch jetzt regten sich die Denkmalschützer. Doch weder WDR noch Stadt zeigten zunächst wenig Interesse am Erhalt dieses Zeugnisses abstrakter Kunst. Wenn sie das Mosaik erhalten wollten, sollten sie doch das Geld dafür sammeln, so zitierte Vereinsvorsitzender Reinhard Heinemann aus einem Brief des WDR. Letztlich kam es dann doch zu einer Einigung zwischen WDR, Stadt und Denkmalschützern.
Danach finanziert der WDR die Dokumentation des Mosaiks im Maßstab 1:1 sowie dessen Abbruch. Die digitalisierten Fotos werden ebenso wie die Steine aus Granit, Marmor und Kalkstein von der Stadt aufbewahrt, bis das Bild im Josef-Haubrich-Hof am Neumarkt zwischen Stadtbücherei und VHS wieder zusammengesetzt werden kann. Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger rechnet damit, dass dies bis 2014 geschehen wird. Ex-Stadtkonservator Krings kann also allem Pessimismus zum Trotz hoffen.
Das Mosaik muss den Maßen des neuen Standorts angepasst werden
Doch ist der Zeitplan letztlich davon abhängig, wie schnell die Arbeiten am Einsturzloch des Archivs fortschreiten. Denn noch steht auf dem Josef-Haubrich-Platz ein Container-Kubus, das "Haus der Architektur". Das soll in das benachbarte VHS-Gebäude einziehen, sobald das saniert ist. Noch aber hat dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Zuflucht gefunden, das bis zum Einsturz des Stadtarchivs am Waidmarkt sein Domizil hatte.
Ein Problem allerdings ist schon geklärt. Der neue Standort für das Mosaik ist nämlich etwas kürzer als der bisherige. "Wir haben mit dem Sohn von Faßbender gesprochen, der zugleich das Urheberrecht verwaltet", erklärt Streitberger. Der werde das Mosaik nicht einfach "abschneiden", sondern vorsichtig umordnen.


























