26. 05. 2012
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Kölner Zoo hofft auf Tigernachwuchs
(ehu) Kölns Zoodirektor Theo Pagel ist guter Hoffnung: Im Spätherbst erwartet er Nachwuchs bei den Amur-Tigern – den ersten seit 20 Jahren. Sein Optimismus gründet sich auf "fünf sehr intensive und aktive Tage" des neuen Tigerpärchens Altai und Hanya Ende Juli. "Da konnten wir zahlreiche Deckakte beobachten", erzählt er.
Ganz sicher ist er allerdings nicht. Sollte Tigerkatze Hanya Ende dieses Monats wieder rollig werden, haben die heißen Liebestage wohl nicht den Erfolg gebracht, den das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) braucht. Aber Tigerkater Altai ist gut in Form. Schließlich hat er – seit er Ende April nach Köln kam – ordentlich abgespeckt. Mit täglich sechs bis acht Kilo Fleisch, Knochen inklusive, ist er aber auch zufrieden. Gut 200 Kilo dürfte er wiegen, Schätzt Pagel, 60 mehr als seine Gattin.
In der freien Wildbahn Ostsibiriens drohen die Amurtiger auszusterben
In freier Wildbahn leben heute nur noch rund 4000 der größten Katzenart. Nach ihrem Verbreitungsgebiet um die russisch-chinesischen Grenzflüsse Amur und Ussuri heißen sie auch Sibirische Tiger. Durch Raubbau in den Wäldern und weil ihre Knochen und Krallen in der traditionellen chinesischen Medizin begehrt sind. Ein Zuchtprogramm soll zu ihrer Erhaltung beitragen, rund 200 Tiere leben in europäischen Zoos.
Die siebenjährige Hanya kam am 1. April nach Köln, geboren wurde sie im südfranzösischen Safaripark Plaisance-du-Touch bei Toulouse. Altai, drei Jahre alt, kommt aus aus dem Howletts Wild Animal Park nahe dem südenglischen Canterbury. Die beiden haben sich von Anfang an vertragen, auch wenn sie zunächst in unterschiedlichen Käfigen untergebracht waren. Doch durch das Trenngitter prusteten sie sich an – ein eindeutiger Vertrauens-, gar Liebesbeweis.
Bei der Partnerwahl sind die Tigerweibchen äußerst wählerisch
Das klappt bei der Zusammenführung von Tigerkatze und -Kater nicht immer. Bei Mery etwa, Hanyas Vorgängerin im Kölner Zoo, konnte kein Männchen landen. Sie starb im vorigen Jahr, 14 Jahre alt. Da ihre Eltern als Wildtiere gefangen wurde, galt sie als "genetisch wichtiges Zuchttier", das dann allerdings keine Nachkommen hinterlassen hat. Der Nachwuchs von Hanya und Altai darf höchstens 18 Monate bei seinen Eltern bleiben, dann wird das Gehege zu klein. Doch andere Zoos warten schon darauf, die Jungtiere aufzunehmen.
Kölns Pärchen widerlegt im Übrigen die Behauptung, dass Tiger Einzelgänger sind. "Auch in freier Wildbahn kommen Pärchen, oft sogar kleine Rudel vor", berichtigt Zookurator Alexander Sliwa tradiertes Wissen.


























