25. 05. 2012
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Köln ist relativ krisensicher
Köln ist vor den Herausforderungen einer möglicherweise bevorstehenden Krise relativ gut gerüstet. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Analyse des Pestel-Instituts. Die Domstadt errang dabei einen 101. Platz unter den insgesamt 412 untersuchten Regionen in Deutschland, wie die Forscher am heutigen Montag bekannt gaben. Eine bewusste Vorbereitung der Regionen darauf ist bisher eher die Ausnahme. In die Studie analysierten die Wissenschaftler insgesamt 18 Indikatoren aus den Bereichen "Soziales", "Wohnen", "Verkehr", "Flächennutzung", "Energie" und "Wirtschaft". Die Indikatoren beschreiben die Verletzbarkeit einer Region. Sie zeigen weiterhin, wie gut auch im Krisenfall die Handlungsfähigkeit einer Region oder Stadt durch Flexibilität, Ressourcenausstattung und Sozialkapital erhalten bleibt.
Die Domstadt kann dabei in einigen Bereichen sogar in die Spitzengruppe der deutschen Regionen vordringen. Bei acht Indikatoren der insgesamt 18 platzierte sich die Region Köln im vorderen Teil, in sieben Kategorien schnitt die Region eher unterdurchschnittlich ab, berichteten die Autoren der Untersuchung weiter. In den restlichen drei Untersuchungsfeldern erreichte Köln einen Platz im gesicherten Mittelfeld. So erreichte die Millionenstadt am Rhein in Sachen wirtschaftskraft durchaus gute Werte. Auch bei der Mieterquote, dem Anteil der wohnortnah Beschäftigten und bei den Indikatoren Pkw und Wohnfläche pro Einwohner gute Werte. Unterdurchschnittlich ist hingegen die hohe Quote an SGB-II-Empfängern sowie in Sachen Ökologie. Sowohl bei der Nutzung von Windkraft als auch bei der Biogasnutzung liegt Köln eher im unteren Bereich der Tabelle. Lediglich bei der Etablierung von Solaranlagen platzierte sich Köln im Mittelfeld. Auch die hohe Verschuldung der Domstadt ist ein Risiko, mit dem die Domstadt im Vergleich der Regionen nicht gut dasteht, so die Analyse im Detail.
Etwas überraschend mag die Bewertung einzelner Indikatoren erscheinen. So wurde im Hinblick auf die Krisenfestigkeit ein hoher Anteil an Industriebeschäftigten negativ beurteilt. Die Gründe liegen in der hohen und unmittelbaren Betroffenheit insbesondere der exportorientierten deutschen Industrie von globalen Wirtschaftskrisen. Diese wurde durch die Finanzkrise des Jahres 2008 gerade bestätigt. Die Studie zeigt überdies, dass internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht per se ein Garant für eine hohe Krisenanfälligkeit ist. Vielmehr sind es gerade die in der öffentlichen Diskussion eher vernachlässigten Bereiche, die vor den Auswirkungen von Krisen Schutz bieten können. Dazu gehören nach Ansicht der Autoren unter anderem eine dezentrale Energieerzeugung, soziale Stabilität, Verfügbarkeit von land- und forstwirtschaftlichen Flächen und Arbeitsplätze vor Ort. Das hilft bei der regionalen Abfederung weit mehr als die Betonung von Hochtechnologie und Industriestandorten, so die Studie weiter.
"In einer komplexen und global vernetzten Welt können entfernt entstehende Krisen unmittelbar die Versorgung von Bevölkerung und Unternehmen bedrohen. Selbst eine globale Krise wird tatsächlich erst durch die Konsequenzen vor Ort und in der Region spürbar", so die Einschätzung der Verantwortlichen. An die Verantwortlichen der Kommunen in den Regionen geben die Autoren der Studie den Hinweis, sich möglichst frühzeitig mit Krisen-Szenarien zu beschäftigen. Das sollten sie intensiver als bisher tun, so der Rat der Experten. "Starke Regionen sind wichtig als Rückfallpositionen und als präventiver Handlungsraum für mehr Krisenfestigkeit", so das abschließende Fazit der Studie.
Die vollständige Liste der Indikatoren finden sie im Internet unter: www.pestel-institut.de.


























