25. 05. 2012
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Modellprojekt "Klimagerechte Metropole" soll der Stadt helfen, sich besser an den Klimawandel anzupassen.
(js) Köln wird grün – das hat noch der alte Rat beschlossen, um auf Dauer die CO²-Bilanz zu verbessern. Wo aber genau künftig eine Allee angelegt wird, Bäume auf Parkplätze gepflanzt werden oder eine Fläche zugunsten einer Grünanlage entsiegelt wird, das kann künftig auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungsergebnisse entschieden werden: Am heutigen Montag unterzeichneten die Vertreter des deutschen Wetterdienstes DWD und des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz LANUV in Köln den Kooperationsvertrag des über zwei Jahre laufenden Modellprojekts "Klimagerechte Metropole". Und Kölns Umweltdezernentin Marlis Bredehorst war "stolz und dankbar", als erste Stadt davon profitieren zu können.
Dass der Klimawandel hierzulande angekommen ist, sei offensichtlich, so LANUV-Präsident Heinrich Bottermann. Zeichen dafür seien Starkregen-Katastrophen wie dieses Jahr in Essen, Hitzesommer wie 2003 oder Sommernächte, die bis nach Mitternacht nicht abkühlen. Aufgabe seines Amtes sei, Städte und Ballungsräume rechtzeitig auf Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Der DWD startet dafür am Beispiel Köln ein umfangreiches Messprogramm. Neben zwei schon bestehenden Messstationen am Flughafen und in Stammheim sollen zehn weitere im innerstädtischen Gebiet eingerichtet werden. Außerdem wird eine mobile Messeinheit eingesetzt, um Temperatur, Sonnenstrahlung und Niederschläge zum Beispiel an besonderen Wärmeinsel zu messen.
Mithilfe eines Stadtklimamodells sollen die Daten – verbunden mit globalen Klimaprojektionen und älteren lokalen Klimadaten – auf Köln heruntergerechnet werden. Dies ist bis zu einer räumlichen Auflösung von 50 bis 100 Metern möglich. Dabei können auch räumliche Veränderungen wie Baumaßnahmen berücksichtigt werden, ohne dass diese "in der Realität vorgenommen werden müssen". Aus den "Laborergebnissen" könnten dann "konkrete Planungsempfehlungen abgeleitet" werden, erklärte DWD-Vorstandsmitglied Paul Becker. Dies betrifft nicht nur Köln (künftiges) Grün, sondern zum Beispiel auch den Umbau der Kanalisation.
Dass die Umsetzung der "Anpassungsempfehlungen" auch Geld kosten kann, darauf wies Bottermann hin. So weise ein neues Siedlungsgebiet deutlich weniger Baufläche auf, wenn dort mehr zum Klimaschutz mehr Grünfläche ausgewiesen werden müsse. Bredehorst geht allerdings nicht davon aus, dass die Anpassungen Auswirkungen auf den von Stadtplaner Albert Speer vorgelegten und vom Rat abgesegneten Masterplan haben wird – etwa die Verlegung der FH von Deutz in die Südstadt. Sie kann sich aber vorstellen, dass sich daraus Empfehlungen für den konkreten Bebauungsplan ergeben, um etwa Belüftungsschneisen zu erhalten.


























