25. 05. 2012
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Grillscouts gehen am Aachener Weiher auf die erste Grillstreife
Das Grüngelände zwischen Aachener Weiher und der Bachemer Straße gehört zu den beliebtesten Liegewiesen in der Domstadt. An Sonnentagen tummeln sich an den Wochenenden bisweilen mehrere Tausend Menschen, um hier gemeinsam mit Freunden und Bekannten Zeit zu verbringen, das eine oder andere Getränk oder auch Kurzgebratenes zu sich zu nehmen. Das Ergebnis solcher Sonnentage lässt sich dann am Tag danach betrachten. Nicht selten sehen die Grünflächen danach wüst aus, übersäht mit Resten der vorabendlichen Grillfeiern und dem einen oder anderen Brandloch in der Rasenfläche. Trotz höherer Strafen für Verstöße gibt es immer wieder etwas zu beanstanden, auch wenn nach Aussage der kommunalen Ordnungsbehörde bereits ein Trend zum Besseren zu erkennen ist. Zum aktuellen Anlass schaute auch Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters am Standort der heutigen Premiere vorbei. Gemeinsam sprachen Roters sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gäste und Gruppen auf der Wiese an, verteilten Müllbeutel und Feuerzeuge.
Ansprache auf Augenhöhe soll Verstöße im Vorfeld verhindern
Die Aufgabe ist dabei für alle Beteiligten keine leichte. So sind in den 40.000 Hektar Kölner Stadtgebiet etwa 3000 Hektar Grünfläche enthalten. Und so ziemlich jede Wiese und Parklandschaft wird an Sonnentagen und den entsprechenden Temperaturen von den Bürgern der Stadt in Beschlag genommen. Nachdem in der Vergangenheit die Stadt und ihre stadtnahe Entsorgungsgesellschaft Abfallwirtschaftsbetriebe AWB erhebliche Investitionen in die Infrastruktur der Entsorgung getätigt hatte, zeigt sich doch eine Entwicklung zu Besseren. "Schon im vergangenen Jahr war mir aufgefallen, wie viele Besucher selbst Vorkehrungen zur Entsorgung getroffen haben", beschrieb Roters seine Beobachtungen. Die Grillscouts sind dabei in der Palette der städtischen Zuständigkeiten vor allem für den Aspekt der Information verantwortlich. Auch in anderen Städten in NRW hatte man in der Vergangenheit mit so genannten "scouts" gute Erfahrungen gemacht. Sie werden von den Gästen trotz ihrer Dienstkleidung nicht als hoheitliche Behörde wahrgenommen. Entsprechend kurzweilig fällt da so manches Gespräch aus.
Bei der Entsorgung hat sich das Zusammenspiel von Grillwochenende und Sauberkeit des öffentlichen Grüns am Aachener Weiher inzwischen eingespielt. Alleine hier stehen sechs jeweils fünf Kubikmeter Material fassende so genannte "Unterflurcontainer". Trotzdem kann es zu Spitzenzeiten eng werden, wie AWB-Marketingleiter Wilfried Berf weiß. "An den schönsten Wochenende fällt alleine am Aachener Weiher bis zu 100 Kubikmeter Restmüll an", so Berf. Und weil die meisten den eigenen Müll ordnungsgemäß entsorgen, müssen die AWB-Fahrzeuge bisweilen täglich die unter der Erde installierten Container wieder leeren. Mit bislang 320 Kubikmeter Picknickabfällen bis vor dieses Wochenende ist der Frühling bislang trotz bereits zweier Sonnenwochenenden kein Ausreißer nach oben, so die Verantwortlichen. Und auch bei den Sanktionen gibt es keine Steigerungen. "In diesem Jahr hatten wir bislang zehn Müllsünder und 130 Grillverstöße", weiß Ralf Maier, Leiter des städtischen Ordnungs- und Verkehrsdienstes. Weil auch die Verwaltung ihre interne Organisation umgestellt hat, erhalten die Betroffenen nun innerhalb von nur drei Tagen ihr amtliches Schreiben, dass sie zur Zahlung des Bußgelds auffordert, wie Maier weiter ausführte.
Der Kölner Stadtrat hatte im vergangenen Jahr den Bußgeldkatalog für Verstöße gegen das Sauberkeitsgebot zum Teil erheblich verschärft. Wildpinkeln kann nun bis zu 100, Grillverstöße wie etwa die Benutzung von Flachgrills und der dadurch bedingten Beschädigung der Rasenoberfläche kann sogar bis zu 500 Euro teuer werden. In der Regel werden Verstöße jedoch mit der bislang üblichen Summe von 35 Euro sanktioniert. Eine Anregung hatte Roters aber doch noch im Gepäck. Für die beliebtesten Grillwiesen in Köln wie die am Aachener Weiher, im Volksgarten oder auch im Blücherpark in Köln-Nippes kann sich der erste Bürger der Domstadt zusätzlich fest installierte Toilettenanlagen vorstellen. Genau an diesen drei Tagen werden die Grillscouts in den kommenden sechs Wochen auch zum Einsatz kommen. Jeweils zwei der drei Freiflächen werden dabei aufgesucht. Nach sechs Wochen sollen die Ergebnisse dann aufbereitet und für die weiteren Beratungen als Entscheidungsgrundlage genutzt werden, hieß es dazu abschließend.
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