25. 05. 2012
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Köln stellt Hilfesystem für Wohnungslose vor
In der Stadt Köln gibt es mehr als 1000 Plätze für Odachose. Damit ist in der Millionenstadt am Rhein genügend Raum für Obdachlose während der kalten Jahreszeit. Dezernentin Dr. Agnes Klein stellte auf der heutigen Pressekonferenz die Einzelheiten der Vorbereitungen vor. Erst Ende vergangenen Monats hatte die Stadtarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenpolitik ein vielfältiges Paket mit zusätzlichen Angeboten geschnürt. "Wir haben das ganze Hilfssystem noch mal nach oben gefahren", erläuterte Klein. Der Großteil der Plätze im Hilfesystem sind so genannte "Wohnplätze", die auch ganzjährig angeboten werden. Hinzu kommen 300 Plätze in stationären Notversorgungsunterkünften sowie weitere 70 spezielle Plätze in Notfallstellen. Ziel der Verantwortlichen ist es, möglichst frühzeitig die Betroffenen in das reguläre Hilfesystem zu übernehmen. Zu wenig Plätze habe man nicht in Köln, wie Dr. Agnes Klein betonte. Vielmehr gibt es die Erfahrung, dass auch im vergangenen trotz harscher Wintertemperaturen immer noch bis zu 50 Wohnungslose "Platte" gemacht haben. Will heißen, sie haben aus unterschiedlichsten Gründen die Hilfeangebote der Stadt und der Freien Träger nicht angenommen.
Nach offizieller Statistik liegt die Zahl der Obdachlosen in Köln bei rund 1800. 77 Prozent der Personen sind männlich, mehr als ein Drittel ist jünger als 25 Jahre. Die Differenz zwischen Bedarf und Angebot ergibt sich aus der Definition heraus, wie Norbert Krütt-Hüning, Sozialplaner beim Amt für Soziales und Senioren, ausführte. So gelten als "wohnungslos", wer sich bei der Stadt in einer entsprechenden Hilfe nach dem Sozialgesetzbuch befindet. So werden einige Hundert Menschen noch immer als wohnungslos geführt, obwohl sie inzwischen wieder eine eigene Wohnung bzw. einen festen Wohnplatz haben. Andere wiederum kommen bei Freunden oder Verwandten unter.
Bei der Neuauflage für die Winterhilfe in der kommenden Kalten Jahreszeit haben die beteiligten Partner in der Stadtarbeitsgemeinschaft auch das leidliche Problem Wohnungslose mit Hunden beachtet. In einem Pilotprojekt werden 17 Übernachtungsplätze in zwei Einrichtungen angeboten, getrennt nach Frauen (im "Comeback") und Männern (Johannesbund gGmbH-Anlaufstelle). Sehr am Herzen lag der verantwortlichen Dezernentin die Fortführung der so genannten "Kältegänge". Gemeint sind damit Kontrollgänge an stadtbekannten Plätzen in besonders kalten Tagen und Nächten. Gerade für Menschen, die gerade erst die klassische Teufelsspirale von Arbeits- und Wohnungslosigkeit durchlaufen haben, sind mit den Feinheiten des Kölner Hilfesystems bzw. den Überlebensstrategien auf der Straße noch wenig vertraut, ergänzte Sozialplaner Krütt-Hüning. Als weitere Bausteine stehen Stadtteilhilfen, wie sie beispielsweise von der Caritas im Stadtteil Ehrenfeld eingesetzt werden sowie die "Nachtcafes" von fünf Kölner Kirchengemeinden. In letzteren Einrichtungen bieten ehrenamtliche Kräfte ihre Dienste an den Schwächsten der Gesellschaft an. Organisiert hat dieses dezentrale zusätzliche Angebot die katholische Obdachlosenseelsorge. Über diese Maßnahmen hinaus gibt es weitere 34 Notfallplätze, die bei Bedarf zusätzliche Wohnungslose aufnehmen kann, 30 davon beim Johannesbund für Männer und vier weitere für Frauen.
Lob gab es für das Kölner Dienstleistungszentrum, dass als eine Art Stabsstelle die verschiedenen Hilfsangebote koordiniert, auch schon. Das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung an der Ruhr-Universität in Bochum empfahl das Modell als "zielgruppengerechtes und innovatives Modell" zur Nachahmung in anderen Städten. Köln ist dabei auch bei der Bündelung der verschiedenen Hilfsmöglichkeiten ein Vorreiter. So werden beispielsweise in diesem Dienstleistungszentrum die Hilfen nach SGB II (Hartz-IV) und SGB XII (persönliche Hilfen) aus einer Hand bedient. So sollen die gestrandeten und häufig mit ihrer Lebenssituation überforderten Wohnungslose wieder zurück in die Gesellschaft finden. Es geht aber auch darum, in den kältesten Nächten "niemanden zu verlieren", wie Dezernentin Klein betonte. Für Bettina Scheunemann vom Amt für Soziales und Senioren ist dabei auch die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger wichtig. "Sehen sie nicht weg!", so die Aufforderung zum Umdenken beim Umgang mit Menschen ohne festen Wohnsitz. Die Stadt hat dazu in diesem Jahr eine Hotline eingerichtet. Die Rufnummer lautet: 0221 / 221 – 27446. Auch eine Meldung per Mail ist möglich, die Mailadresse lautet:


























