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25. 05. 2012
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Hochwasser: Höchststand am Dienstag mit 9 Metern


10.01.2011 09:53 von:

Schlagwörter: Köln,Hochwasser,2011,Januar,Feuerwehr,THW, Grundwasser,Höchststand,Tiefgarage,Wa

(js) Das ließen sich tausende Kölner am Wochenende nicht entgehen: sehen, wie der Rhein das Land erobert. Möglichst auch wenigstens einmal im Hochwasser stehen. Absperrungen? Waren kein Problem. Am Ufer Schönhauser Straße ein zum Glück seltenes Schauspiel: Das dortige Pumpenwerk leuchtete rot – das Signal dafür, dass es arbeitete. Mit "Rücksicht" auf die Spaziergänger wurde sogar darauf verzichtet, die Hochwassertore vor der Drehbrücke am Schokoladenmuseum zu sperren. Das wurde am heutigen Montag nachgeholt.

"Das Publikum lässt sich nicht fernhalten", stöhnte Otto Schaaf, Vorstand der Städtischen Entwässerungsbetriebe, bei einer Pressekonferenz am gestrigen Sonntag. Der Höchststand soll am Dienstag mit rund neun Meter erreicht werden – vorausgesetzt, das Wetter hält.

Bewährungsprobe für Hochwasserschutz

Das aktuelle Hochwasser ist die Bewährungsprobe für die neue Hochwasserschutzzentrale der Stadt. In den beiden Vorjahren hatte man das Aufstellen der Schutzwände und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Feuerwehr, THW und anderen Organisationen geübt. Jetzt fühlt man sich gut aufgestellt. Schon am Tag zuvor hatten die ersten Sicherungsarbeiten begonnen. In Rodenkirchen wurden Stege gebaut, Hochwasserwände mit einer Gesamtlänge von 1,3 Kilometern errichtet, unter anderem am Zündorfer Markt. Rund 100 Arbeiter waren dabei, die meisten vom THW, aber auch von Fremdfirmen. Auch die Altstadt wurde mit mobilen Wänden bis zu einer Wasserhöhe von 9,20 Meter geschützt. Die Schutzanlagen werden rund um die Uhr von Sicherheitsdiensten bewacht.

Tiefgaragen geschlossen

Vorher waren im städtischen Kanalnetz 400 Schieber mit Durchmessern von 0,50 bis zwei Metern geschlossen worden, damit das Rheinwasser nicht eindringen konnte. 22 Pumpwerke nahmen ihren Betrieb auf. Rheinnahe Tiefgaragen in Mülheim und am Heumarkt wurden vorsorglich geschlossen. Die Garagen am Rheinauhafen müssen erst bei einem Wasserstand von 9,40 Metern geschlossen, geräumt und geflutet werden.

Beim Grundwasser beruhigte Reinhard Vogt, Leiter der Hochwasserschutzzentrale, die Hausbesitzer: "Wo die Keller 1993 bei einem Wasserstand von 10,96 Metern nicht unter Wasser standen, besteht auch diesmal keine Gefahr." Auch Sandsäcke sind nur in geringen Mengen nötig, es stehen aber ausreichend bereit. Bei einem Wasserstand von 8,40 Meter wurde am Sonntag gegen 16 Uhr die Schifffahrt auf dem Rhein eingestellt. Feuerwehr und DLRG stehen für Notfälle bereit. Das DLRG verbindet die Bewohner von Kasselberg mit der "trockenen Welt", zunächst mit hochrädrigen Unimogs, mit Booten, wenn das Wasser steigt.

400 Millionen Euro verbaut

1996 wurde ein Hochwasserschutzkonzept verabschiedet, das die Stadt vor einem Hochwasser bis zu 11,30 Metern schützen soll. In diesem Rahmen wurden bislang etwa 400 Millionen Euro verbaut, unter anderem Anlagen, um 10 Kilometer mobile Schutzwände aufzubauen oder fast 20 Kilometer neue Deiche. Neu ist auch die Hochwasserzentrale im Technischen Rathaus. Verbessert wurde die Zusammenarbeit mit anderen Rheinanliegern.

In Köln laufen die Meldungen aus einem 150.000 Quadratkilometer großen gebiet zusammen: Daten z.B. von Wasserstand, Regenmengen oder Temperaturen am Rhein und seinen Nebenflüssen. Neu auch ein Katalog mit 3000 genau beschriebenen Maßnahmen, die nach Dringlichkeitsstufen abgearbeitet werden. Schon ab einem Wasserstand von 4,30 Metern tritt eine Hochwasserkonferenz zusammen. Ihr gehören neben verschiedenen städtischen Dienststellen – federführend die Entwässerungsbetriebe, daneben etwa Ordnungsamt, Bauamt und Sozialamt – auch Organisationen und Behörden wie Berufsfeuerwehr, Polizei, KVB, Rheinenergie, DLRG oder THW an.

Bürgertelefon: 0221 / 22 12 61 61 (täglich 6 bis 22 Uhr)

zusätzliche Hotline: 0221 / 22 12 42 42

www.hochwasserinfo-koeln.de







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