25. 05. 2012
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Kölner Weiher: Der schwierige Weg zum natürlichen Gleichgewicht
Einige kapitale Burschen gingen den Mitglieder des Coelner Angelvereins und den Rheinischen Fischereiverbandes am heutigen Donnerstag in die Fangnetze und Köcher. Seit den frühen Morgenstunden verschaffen sich die Experten einen Überblick über den Fischbesatz im Kulturgewässer im Inneren Grüngürtel. Unter den bis zum späten Vormittag gefangenen Exemplaren gehörten unter anderem ein 56 Zentimeter messender Karpfen und eine 43 Zentimeter lange Brasse. Beide gehören zur Gruppe der so genannten Friedfische und genau hier steckt ein Teil des Problems. Es gehört zu den Erkenntnissen aus der öffentlichen Debatte, dass die Lebewesen in den 14 Kölner Parkweihern nicht Teil eines funktionierenden, ökologischen Naturraums sind. "Alle Parkgewässer haben einen zu hohen Fischbesatz. Das lässt sich schon jetzt absehen. Wir haben aber auch ein strukturelles Problem", erläuterte Dr. Joachim Bauer vom Kölner Amt für Landschaftspflege und Grünflächen.
Gemeint ist das Missverhältnissen zwischen so genannten Friedfischen und Raubfischen wie Zander oder Barsch. Davon gab und gibt es auch im Aachener Weiher deutlich zu wenig, wie Josef Ludwig, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Coelner Angel- und Gewässerschutzvereins, den anwesenden Pressevertretern erläuterte. Bis zum späten Vormittag holten die Mitarbeiter mit 50 Meter langen Stellnetzen und einem mit einer Stromquelle verbundenen Fangköcher rund 100 Karpfen aus dem Aachener Weiher. Hinzu kamen weitere 25 Rotaugen und Brassen. Unter den Raubfischen waren lediglich rund 20 Barsche dabei, einen Zander habe man zwar gesehen, nicht jedoch einfangen können. Sorge bereitet den Fischexperten das mögliche Auswildern artfremder und nicht-heimischer Fischarten. Der Giebel oder auch Silberkarausche steht den Goldfischen nahe und hat eigentlich in den künstlichen Gewässern nichts verloren. Er wird nach Angaben der Verantwortlichen der Verwertung zugeführt. Die Karpfen sollen ebenso wie die anderen gefangenen Friedfische in andere Gewässer, unter anderem auch in den Heider Bergsee umgesiedelt werden. Die wenigen Raubfische wurden wieder in den Aachener Weiher zurückgebracht.
"Wir wollen uns einen Überblick verschaffen. Die Maßnahme dient vor allem der Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichts und damit einem gesunden Stadtgewässer", erklärte Dr. Frank Mols vom Rheinischen Fischereiverband. Der Biologe und seine Mitstreiter untersuchen dabei nicht alleine die Fischbestände. Auch die bodennahen Schichten sowie die Wasserzusammensetzung werden analysiert. Sinn und Hintergrund ist es, möglichst bald ein mittel- bis langfristiges Konzept für die 14 Kölner Parkgewässer vorzustellen. Zunächst aber steht für die ehrenamtlichen Helfer der beiden Organisationen die Bestandsaufnahme auf dem Programm. Und die sieht für jeden der 14 zu untersuchenden Gewässer jeweils einen ganzen Tag mit Netz, Köcher und Sammelbecken vor. Daran schließt sich die Dokumentation der Fänge und der anderen zu untersuchenden Faktoren an. Bis Mitte Oktober dieses Jahres – vor Beginn der Winterruhe der Fische – soll die Bestandsaufnahme abgeschlossen sein. Die Kosten des zu erstellenden Gutachtens samt der Vorarbeiten liegen nach Auskunft der Beteiligten bei rund 12.000 Euro. Das soll Grundlage eines mittel- bis langfristigen Bewirtschaftungskonzepts werden, hieß es dazu weiter. Wann das in die politischen Gremien eingebracht werden kann, ließen die Beteiligten allerdings offen.
Hintergrund
Der Coelner Angel- und Gewässerschutzverein hat neun der 14 Kulturgewässer von der Stadt gepachtet. In vier Gewässern dürfen die Mitglieder des Vereins Angenehmes und Nützliches miteinander verbinden und die eigenen Angelruten auswerfen, fünf weitere sind so genannte Betreuungsgewässer. Weitere Informationen zum Coelner Angel- und Gewässerschutzverein finden sie auch im Internet unter: www.cagev.de.


























