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25. 05. 2012
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Melatens Denkmale jetzt digitalisiert


19.07.2010 16:56 von:

Schlagwörter: Köln,Melaten,Friedhof,Grabmal,Denkmal,Bestandsaufnahme,Napoleon,Statz,Kaymer

(js) Der Melaten-Friedhof ist für Köln mehr als nur eine der beliebtesten Begräbnisstätten. Er ist mit seinen Bäumen und Grünanlagen eine grüne Lunge und beliebtes Ziel für Spaziergänger. Er ist ein Spiegel der Stadtgeschichte, der Menschen, die sie prägten, und deren wechselhaften Umgang mit dem Tod. Zu seinem 200. Geburtstag – der Friedhof wurde unter Napoleon als erster Friedhof außerhalb der Stadtmauern angelegt – schenkt sich die Stadt ein digitales Verzeichnis der denkmalgeschützten Grabmale. Am Montag wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt.

2419 Grabmale waren schon bis zum Jahr 2002 unter Denkmalschutz gestellt worden. Jetzt wurde diese Liste um 130 "denkmalwerte" ergänzt, bis diese endgültig zum Denkmal werden, ist noch etwas Bürokratie nötig. Bei den Beispielen aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird man sich wohl etwas länger Zeit lassen, um "etwas Abstand zu gewinnen", so Kölns oberste Denkmalschützerin Renate Kaymer. Rund 55.000 Gräber mit den entsprechenden Erinnerungsmahnmalen gibt es auf Melaten. Sie alle wurden vom Kölner FH-Architekturprofessor Michael Werling und dessen Ehefrau Marianne Vogt-Werling im Auftrag des städtischen Denkmalamtes seit 2008 unter die Lupe genommen. 600 Grabdenkmäler fanden ihre Aufmerksamkeit, 130 wurden dann von einer Kommission, der auch das Landesdenkmalamt als "denkmalwert" eingestuft. Die anderen fielen durch das Raster, in dem Stil, Seltenheit oder der herstellende Steinmetz wichtige Kriterien waren.

Alle Objekte sind nun in einer digitalen Bestandsaufnahme aufgelistet mit genauer Beschreibung, Standort und Entstehungsjahr. Alle städtischen Ämter haben darauf Zugriff, vor allem Friedhofsamt, Grünflächen- und Denkmalamt können so erforderliche Maßnahmen angehen und koordinieren. Wichtigste Rubrik dürfte die Zustandsbeschreibung sein. Zwar sind 1.894 in gutem Zustand und brauchen keine Sanierung, 177 aber sind so schlecht erhalten, dass eine Sanierung innerhalb der nächsten fünf Jahre nötig ist, bei 47 ist sogar der Denkmal-Status gefährdet.

Billig wird die Sanierung nicht, rund 3,5 Millionen Euro werden nötig sein, schätzt Werling. Den Großteil davon – 80 Prozent – wird die Stadt als deren Besitzer aufbringen müssen, den Rest die privaten Besitzer. Woher das Geld in den Zeiten knapper Etats kommen soll, weiß Kaymer nicht, der aktuelle Feuerwehrfond für solche Arbeiten beträgt gerade mal 20.000 Euro – so viel kostet im Schnitt die Sanierung eines Grabmals. Immerhin gibt es schon eine Prioritätenliste. Die umfasst sechs Punkte: für welche (Erweiterungs-)Epoche des Friedhofs steht das Grabmal (aus dem Gründungsjahr sind nur noch 9 Prozent der Grabsteine erhalten), wie alt sind sie (nicht jedes Grab erhielt sofort einen Grabstein, aus der Zeit vor 1850 gibt es nur noch 30 Grabsteine), ist die Gestaltung eher zeittypisch oder – wie zum Beispiel Baldachine – eher selten, sind die Denkmale mit religiösen oder weltlichen Symbolen geschmückt und von welchem Steinmetz oder Bildhauer wurden sie geschaffen (etwa von Vincenz Statz, einem der führenden Kirchenarchitekten und Vertreter der Neu-Gotik in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Um an die erforderlichen Millionen zu kommen, wird über eine Kampagne nachgedacht, wie man zum Beispiel an "Paten" kommt, die ein Denkmal sanieren und pflegen. 200 hat man in den letzten Jahren schon gewinnen können, für viele von ihnen ist dies ein Engagement für die Zukunft: Sie wollen sich unter "ihrem" Grabmal beerdigen lassen. Um eine breitere Öffentlichkeit für dieses Thema zu interessieren und auf den Schatz im Kölner Westen aufmerksam zu machen, wird die Bestandsaufnahme im September auch als Buch mit CD-Rom erscheinen.







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