25. 05. 2012
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Köln: Flutung der Baustelle Heumarkt nicht notwendig?
Die Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB und die Stadt Köln haben am heutigen Sonntagmittag ihre Prognosen zum Verlauf des Rheinhochwassers und der Entwicklung des Grundwasserpegels aktualisiert. Voraussichtlich werde eine Flutung der unterirdischen Baustelle der Nord-Süd-Stadtbahn-Haltestelle Heumarkt gar nicht notwendig werden, hieß es dazu weiter. Schon am gestrigen Samstag deutete sich an, dass es "Petrus" gut mit der Stadt meine, wie Stadtdirektor Guido Kahlen auf der eilig einberufenen Pressekonferenz ausführte. Im Laufe der vergangenen 24 Stunden bis zum heutigen Sonntag, 11 Uhr, ist der Grundwasserpegel im Umfeld der unterirdischen Baustelle am Heumarkt um rund 20 Zentimeter angestiegen. Zum Zeitpunkt der letzten Messung lag der Pegel bei 38,79 NN und damit etwas mehr als 70 Zentimeter unter der vom zuständigen Prüfingenieur vorgegebenen kritischen Grenze. Sollte sich die Entwicklung des Grundwasserpegels in dieser Dynamik fortsetzen, könnte eine Flutung der unterirdischen Baustelle Heumarkt sogar komplett überflüssig werden. Der Rheinpegel, um 11 Uhr betrug der 6,35 Meter, soll allerdings in den kommenden 48 Stunden weiter ansteigen. Experten der Hochwasserschutzzentrale rechnen mit einem Scheitelpunkt der Flut bei einem Wert zwischen 7,30 und 7,50 Meter. Wie der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt, bereits am gestrigen Samstag erläuterte, entwickelt sich der Pegel des Grundwassers keineswegs parallel zum Rheinhochwasser, sondern stark zeitversetzt.
Nach derzeitigem Stand der Dinge verschiebt sich durch die vorbereitenden Maßnahmen der Kölner Berufsfeuerwehr der Entscheidungszeitpunkt, ob eine Flutung notwendig wird, auf den späten Dienstagabend, teilten die Verantwortlichen weiter mit. Ein weiterer Grund für das vergrößerte "Zeitfenster" liegt unter anderem auch an den kürzeren Reaktionszeiten, die der Kölner Berufsfeuerwehr nun für eine Flutung zur Verfügung stehen. Seit dem vergangenen Wochenende haben die Einsatzkräfte unter anderem zusätzliche Schläuche vom Rhein in Richtung Baugrube verlegt, die bei Bedarf mit zusätzlichem Rheinwasser die Baustelle schneller fluten könnten. Die kritische Marke von 39,50 Meter NN beim Grundwasserpegel wird aber nach heutigen Erkenntnissen frühestens am Mittwoch erreicht sein. Dann soll nach dem derzeitigen Planungsstand der Arge Los-Süd die Betonnage der Zwischendecke bereits abgeschlossen sein. Ist der Beton erst einmal ausgehärtet, wird die kritische Grenze beim Grundwasserpegel um zwei Meter angehoben, eine Flutung mithin nicht mehr notwendig, bestätigten die Baubeteiligten weiter.
Verkehrschaos erwartet
Für Anwohner und Pendler werden die ersten beiden Tage der Woche jedoch zu einer Geduldsprobe, wenn sie sich für die Fahrt über die Deutzer Brücke entscheiden. In beiden Fahrtrichtung werden auf der Antoniterstraße in Richtung Neumarkt sowie in Gegenrichtung jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Außerdem wird die Kasinostraße (in Richtung St. Maria im Capitol) komplett für den Individualverkehr gesperrt sein. Grund dafür sind die geschätzten 500 bis 600 Fahrten von Betonmischern, die rund 2850 Kubikmeter schnell härtenden Beton zur Baustelle fahren müssen. Auch auf der Straße Kleine Sandkaul wird es Einschränkungen gegen. Die Stadt empfiehlt zudem, auch den Bereich Stephanstraße / Hohe Pforte zu meiden, weil über diese Straßen die Betonmischer zum Haltestellenbauwerk anfahren. Dort wird die Stadt ein Team des Kölner Verkehrsdienstes postieren, das bei Bedarf den Verkehr per Handzeichen regeln soll. Wer kann, sollte außerdem wegen der zu erwartenden Staus auch die Deutzer Brücke meiden und den Engpass möglichst weiträumig zu umfahren. Ab Dienstagabend 20 Uhr soll sich die Verkehrssituation wieder beruhigen, auch an der Baustelle wird die Arbeit dann wieder auf Normalbetrieb umgestellt, hieß es dazu abschließend.
Linktipp
27. Februar 2010: Nord-Süd-Stadtbahn: Vorflutung findet doch nicht statt


























