26. 05. 2012
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Kölner startet Weltrekordversuch
Ralf Voigt, 48 Jahre alt, hat ein Ziel. Er will mit seiner Lebensgefährtin im Sommer dieses Jahres innerhalb von nur 18 Tagen die Außengrenze der Bundesrepublik Deutschland mit Motorrad abfahren. Dafür arbeitet der freiberufliche Fotograf seit inzwischen fünf Monaten mit wachsendem Aufwand. Schließlich gilt es auch, Gelder für einen Guten Zweck einzusammeln. Empfänger des späteren Spendenschecks ist die Deutsche Krebshilfe e.V. mit Sitz in Bonn. In der ehemaligen Bundeshauptstadt soll die Reise am 1. Juli dieses Jahres auch losgehen, hat sich das Paar aus Köln-Bocklemünd vorgenommen. "Ich hatte mir immer schon gewünscht, eine längere Motorradreise zu unternehmen. Aber ich bin nicht mutig genug für Motorradtouren in den Orient", gesteht der 48-Jährige. Und so machte sich Voigt auf die Suche nach einer Mischung aus Wunscherfüllung, Projektarbeit und einem Guten Zweck. Und fand sie schließlich in heimischen Landen.
Rekordversuch für das Guiness-Buch
"Es gab bereits einen Motorradfahrer, der die Außengrenze der Bundesrepublik Deutschland abgefahren ist. Aber das war vor dem Mauerfall und er brauchte dafür drei Monate", berichtet der 48-Jährige. Und so meldete er sich kurzerhand bei den Verantwortlichen der Guiness-Foundation an. Die haben sein Anliegen inzwischen offiziell als Weltrekordversuch anerkannt. Allerdings müssen derzeit noch die Bedingungen abgestimmt werden, um tatsächlich den Nachweis erbringen zu können, diese Reise tatsächlich vorgenommen zu haben. Für den Motorradfan ist das allerdings nur ein "lustiger Nebeneffekt". Schon jetzt gibt es eine erstaunlich große Resonanz aus der gesamten Republik. Auch in den sozialen Netzwerken ist Voigt aktiv. Sein Twitter-Account hat bereits über 100 "follower" und auch bei Facebook postet der Weltrekord-Kandidat die jüngsten Entwicklungen für seine große Tour.
Nach dem Start in Bonn geht es zunächst in Richtung Westen. Am Dreiändereck bei Aachen wird die Umrundung der Republik dann losgehen. Geplant ist, die Republik im Uhrzeigersinn und in nur 18 Tagesetappen zu umrunden. Sein Gefährt ist eine mehr als 20 Jahre alte BMW K 100 RT. "Man muss schon etwas Außergewöhnliches machen, um mit solchen Benefizprojekten Aufmerksamkeit zu erzeugen", beschreibt er seine bisherigen Erfahrungen. Bei der Akquise geht Voigt behutsam vor, dabei ist sein Ziel ehrgeizig. Bis zum 18. Juli will der Kölner mindestens 50.000 Euro an die Krebshilfe spenden. Das Reisebudget mit geschätzten 8.000 Euro will sich Voigt ebenfalls über Sponsoring sichern. "Unterstützer erhalten Werbeflächen auf dem Motorrad und unbefristet auf der Internetseite", wirbt der 48-Jährige. Alles, was über das eigentliche Reisebudget hinausgeht, soll dem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden. Bei seinen Zwischenstopps in den Grenzstädten wollen die beiden auf jeden Fall auch mit der Sammelbüchse Gelder sammeln. "Das geht direkt an die Krebshilfe", versichert Voigt.
Die bisherigen Antworten aus den verschiedenen Eckpunkten der Republik scheint dem Initiator Recht zu geben. "Ein Museum aus Anklam will mir einen Kaffee ausgeben und in Niederbayern sind wir im Juli die Attraktion des Tages", beschreibt Voigt das Interesse. Vor allem in den beiden Freistaaten Sachsen und Bayern war das Interesse groß, auch in Baden-Württemberg komme er gut voran. In vielen Städten werden Empfänge bei den Bürgermeistern organisiert. Deutlich weniger Interesse bringen die Kommunen am Niederrhein dem Weltrekordversuch des Kölners entgegen, wie Voigt kritisch anmerkte. Trotz der positiven Rückmeldungen und der ersten Zusagen fehlen dem Kölner und seiner Lebensgefährtin aber noch weitere Unterstützer. Voigt aber ist fest davon überzeugt, dass er bis zum offiziellen Start am 1. Juli das Reisebudget zusammen hat.
Volle Rückendeckung kommt auch von der Stadt Köln und deren Tourismus-Gesellschaft KölnTourismus. "Die haben uns prompt zu Köln-Botschafter ernannt", erklärt er. Einen direkten finanziellen Nutzen will er aus der Motorrad-Tour nicht ziehen, wohl aber einige Ideen. Schon jetzt ist klar, dass mit dem Vorhaben auch der Aufwand wächst. Ein Film und ein Bildband sollen entstehen, außerdem will Voigt seine Erfahrungen auch auf der eigens dafür geschaffenen Internetseite darbieten. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine solche Tour auch andere Touren-Liebhaber begeistert", hofft er, "und das müssen ja nicht nur Motorradfahrer sein; auch für Autofahrer ist die Tour geeignet." Bevor es aber so weit ist, steht noch eine weitere wichtige Station auf der Agenda der beiden Tourenplaner. Vor dem offiziellen Start wollen sie heiraten und die Weltrekordtour als Ehepaar starten.
Einen laufenden Überblick über den Stand der Vorbereitungen für den Weltrekordversuch finden Sie auf der Projektseite im Internet: www.grenzerfahrung-2010.de.


























