25. 05. 2012
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Historisches Archiv: Umzug an den neuen Standort hat begonnen
Ein Blick hinter die halb abgedunkelten Fassaden verriet: hier wird fleißig umgezogen. Am heutigen Freitag haben rund 60 Mitarbeiter des Archivs mit dem Umzug an ihren neuen Standort begonnen. Sie sind zukünftig im östlichen Bauteils der Zentrale der Kölner Handwerkskammer HWK untergekommen. Dazwischen liegen ein Jahr Provisorium Stadthaus mit teilweise unhaltbaren Zuständen. Teilweise mussten bis zu vier Mitarbeiter ein Büro nutzen. Die neuen Büroräume sind da wesentlich großzügiger. Die angemietete Räumlichkeit ist aber noch aus einem anderen Grund absolut passend. Auf einer Frontlänge von mehr als 20 Metern bietet die neue Liegenschaft die Möglichkeit für Ausstellungen und Veranstaltungen. Damit komme man dem Ziel eines "Bürgerarchivs" einen bedeutenden Schritt näher, schließlich soll der Heumarkt für die kommenden mindestens drei Jahre der neue Standort sein. Und die Aufgaben der Zusammenführung und Koordinierung der über ganz Deutschland und darüber hinaus verstreuten Reste, die aus dem Einsturzkrater nach dem 3. März geborgen werden konnten, sind nicht gerade gering. Auf insgesamt 19 Asylarchive verteilt sich die größtenteils schwer bis schwerst beschädigten Archivalien, die unzählige Helferinnen und Helfer aus dem Trümmerkegel des ehemaligen Archivgebäudes am Waidmarkt retten konnten.
Mit der Einrichtung und Öffnung des Digitalen Lesesaals soll zudem ein Stück Normalität in die Kölner Archiv- und Forschergemeinde einziehen. Mit einem PC lässt sich dabei eine Suche in sämtlichen "Findmitteln" des Archivs durchführen. Zusätzlich sind bereits jetzt alle sicherungsverfilmten und digitalisierten Bestände abrufbar. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Dokumente aus der Zeit vor 1815. Auch eine Handbibliothek mit den wichtigsten Nachschlagewerken zur Kölner Geschichte ist dort verfügbar. In den Ausstellungsflächen werden die Verantwortlichen einen Überblick über ihre Arbeit geben. Der Weg einzelner historischer Dokumente soll dabei anhand von Bildern und Originalstücken nachgezeichnet werden. Ein Teil der nun folgenden Ausstellung basiert auf der vergangenen Werksschau, mit der die Stadt bereits im März in Berlin über das Archiv und seiner Bedeutung für die Kölner und damit auch die mittelalterliche Geschichte Deutschland informiert hat. Am kommenden Dienstag soll der Digitale Lesesaal dann für zwei Tage (Dienstag und Mittwoch) geöffnet werden. Am Eröffnungstag steht das Archiv von 9 bis 16:30 Uhr, am darauffolgenden Mittwoch von 9 bis 19:45 Uhr offen. Die offizielle Eröffnung soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, hieß es dazu weiter.
Auch der zweite Baustein im neuen Archivkonzept, ein zentrale Anlaufstelle für die beschädigten Bestände sowie neue Archivalien, die noch im Untergrund der Unglücksstelle unterhalb des Grundwasserspiegels vermutet werden, soll schnellstmöglich umgesetzt werden. Nach Angaben der Stadt Köln sollen die dazu notwendigen Restaurierungswerkstätten bis spätestens zur zweiten Jahreshälfte fertig gestellt sein. Im Kölner Stadtteil Porz soll dazu eine Art "Provisorium" entstehen, das als Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum fungieren wird. Neben dem Historischen Archiv werden auch weitere Dienststellen an der neuen Adresse Heumarkt 14 unterkommen. Wie die Stadt abschließend informierte, sollen auch die städtische Kämmerei (derzeit im Bürgeramt Innenstadt am Laurenzplatz) sowie die Beihilfekasse der Stadt Köln hier ihr neues Domizil einrichten.


























