Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





26. 05. 2012
Seite drucken

Köln: Ursache für PFT-Belastung an Baggerseen gefunden


04.09.2010 10:43 von:

Schlagwörter: Köln,Baggersee,PFT,Belastung,2010,Ursache,Angelverbot,Ursachenforschung

Die Ursache für die Belastung einiger Kölner Gewässer im Südwesten des Stadtgebiets mit Perfluor-Tensiden steht fest. Wie die Stadtverwaltung am gestrigen Freitag bestätigte, soll PFT-belasteter Löschschaum bei einer Löschübung verwendet wurde und somit die erhöhten Stichprobenwerte hervorgerufen haben soll. Im Mai dieses Jahres war bei Routineuntersuchungen an zwei Baggerseen im Kölner Südwesten sowie im Grundwasser erhöhte PFT-Werte festgestellt worden. Auch nicht repräsentative Stichprobenuntersuchungen bei Fischen ergaben deutliche PFT-Belastungen. Zwischenzeitlich sprach die zuständige untere Landschaftsbehörde ein Angelverbot an den beiden betroffenen Baggerseen aus. Nach mehreren Wochen Ursachensuche scheint man nun sicher zu sein. Die als gesundheitsgefährdenden Stoffe sollen durch PFT-haltigen Löschschaum verursacht worden. Die Werksfeuerwehr eines benachbarten Betriebs hatte damit Feuerlöschübungen durchgeführt, hieß es dazu weiter.

Wie die Experten ermittelten, stammen die PFTs aus einem so genannten Verdunstungs- und Versickerungsgraben auf dem benachbarten Werksgelände. Eine an diesen Graben angrenzende Betonfläche wurde für Feuerlöschübungen der dortigen Werksfeuerwehr genutzt. Dabei ist PFT-haltiger Löschschaum ins Grundwasser und damit auch in die Baggerseen gelangt, die vom Grundwasser gespeist werden. Bei den Ermittlungen wurde, ausgehend von den belasteten Seen, durch eine Vielzahl von Boden- und Wasserproben die sogenannte "Fahne", also der Zustrom belasteten Wassers, aufgespürt und die Stelle, an der PFT in den Boden gelangt sind, eingegrenzt. Die Untersuchungen erwiesen sich als sehr aufwändig, da insbesondere auf dem Werksgelände der Firma nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet werden durfte, wie die Stadt erklärte. Vor Ort waren nicht nur Geologen und Ingenieure des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes, sondern auch externe Bohrfirmen und Labore im Einsatz. Allein die Kosten der externen Dienstleister belaufen sich auf über 50.000 Euro, die dem Verursacher in Rechnung gestellt werden sollen, hieß es dazu weiter.

Federführend im weiteren Vorgehen ist die Bezirksregierung Köln, zugleich Genehmigungs- und Überwachungsbehörde. Das gilt besonders für die Anordnung von Sanierungsmaßnahmen. Zwischen städtischem Umweltamt und der Aufsichtsbehörde habe es in den vergangenen Wochen einen regen Austausch gegeben. Bereits im vergangenen Jahr wurde auf einem anderen Werksgelände ebenfalls eine erhöhte PFT-Konzentration beobachtet. Beide Fälle haben aber nichts miteinander zu tun, wie die Stadt betonte. "Unser Ziel ist es, alle Betroffenen an einen Tisch zu holen, damit die Sanierung so geplant wird, dass die PFT-Belastung schnellstmöglich abnimmt. Denn die aktuell sehr hohe Gewässerbelastung verteuert nicht nur die Trinkwassergewinnung, sondern gefährdet sowohl den Bestand mehrerer Angelvereine, als auch Arbeitsplätze in einer Kiesgrube", so Prof. Dr. Ernst Drösemeier, Leiter des städtischen Umwelt- und Verbraucherschutzamtes. Durch den Einsatz von Aktivkohlefiltern sei eine Gefahr für das Kölner Trinkwasser allerdings ausgeschlossen, hieß es. Das Angel- und Verzehrverbot bleibt allerdings weiterhin gültig







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse