26. 05. 2012
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Kommen gut an: legale Wandbilder auf der Zoomauer
(ehu) Seit einem guten halben Jahr sind 320 Meter der Zoomauer entlang der Riehler Straße mit 14 Wandbildern geschmückt. Jetzt wollten Studierende der Katholischen Hochschule wissen: Wie kommt diese Kunst im öffentlichen Raum an? In ausführlichen Interviews befragten sie 223 Menschen. Jetzt wurde das Ergebnis vorgelegt. Wichtigste Aussage: Denen, die die Bilder kannten, gefiel die neue Zoomauer mit dem Motto „ARTgerecht – gesprühte Kunst für den Kölner Zoo“ durchweg.
Befragt wurden 40 Anwohner, 87 Passanten, meist Zoobesucher, und 96 Teilnehmer einer offenen Facebook-Gruppe im Internet. Etwas enttäuschend für die Organisatoren der Mauerbemalung – dem Kölner Künstlerduo „Debug Visuals“ in Zusammenarbeit mit den „Mittwochs Malern“ – dürfte sein, dass die Mehrheit der Interviewten das längste Bild Kölns trotz reichlich Berichterstattung in den Medien nicht kannten. Für die Anwohner galt das natürlich nicht.
Die meisten machen sich Sorgen, dass die Graffiti von anderen Sprayern übermalt werden
Das positive Urteil kam vor allem von denen, die einen Vergleich mit dem früheren Zustand hatten, als die Mauer noch wild und illegal besprüht war. Bei genauerem Nachfragen zeigte sich dann, dass vor allem Tiere und Landschaften als Motiv gefielen, Schriftbilder dagegen weniger. Gespraytes kam dabei besser an als mit Pinsel und Farbe Gemaltes.
Weniger als die Hälfte geht davon aus, dass die Graffiti das erste Jahr unbeschädigt überstehen. Die Mehrheit erwartet, dass sie übermalt werden. Eine erste Übermalung hat es im Übrigen schon gegeben. Die verwendeten Motive lassen auf Tierschützer schließen, die gegen die Haltung von Tieren im Zoo protestieren.
Geteilte Meinung: Harte Strafen oder "legale" Flächen für illegale Sprayer?
Überraschend war für FH-Professor Werner Schönig, der als Experte für „soziale Räume“ das Studienprojekt betreute, dass die Befragten ein Bild vom „typischen“ Sprayer haben, dass durchaus der Realität entspricht: überwiegend männlich, zwischen 15 und 24 Jahre alt, modisch, aber nicht auffallend gekleidet, eher mittlerer bis gehobener Bildungsstand.
Gespalten waren die Vorstellungen zum Umgang mit „illegalen“ Sprayern. Während die Anwohner mehrheitlich für harte Strafen waren, wünschten sich die anderen, dass „legale“ Flächen zur Verfügung gestellt werden. Dabei wurde aber auch Wert auf die Qualität der Graffiti gelegt: Wenn sie „Kunst“, also gut gestaltet, sind, werden sie eher akzeptiert als Vandalismus, wie er sich in den wilden Tags zeigt, den Namenszeichen der Sprayer.


























