26. 05. 2012
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Köln trauert um seine Ehrenbürgerin
Am gestrigen Montag ereilte die Stadt Köln die Nachricht vom Tod der Kunstmäzenin und Stifterin Prof. Dr. h.c. Irene Ludwig. Die Namensgeberin des Museums für zeitgenössische Kunst verstarb im Alter von 83 Jahren tags zuvor "in ihrem Haus im Süden von Aachen. Sie war wenige Wochen zuvor operiert worden, erholte sich jedoch von den Folgen der Operation nicht mehr richtig. In Köln wurde die Nachricht vom Tod der Kölner Ehrenbürgerin (sie wurde im Jahr 1995 zur Ehrenbürgerin ernannt) ,it großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Oberbürgermeister Jürgen Roters ließ sofort eine Trauerbeflaggung an allen städtischen Gebäuden anordnen. Zugleich bat er auch die in Köln ansässigen Bundes- und Landesbehörden, dem Beispiel der Stadt zu folgen. Seit dem heutigen Morgen stehen im Museum Ludwig sowie im Historischen Rathaus Kondolenzbücher. Kölns Stadtoberhaupt wird am kommenden Freitag um die 10 Uhr im Aachener Dom die Stadt Köln vertreten. Einen Tag später wird er als offizieller Vertreter der Stadt Köln auch an der offiziellen Beerdingungsfeierlichkeit in Adelgund an der Mosel teilnehmen.
Eine große Kunstmäzenin geht
"Irene Ludwig verkörperte wie kaum eine andere den Begriff des Kunstsammelns, hat Sie doch ihr ganzes Leben der Kunst gewidmet", erklärte Museumsdirektor Prof. Kasper König in einer Stellungnahme. Erst wenige Wochen zuvor hatten sich beide ein letztes Mal persönlich getroffen, auch da drehte sich wieder alles um Kunst. Köln habe eine "kluge und kenntnisreiche und äußerst souveräne Ratgeberin und Begleiterin" verloren, schrieb König weiter. Die Kunstkennerin studierte von 1947 bis 1950 in Mainz Kunstgeschichte, schon damals war sie eine begeisterte Sammlerin. Früh interessierte sich Ludwig für den spanischen Gegenwartskünstler Pablo Picasso. Das Museum Ludwig nennt heute rund 800 Werke des Künstlers ihr eigen, die drittgrößte Sammlung Picassos weltweit. Ende der 1960er Jahre präsentierte das Ehepaar Ludwig erstmals ihre Sammlungen der Öffentlichkeit. Nach dem Angebot des Stifterehepaars von etwa 400 Picasso-Werken an die Stadt Köln entstand das Museum für zeitgenössische Kunst am Heinrich-Böll-Platz. Doch auch eine intensive Freundschaft macht einmal eine Krise durch. So gab es in den frühen 1980er Jahren eine böse Verstimmung im Verhältnis zwischen Köln und dem Stifter-Ehepaar Ludwig. Damals verkaufte das Ehepaar überraschend und für mehrere Millionen Mark ein großes Konvolut mittelalterlicher Schriften an das kalifornische Getty-Museum. Diese waren zuvor dem Schnütgen-Museum als Leihgabe überlassen und dort wissenschaftlich erforscht worden. Als Grund für den plötzlichen Abzug wurden finanzielle Probleme im Schokoladen-Imperium angeführt.
Mit der Fertigstellung des Museums am Rheinufer war dieser Vorfall jedoch schnell vergessen. 1986 wurde das neue Museum Ludwig feierlich eingeweiht. Zunächst war hier auch das Wallraf-Richartz-Museum ansässig gewesen, ehe es Jahre später in den fertiggestellten neuen Gebäudekomplex am Rathausplatz ziehen konnte. Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1996 blieb die Aachener Kunstexpertin der Stadt Köln eng verbunden. 2001 schenkte sie der Stadt erneut eine Sammlung von 774 Picasso-Werken, darunter rund 90 Bilder, Skulpturen und Keramiken sowie knapp 700 Druckgrafiken des spanischen Künstlers. Verwaltet wird der Kunstbesitz der Mäzenin von der 1998 gegründeten Peter und Irene Ludwig Stiftung. Die Stadt dankte dieses Engagement für den Kunststandort Köln mit der Ehrenbürgerschaft im Jahr 1995. Im Jahr 2007 folgte dann das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik mit Stern und Schulterband des Verdienstordens.


























