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26. 05. 2012
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Neue Ausstellung zur Domumgebung


28.05.2010 19:26 von:

Schlagwörter: Köln,Ausstellung,Spanischer Bau,Rathaus,Oberbürgermeister,Domumgebung,Bundeszusc

Nachdem im vergangenen Jahr die Verantwortlichen der Stadt ein herbe Niederlage einstecken mussten, zeigten sich am heutigen Freitagabend Oberbürgermeister Jürgen Roters und Baudezernent Bernd Streitberger zuversichtlich, bei der diesjährigen Förderrunde des Bundes zum Erhalt historischer Baudenkmäler und Weltkulturerbestätten angemessen berücksichtigt zu werden. Dafür wurden in den vergangenen Monaten intensiv mit den Architekten und Fachplanern der Stadt die Gestaltung der neuen Domumgebung, insbesondere am Ostende des Doms, diskutiert. Viele Anregungen sind in die neuen Planungen eingeflossen, hieß es dazu weiter. Schon vor einigen Wochen hatte der verantwortliche Beigeordnete auf einer Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer IHK fast euphorisch die Planungen vorgestellt. Allerdings rief Streitberger angesichts der zurückliegenden "Nicht-Berücksichtigung" auch zur Demut und Bescheidenheit auf. Schließlich hatte die Stadt schon im vergangenen Jahr fest damit gerechnet, dass der Bund dem vorgestellten Konzept zur Gestaltung, insbesondere des Baptysteriums, zustimmen und damit auch entsprechende Fördergelder zusagen werde. Am heutigen Freitagabend eröffneten Oberbürgermeister und Stadtbaudezernent eine Ausstellung, die in den kommenden zwei Wochen im Lichthof des Spanischen Baus zu sehen sein wird. Sie zeigen neben den aktuellen Entwürfen auch die älteren Machbarkeitsstudien. Auch ein meterhohes Modell steht zur Begutachtung bereits und soll den räumlichen Eindruck vermitteln, der sich den Kölnern und ihren Gästen nach dem Umbau bieten wird.

Insgesamt hat sich nach Angaben der Verantwortlichen das Projektvolumen sogar leicht erhöht. Nach 21 im vergangenen Jahr sind es nun 24 Millionen Euro, die zur Förderung vorgestellt werden. Weitere rund sechs Millionen Euro hat die Stadt bereits für die Sanierung des Tunnels an der Ostseite des Doms eingeplant. Die Teilnehmer der verschiedenen Workshops seit Anfang dieses Jahres jedoch einige wichtige Veränderungen vorgenommen. So hatte der Bund bei der letzten Vergaberunde unter anderem den monolithischen Eindruck kritisiert, den der Dom und seine "Platte" von der Ostseite her gemacht habe. Der größte Kritikpunkt war jedoch das Verfahren. Daher hatte die Stadt in der vergangenen Woche bei ihrem offiziellen Antrag (abgeschickt am 20. Mai 2010) auch eine Projektdokumentation als Anhang nach Berlin gesendet. Von der Südseite soll das Lüftungsbauwerk sowie Pflanzenbeete und Bäume und nicht zuletzt die Post- und Verteilerkästen verschwinden und so den Blick auf die gotische Kathedrale freigeben. Treppenauf- und –abgänge zum Museum Ludwig werden ebenfalls abgerissen, die Fahrbahnen Trankgasse an der Nordseite sowie die Tunnelverbindung zum Kurt-Hackenberg-Platz werden schmaler, vor dem Vier-Sterne-Hotel an jenem Platz sollen sogar Bäume gepflanzt werden. Die darunter liegende Nord-Süd-Stadtbahn sei dadurch nicht gefährdet, versicherte Streitberger.

Schwerpunkt ist jedoch die Neugestaltung der Zugänge zum Dionysos-Brunnen und zum Baptysterium. Auch der ebenerdige Zugang zum Gleis 1 des Kölner Hauptbahnhof samt Wendeltreppe wird wegfallen. Statt den verwinkelten Treppen soll ein flach ansteigender Rampenaufgang auch hier den barrierefreien Zugang zur Domplatte gewährleisten. Zum Dionysoshof samt Brunnen soll ein verschließbares, filigranes Tor führen. Auf der nach Osten angrenzenden Tunnelseite, die sich teilweise hinter Säulen verbirgt, soll eine Medienfassade entstehen, die wahlweise für Veranstaltungsankündigungen der Philharmonie oder des Museums Ludwig genutzt werden soll. Die Fußgängerzone unter dem Tunnel, der Verbindungsweg zwischen Hauptbahnhof und den Spielorten der Hochkultur, soll deutlich breiter und damit attraktiver werden. Gerade an dieser Stelle entzündete sich immer wieder Kritik. "Unansehnlich und unwürdig", nannte das Oberbürgermeister Jürgen Roters. Und auch Streitberger ist zuversichtlich, dass die nun vorgelegten Entwürfe bei den Verantwortlichen des Zuschussgebers auf Zustimmung stoßen werden. Im Juli soll in Berlin die Entscheidung fallen. Zwei Drittel der Projektkosten (ca. 24 Millionen Euro) sollen dann vom Bund übernommen werden. Bei einem Gesamtvolumen von 75 Millionen Euro, würde bei einer entsprechenden Zusage, fast ein Drittel der gesamten Fördersumme in die Domstadt fließen. Seine Zuversicht begründete Streitberger mit der Tatsache, "dass auch die Mitglieder der Jury diese Ecke kennen". Bei diesem Förderprogramm übernimmt der Bund zwei Drittel der förderfähigen Projektkosten, überlässt jedoch die Entscheidung einer unabhängigen Jury. Der derzeitige Stand der Entwürfe bedarf jedoch noch weiterer Planungsleistungen, wie Streitberger erläuterte. Das von der Stadt Köln beauftragte Architekturbüro Allmann/Sattler/Wappner entwickelte in diesem Rahmen seine Entwürfe für den Bereich Dionysoshof/Baptisterium weiter und entwarf in Abstimmung mit den Interessenvertreterinnen und -vertretern der Stadtgesellschaft ein städtebauliches Gesamtkonzepts für die Domumgebung. Moderiert wurde das Verfahren von Professor Peter Zlonicky.

Die Ausstellung im Lichthof des Spanischen Baus ist vom 28. Mai bis zum 11. Juni zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, dienstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.







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