26. 05. 2012
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Kölner Zoo schützt weltweit Tiere
(js) In zehn Jahren vom einfachen Naturreservat zum Nationalpark und UN-Weltkulturerbe, elf bislang unbekannte Amphibien- und Reptilienarten entdeckt, den Naturschutzgedanken bekannt gemacht; Menschen haben als Ranger Arbeit gefunden, demnächst sollen in Zoos gezüchtete Affen ausgewildert werden, um die dortigen Restbestände aufzufrischen – das bisherige Engagement des Kölner Zoos in Zentralvietnam kann sich sehen lassen. Aber es bleibt noch Einiges zu tun. "Wir müssen den Vietnamesen neue Verdienstmöglichkeiten eröffnen", sagt Kölns Zoodirektor Theo Pagel. Denn um der Armut zu entgehen, werden immer wieder illegal Bäume gefällt und für die "chinesische Medizin" auch geschützte Tiere gejagt.
Das Projekt in Phang Na/Ke Bang ist nur eines von zehn Projekten zum Artenschutz, in denen sich der Kölner Zoo engagiert. Nur der Zoo im US-amerikanischen St. Louis betreibt den gleichen Aufwand. Beide sind damit Spitzenreiter im "Ranking" von derzeit weltweit 197 Projekten. Betreut werden sie von der "World Association of Zoos and Aquariums" (WAZA). Diese hat 300 Mitglieder und vertritt indirekt 1300 Zoos und Aquarien auf allen Kontinenten. Vor zehn Jahren hoben sie die Aktion "Biodiversity is Life" ins Leben. In dieser Woche trifft man sich in Köln, um Bilanz darüber zu ziehen.
Der globale Artenschutz hat zwei Schwerpunkte. Der eine ist die Zucht bedrohter Tierarten in den Zoos, bisweilen mit dem Ziel, sie später auszuwildern. Der andere ist der Erhalt und Schutz von ganzen Ökosystemen, in denen die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung freileben können. Zoo und Aquarium kommt dabei die wichtige Rolle der Vermittlung des Artenschutzgedankens zu, so WAZA-Präsident Mark Penning. Jährlich können weltweit 700 Millionen Besucher erreicht werden, wobei die westlichen eine wichtige Vorreiter spielen. "Ohne eine intakte Natur kann die Menschheit nicht überleben", mahnte er. Und weil zur Natur nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen gehören, arbeiten neuerdings auch die Botanischen Gärten bei "Biodiversity is Life" mit.
Rund 66 Tierarten sind heute schon in der Natur ausgestorben, haben aber in Zoos überlebt. Dazu gehört auch eine Taubenart auf der mexikanischen Pazifikinsel Socorro. In einigen Zoos wie dem Kölner und bei Privatzüchtern haben aber einige Exemplare überlebt, die Bestände sind jetzt so groß, dass an eine Auswilderung gedacht werden kann – "vorausgesetzt, das dort stationierte Militär rottet die vom Menschen angesiedelten Ratten, Ziegen und Katzen aus, die schuld am Ende der Tauben sind", erklärt Pagel. Auch bei Okapis, Schneeleoparden, Gelbbrustkapuzineraffen oder Elefanten ist Köln bei der Zucht weltweit vernetzt.
Gefördert werden weiter Projekte, in denen ein Ausgleich zwischen Artenschutz und den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung gefunden werden muss. Dies gilt etwa für Elefanten, die in Nepal regelmäßig Felder abfressen, oder für Nilpferde und Krokodile, die in den Flüssen von Swasiland den Menschen gefährlich werden. Statt sie abzuschießen, werden sie nun umgesiedelt. 250.000 Euro bringt der Zoo jährlich für sein Engagement auf, hinzu kommen Sponsorengelder. Weltweit lassen sich die Zoos ihre 197 Schutzprojekte 350 Millionen US-Dollar kosten.


























