25. 05. 2012
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Jean Jülich ist tot
(ehu) Jean Jülich ist tot. Der Edelweißpirat ist an diesem Mittwochmorgen friedlich eingeschlafen, teilte seine Tochter mit. Jülich war einer der letzten noch lebenden Kölner, die – aus der bündischen Jugendbewegung kommend – Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatten.
Als 13-Jähriger stieß er 1942 zu den Edelweißpiraten. Ihr Widerstand gegen das Nazi-Regime bestand aus dem Übermalen von Propagandaplakaten, sie ließen Munitionszüge entgleisen und unterstützten entflohene KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Deserteure. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, wochenlang gefoltert und verhört. Erst 2003, nach langen politischen Auseinandersetzungen, wurden er und seine Mitstreiter als Widerstandskämpfer anerkannt, zuvor galten sie als Kriminelle – eine von der Gestapo übernommene Bezeichnung. Als Held hat er sich selber nie gesehen, „wir haben es einfach gemacht“, sagte er 2003 in einem Interview.
Mit Liedern aus dem Widerstand begeisterte er auch die Jugend beim Edelweißpiratenfestival
Nach 1945 mischte er beim Kölner Karneval mit, stieg aber bald aus Protest gegen Klüngelei und alte Seilschaften aus. Viele Jahre lang betrieb er die Mülheimer Stadthalle. Für seinen Einsatz gegen das Vergessen und Vertuschen der Nazi-Verbrechen erhielt er 1991 zusammen mit den Edelweißpiraten Gertrud Koch und Peter Schäfer das Bundesverdienstkreuz, 2007 erhielten die drei den Rheinlandtaler vom Landschaftsverband Rheinland LVR. Bis 2010 trat er jedes Jahr mit seiner Gitarre beim Edelweißpiraten-Festival im Friedenspark auf und sang Lieder des Widerstands. Dabei genoss er auch großen Respekt bei der Jugend.
2003 erschien seine Autobiografie „Kohldampf, Knast un Kamelle – Ein Edelweißpirat erzählt aus seinem Leben“.


























