26. 05. 2012
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OB auf Grillstreife am Aachener Weiher
Alle Jahre wieder startet mit der Sommerzeit und den hochsommerlichen Temperaturen. Überall in Köln zieht es die Menschen an die frische Luft. Besonders viel ist dann an den Wochenenden los, wenn zur vorlesungs- oder arbeitsfreien Zeit auch noch das Wetter mitspielt. An diesem Wochenende ist so ein Zeitpunkt, wo an den beliebtesten Ecken der Stadt, im Volksgarten, den Poller Wiesen und dem Aachener Weiher der Platz zwischen den Feiernden kaum noch zum Durchgehen reicht. Und genau am Aachener Weiher startete Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters am heutigen Samstag gemeinsam mit dem Ordnungsdienst und den städtischen Abfallwirtschaftsbetrieben AWB eine Aktion für mehr Sauberkeit in den öffentlichen Grünanlagen. 300.000 bis 400.000 Euro pro Jahr kostet die Stadt und damit den Steuerzahler die Sauberkeit in den öffentlichen Parks, wie Pressesprecher Gregor Timmer zu Beginn der heutigen Aktion verriet. Und trotz intensiver Aufklärungsarbeit der städtischen Müllkontrolleure von Stadt und AWB halten sich jedes Jahr einige Menschen nicht an die Gebote der Sauberkeit. Dabei wäre es nicht nur ein Zeichen von Höflichkeit, beim Grillen einige Regeln zu befolgen und seinen Müll hinterher auch wieder zu entsorgen. "Die Menschen sind nicht alleine, andere haben ein Bedürfnis nach Sauberkeit. Immer wieder müssen wir zur Rücksicht animieren", erklärte Kölns erster Bürger vor seinem Rundgang über die Wiese zwischen Aachener Weiher und Bachemer Straße.
"Grillen ist grundsätzlich nicht verboten, außer in Landschaftsschutzgebieten", erklärte Thomas Klein von städtischen Ordnungs- und Verkehrsdienst. Allerdings dürfen die Grillaktivitäten nicht dazu führen, dass das öffentliche Grün geschädigt wird. So sollten Betroffene unter einer Grillschale oder einem Einweggrill einen Mindestabstand von rund 30 Zentimeter halten, damit der darunter liegende Rasen keinen Schaden nimmt. 716 Mal hatten die Mitarbeiter der städtischen Ordnungsbehörde in der vergangenen Saison Personen "angesprochen". Dies reicht von der einfachen mündlichen Verwarnung bis hin zu einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und einem maximalen Bußgeld von 250 Euro. In der Regel kostet das unsachgemäße Grillen zwischen 25 und 35 Euro, dem Höchstbetrag, den der Ordnungs- und Verkehrsdienst im Rahmen seiner Kontrollen aussprechen kann. "Das sind empfindliche Strafen, trotzdem gibt es immer wieder Uneinsichtige", erläuterte der Leiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes, Ralf Mayer. Offenbar scheinen die Kölner ein kurzes Gedächtnis zu haben, denn immer wieder häufen sich die Verstöße zu Beginn einer Grillsaison. Alleine am ersten schönen Aprilwochenende gab es 90 Ansprachen. Im Laufe einer Saison zeigen sich die meisten aber "lernfähig", wie Klein ausführte. Den größten Lerneffekt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den grau-schwarzen Uniformen, wenn sie den Einweggrill hochheben lassen und darunter dann verbrannte Erde zu sehen ist. In solchen Fällen ist es jedoch bereits zu spät und ein Verwarngeld von mindestens 25 Euro wird fällig.
Auch die Hinterlassenschaften solch sommerlicher Wochenenden bereiten der Stadt Kopfzerbrechen. Zwar gibt es seit inzwischen einem Jahr am Aachener Weiher fünf jeweils unterirdische Abfallcontainer mit einem Volumen von jeweils fünf Kubikmeter. Trotzdem verteilen die Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsbetriebe auch in diesem Jahr zusätzlich Müllbeutel an die grillenden Gäste. Zwar kommt ein Großteil der Besucher dem Anliegen nach und entsorgt seinen Müll tatsächlich. Dafür aber machen sich nicht selten Flaschensammler an den abgestellten Müllsäcken zu schaffen, wie ein Mitarbeiter der AWB anmerkt. Und damit landet der Müll häufig wieder dort, wo er eigentlich nicht hingehört. Dabei waren auch heute wieder mehrere Kolonnen der in orange gekleideten AWB-Teams vor Ort unterwegs, um Müllsäcke zu verteilen und Unrat zu beseitigen. In der Spitze werden an solchen Sommerwochenenden alleine am Aachener Weiher bis zu 30 Mitarbeiter in fast zehn Kolonnen eingesetzt, wie Christiane Babiak von der AWB erläuterte. Pro Jahr beträgt das Müllaufkommen in der Kategorie "Picknick-Reste" zwischen 400 und 500 Kubikmeter. Alleine am zurückliegenden Pfingswochenende sammelte die AWB rund 125 Kubikmeter Müll auf den Wiesen der Domstadt ein. Das entspricht 15 bis 20 vollbeladenen Kastenwagen der AWB. Beim heutigen Rundgang hingegen gab es fast nur vorbildliche Griller. Als kleines Dankeschön für diese vorbildliche Nutzung des öffentlichen Grüns erhielten sie aus der Hand des Oberbürgermeisters sogar ein Geschenk, passenderweise ein Grillfeuerzeug.


























