25. 05. 2012
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Gesucht: eine Million Euro im Monat
(ehu) Im Juli dieses Jahres wurde die „Stiftung Stadtgedächtnis“ gegründet und mit einem Stiftungskapital von rund vier Millionen Euro ausgestattet. Sie soll die Restaurierung der Dokumente finanziell absichern, die nach dem Einsturz des Stadtarchivs im März 2009 geborgen werden konnten. Bis heute sind etwa 15.000 Spenden-Euros eingegangen. Das soll mehr werden. Gewaltig mehr. Eine Million Euro will Stefan Lafaire einsammeln – monatlich. Um das zu erreichen, arbeitet der Geschäftsführer der Stiftung, seit Oktober im Amt, an einem umfassenden Spenden- und Sponsoring-Konzept.
Denn die Aufgaben, die die Stiftung unterstützen will, sind gewaltig. Lafaire gliedert sie in drei Punkte. Das Nächstliegende ist die Zusammenführung der Dokumente, deren Einzelteile derzeit noch auf viele andere Archive verteilt sind. Danach müssen sie restauriert werden. Die Kosten allein hierfür werden aktuell auf 400 Millionen Euro geschätzt.
Köln soll weltweites Zentrum für Theorie und Praxis der Papierrestaurierung werden
„Köln soll weltweites Zentrum für die Papierrestaurierung werden“, ist das Ziel. Hier könnten neue Techniken und neue Maschinen entwickelt werden. Interesse daran bestehe etwa in Fernost, wo man beginne, die Kolonialgeschichte aufzuarbeiten. Problematisch ist der Mangel an Fachrestauratoren. Lafaire hofft auf einen Runden Tisch mit IHK und Bildungsinstitutionen, um neue Ausbildungswege zu finden. Schließlich sollen die Archivalien wissenschaftlich erschlossen und digitalisiert werden.
Um die dafür nötigen Spendengelder oder Stiftungskapitalaufstockungen zu erhalten, will der Kunsthistoriker und Banker Lafaire zunächst die Marke „Stiftung Stadtgedächtnis“ etablieren. Eine etwas allgemein formuliertes Ziel, aber nötig, um sich gegen die populäre Stiftung zum Wiederaufbau der abgebrannten Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar zu behaupten. Dazu gehöre, so Lafaire, die internationale Bedeutung der Kölner Archivbestände, ihren Weltrang zu betonen.
Eine Tasche à la Albertus Magnus hilft das Spendenkonto zu erhöhen
Da bestehe Nachholbedarf – selbst in Köln, hat er zum Beispiel bei Gesprächen auf der Kunstmesse Cologne Fine Art festgestellt. Als erstes kleines Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, hat er eine Tasche entworfen, die an ein Buch von Albertus Magnus erinnert – ein Werk, das als eines der ersten restauriert werden konnte. Die bekommen „große“ Sponsoren wie Kardinal Meisner geschenkt. Man kann sie aber auch für 45 Euro kaufen.
Auch wenn er klein anfängt, bei der Sammelbüchse will Lafaire nicht stehen bleiben. „Es ist viel Geld unterwegs“, sagt er. Das muss er jetzt nur noch einfangen.
Spendenkonten:
Konto-Nr. 3309, Bank Oppenheim, Sal. jr & Ci., BLZ 37030200
Konto-Nr. 332009 0, Bethmann Bank AG, BLZ 501 203 83
Weitere Informationen zur Stiftung finden sie auch im Internet unter: www.stiftung-stadtgedaechtnis.de.


























