25. 05. 2012
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Kinderbibliothek nach 32 Jahren in neuem Licht
(ehu) Helle, leuchtende Farben, ein hellblauer Fußboden aus Kautschuk, gemütliche Sitzbänke, und Spielecken, großzügig aufgestellte Bücherregale und Bücherkisten: So präsentiert sich die neue Kinderbibliothek am Josef-Haubrich-Hof. Verschwunden ist die 32 Jahre alte dunkle Holzvertäfelung, die schwarze Gitterdecke, der durchgelaufene Teppichboden. Vor zehn Monaten hatten die Umbauarbeiten begonnen. Am heutigen Samstag werden die neuen Räume im Untergeschoss der Zentralbibliothek eröffnet.
Nicht alles Neue fällt sofort ins Auge. Wie die Energiesparlampen, die energetische Wärmedämmung. Erstmals haben die jungen Besucher eine kindgerechte Toilette mit Wickelraum. Und was Kulturdezernent Prof. Georg Quander mit leichter Verwunderung feststellt: Alles wurde fristgerecht fertig und es gab keine Kostenüberschreitung, in Köln durchaus nicht an der Tagesordnung. 420.000 Waren veranschlagt, 306.700 Euro kamen aus dem Berliner Konjunkturprogramm II.
Das Angebot umfasst neben "klassischen" Büchern auch E-Books und tip-tois
40.000 "Medien" warten nun auf ihren Gebrauch: vor allem natürlich Bücher (allein 6000 Bilderbücher), aber auch Brett- und Computerspiele, 8000 Hörbücher, Zeitschriften. Beim Angebot wurde aufgerüstet, so wurde auch der neueste Markttrend angeschafft: "Tip-Tois", interaktive, "sprechende" Lehrbücher. Neulich gibt es auch E-Books, iPads, zusätzliche PC-Plätze und eine wii-Anlage.
Ein reiches Angebot für die 25.000 als Nutzer registrierten Kinder, die allmonatlich für ebenso viele Ausleihen sorgen. 6000 von ihnen machen auch im "Leseclub" mit. Dort tragen sie in ein "Lesetagebuch" ihre Meinung zu entliehenen "Medien" ein, sammeln damit Punkte und werden mit Plüschtieren, Buntstiften oder Spielzeug belohnt. Ein gelungenes Projekt, ebenso wie die "Bücherbabys". Hier sollen schon die Kleinsten früh mit Büchern, überhaupt mit Sprache in Kontakt kommen. Mütter und Väter machen dabei mit ihren Kindern – sechs Monate bis drei Jahre – Fingerspiele, singen Lieder und gucken selbstverständlich auch gemeinsam Bilderbücher an.
Jährlich 200 Veranstaltungen – Hausherrin Vogt will neue Schwerpunkte setzen
Rund 200 Veranstaltungen bietet die Kinderbibliothek im Jahr an. Da lesen ehrenamtliche "Lesepaten" Bücher vor, es gibt die Detektivspiele "Fang den Bösen". Den Musikbereich will Bibliothekschefin Hannelore Vogt noch ausbauen, ebenso die mehrsprachige Leseförderung. Mit 30 Schulen bestehen Kooperationsverträge, ihnen bietet die Bibliothek ein "altersgerecht aufgebautes, modulares Angebot" an Gegenleistung der Schulen: regelmäßige Besuche in der Bibliothek.
"Hier haben Kinder ein sinnvolles Freizeitangebot jenseits des massenmedialen und konsumorientierten Vergnügungszwangs mit individuellen Bildungsangeboten – ohne schulischen Zwang und dem individuellen Tempo angepasst", lobt Quander die Arbeit der Kinderbibliothek. Nicht zuletzt: "Hier können Kinder die nötige Medienkompetenz erwerben."


























