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25. 05. 2012
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Klimaschutz im Haushalt: So geht's


03.02.2012 18:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Klimaschutz,Verbraucherzentrale,Verhaltensänderung,Kohlendioxid

Kai Kording braucht 15 Prozent weniger Benzin dank Eco-Drive-Training. Foto: ehu

Gut elf Tonnen Kohlendioxid (CO2) „produziert“ jeder Deutsche im Jahr, haben Klimaforscher ausgerechnet. Das geschieht durch Heizung, Strom, Mobilität, Ernährung. Wie dieser Ausstoß  individuell verringert werden kann, sollte der halbjährige Feldversuch „Kölner Klimahaushalte“ untersuchen. 80 Kölner Familien beteiligten sich daran. Jetzt wurden die ersten vorläufigen Ergebnisse vorgestellt.

„Wir sind nicht extrem grün, aber versuchen schon, bewusst zu leben“, beschreibt der Holzkaufmann Kai Kording seine Familie, bestehend aus ihm, seiner Frau, zwei Kindern und – berufsbedingt – zwei Autos. Von den Klimahaushalten habe er durch Zufall erfahren, sei aber sofort bereit gewesen mitzumachen. Am Beginn stand eine umfangreiche Beratung durch die  Verbraucherschutzzentrale über die Möglichkeiten, wo und wie im Haushalt die Erzeugung des Klimakillers  Kohlendioxid gedrosselt werden kann. Einige Haushalte bekamen auch einen Strommesser, um ihren Verbrauch zu kontrollieren.

Beim Stromsparen tut sich der Kölner Familienvater Kai Kording noch schwer </b<</p>

Und welches „Erfolgserlebnis“ kann Kording vorweisen? „Meine Frau und ich fahren öfter mit dem Rad zur Arbeit, ich allerdings seltener.“ Und er habe ein Eco-Drive-Training mitgemacht: „Jetzt brauche ich 15 Prozent weniger Sprit.“ Es wird Leitungswasser statt Sprudel getrunken. Weniger Fleisch gegessen, dafür aber hochwertiges. Getränke werden in Glas- statt Plastikflaschen gekauft. Der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter ist fest geplant. Nur mit Stromsparen tue er sich schwer, gesteht er und versichert: „Ich tue es nicht, um Geld zu sparen.“

Das war allerdings bei zwei Dritteln der Teilnehmer ein Motiv mitzumachen. An der Spitze der Beweggründe stand „Energie sparen“ (86 Prozent). Viele wollten auch etwas Klimaschutz erfahren, sich klimafreundlicher ernähren oder eine interessante Erfahrung machen. Jeden Fünften lockte auch die Aufwandsentschädigung von 100 Euro.

Nur 10 Haushalte stiegen in den sechs Monaten des Feldversuchs aus

Rund 250 Bewerbungen gab es, 90 wurden ausgewählt – nicht repräsentativ, aber ein Querschnitt aus der Bevölkerung. Darunter auch 13 „türkische“ Haushalte. Dort gab es zwei typische Probleme: Besonders die Älteren konnten sich nicht vorstellen, aufs Fahrrad umzusteigen, und generell galt, dass Wasser aus der Flasche gesünder ist als das aus der leitung.

Nur 10 Haushalte sprangen während des Feldversuchs ab. Was Immanuel Stieß vom Frankfurter „Institut für sozial-ökologische Forschung“, das den Feldversuch wissenschaftlich durchführte, besonders freut: Zwei von drei Teilnehmern wollen die einmal „gelernten“ Maßnahmen weiter umsetzen, jeder zweite will die Tipps weitergeben und sich noch mehr um das Thema Klimaschutz kümmern. Ob die Ankündigungen durchgehalten werden, soll später nachgefragt werden.

Luca (14 Monate) lernt schon jetzt von Mutter Beatrx Reiterer "grünes Bewusstsein". Foto: ehu

Den Computer bei Nicht-Gebrauch ausschalten – das fiel am leichtesten

Zu den häufigsten Maßnahmen, Energie zu sparen, gehörten: Computer ausschalten, wenn sie nicht gebraucht werden (82 Prozent), bei Verlassen der Wohnung die Heizung kleiner stellen (78), das Wasser im Wasserkocher „vorkochen“ statt von Beginn an in einem Kessel (77), Verzicht auf den Wäschetrockner (78), nur noch stoßweise lüften (69). Weiter genannt wurde die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel statt des eigenen Autos, Elektrogeräte nicht im Standby-Betrieb laufen lassen oder nur noch saisonales Gemüse und Obst kaufen.

Ziel des Versuchs war es, im Bereich Ernährung den CO2-Ausstoß um 20, bei der Energienutzung um bis zu 30 Prozent zu erreichen. Ob diese Ziele umgesetzt werden konnten, muss noch gründlich ausgewertet werden. Dabei komme es aber, so Stieß, mindestens ebenso sehr auf das allgemeine Bewusstsein und das Hinterfragen von Routine an.

Fest stehe aber jetzt schon, dass besonders bei der Ernährung eine Bewusstseinswandel stattgefunden habe: Es werde mehr auf saisonale und regionale Produkte geachtet. Das senkt zumindest die Transportkosten für Geldbeutel und Umwelt. Für Beatrix Reiterer, verheiratet, zwei kleine Kinder, schon lange eine Selbstverständlichkeit. Neu gelernt hat sie, dass man den Backofen nicht jedesmal vorheizen muss und dass beim Schleudern in der Waschmaschine nicht immer die höchsten Drehzahlen sein müssen.







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