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25. 05. 2012
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Keramikreste aus Römischen Brandgrab gefunden


14.06.2010 17:42 von:

Schlagwörter: Köln,Waidmarkt,Bergungsbauwerk,2010,Fund,Brandgrab,Keramikreste,Archiv,Baugrube

Seit der vergangenen Woche werden in der Baugrube der Unglücksstelle Waidmarkt Pfähle in die Tiefe gestemmt. Im Rahmen der Arbeiten gab es nun einen ersten Fund. In neun Metern Tiefe fanden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Ämter nun Reste eines römischen Brandgrabes. Für Dr. Marcus Trier, den stellvertretenden Leiter des Römisch-Germanischen Museums, stellt der Fund insofern eine Besonderheit dar, als dass der Einsturz des Historischen Archivs am 3. März dieses Jahres offenbar auch andere Relikte aus der reichen Kölner Geschichte mit in den Untergrund riss. Normalerweise werden römische Relikte in Tiefen von zwei bis drei Meter gefunden. Der Fund in derartiger Tiefe deutet daraufhin, dass die entsprechende Erdschicht mit den betroffenen Gebäuden in die Baugrube rutschte. Das Historische Archiv stand entlang einer ehemaligen römischen Ausfallstraße, die nach Bonn und weiter nach Süden reichte. Entlang solcher Straßen wurden außerhalb der Stadtmauern Begräbnisplätze angelegt. Das gefundene Material geht heute noch zur weiteren Untersuchung in die Werkstätten des Römisch-Germanischen-Museums, teilte das städtische Presseamt am späten Nachmittag mit.

Unterdessen gehen die Pfahlbohrarbeiten in der Baugrube unverändert weiter. Rund 60 aneinander liegende knapp 30 Meter tiefe Betonpfähle werden zur Befestigung der Wände in den Untergrund gerammt. Vor zwei Wochen wurde in der Baugrube ein fester Untergrund mit so genannten Geomatten gelegt. Dies war aus Sicht der Beteiligten notwendig, weil in den Erdschichten noch versteckte Hohlräume vermutet wurden. Weil nun aber ein 100 Tonnen schweres Pfahlbohrgerät auf dem Untergrund steht, um die Bohrpfähle einzuarbeiten, musste der Druck auf eine größere Fläche verteilt werden (Köln Nachrichten berichtete). Neben den Keramikresten aus römischer Zeit fanden die Arbeiter an der Unglückstelle auch Ausländerakten, die in einem benachbarten Zelt von Mitarbeitern und Helfern des Historischen Archivs erstversorgt wurden. Die Bergung kann jedoch erst mit voller Geschwindigkeit durchgeführt werden, wenn die Wände des Bergungsbauwerks fertig gestellt sind. Die Verantwortlichen des Archivs rechnen damit, dass sich noch rund zehn Prozent des gesamten Archivmaterials im Untergrund liegen. Trotz des Grundwassers waren die gefundenen Stadtakten in erstaunlich gutem Zustand, wie die Stadt berichtete. In der Erstversorgung werden die Fundstücke mit Frischwasser abgespritzt, luftdicht verpackt und anschließend nach Troisdorf zur Gefriertrocknung versendet. Um die Schäden nach der Bergung möglichst gering zu halten, werden die geborgenen Fundstücke noch vor Ort auf minus 28 Grad Celsius schockgefrostet. In luftdichter Umgebung kann das Wasser dann sublimieren und abgesaugt werden.







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