26. 05. 2012
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Kölner Bestattungsgärten eröffnet
Es war eine schwierige Geburt. Vor mehr als einem Jahr leitete die Kölner Fachverwaltung die erste Beschlussvorlage in die zuständigen Gremien ein. Doch erst in diesem Frühjahr konnte sich der Ausschuss nach mehreren Beratungsrunden darauf einigen, die Kölner Friedhofskultur um neue innovative Bestattungsformen zu ergänzen. Mit der heutigen offiziellen Einweihung und Segnung (Stadtdechant Johannes Bastgen gab dem neuen Bestattungsgarten den Segen seiner Kirche) ist das erste Kooperationsprojekt zwischen einem privaten Anbieter und der Kölner Friedhofsverwaltung entstanden. Und so betonten die Beteiligten in ihren Ansprachen vor allem das "gute Ende", dass mit der Eröffnung des 2750 Quadratmeter großen neuen Grabfeldes nun endlich auch für die Menschen sicht- und erlebbar geworden ist. "Viele haben nicht gewusst, was sich hinter diesem sperrigen Namen verbirgt. Aber die Irritationen sind beiseite geräumt. Nun gilt es, nach vorne zu schauen", erklärte Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes den rund 200 anwesenden Gästen und Besuchern.
Friedhofskultur im Wandel
Die Stadt und die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner als privater Kooperationspartner wollen mit der Einrichtung dieser neuen Bestattungsformen auf die geänderte Trauer- und Friedhofskultur reagieren. Bereits der Deutsche Städtetag hatte in einem Positionspapier eine Erweiterung der Angebotspalette gefordert. Und so eröffnete die rückwirkend beschlossene neue Friedhofssatzung der Stadt Köln auch Bestattungsformen, die es bislang im städtischen Angebot nicht gab. Dass mit der Integration neuer Konzepte zugleich auch die Bestattungsgebühren insgesamt deutlich zurückgingen, haben die Verantwortlichen bereits in den zuständigen politischen Gremien betont. Nun gibt es ab diesem Jahr neben den Bestattungsformen auf dem neuen Gräberfeld auf dem Melatenfriedhof auch weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel Patenschaften oder die so genannte "Naturwaldbestattung". "Friedhöfe sind immer auch ein Zeichen des Glaubens. Sie helfen den Lebenden, indem sie als Ort der Ruhe die Möglichkeit geben, zu trauern", ergänzte Stadtdechant Prälat Johannes Bastgen
Aus Sicht von Stadtverwaltung und Friedhofsgärtnern macht die neue Form der Zusammenarbeit durchaus Sinn. Neben niedrigeren Gebührensätzen für die betroffenen Familien wird zugleich auch das Angebot an Bestattungs- und Trauerformen erweitert. "Wir wollen mit dem neuen Grabfeld progressiv auf die Herausforderungen reagieren. Viele Bestattungsangebote vermitteln heute eher den Eindruck von Beerdigungen zweiter Klasse", erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Kölner Friedhofsgärtner, Marc Zilken. "Wir wollen damit vor allem den Bedürfnissen der Menschen nachkommen, um endlich den unsäglichen Bestattungstourismus zurückzufahren", ergänzte der Geschäftsführer der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner, Josef F. Terfrüchte. In den Vorjahren beobachteten die Verantwortlichen den Trend, dass immer mehr Kölner Familien ihre verstorbenen Angehörigen nicht in Köln sondern zumeist in den Kölner Umlandgemeinden beerdigen ließen. Dabei sind alleine auf den 55 städtischen Friedhöfen (insgesamt gibt es 59 Friedhöfe in Köln) derzeit knapp die Hälfte aller Friedhofsflächen nicht belegt.


























