26. 05. 2012
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Oberbürgermeister geht jede Wette ein: Kölner sind großzügig
Normalerweise gehört das Wettspiel nicht zu den vorrangigen Aufgaben eines Oberbürgermeisters. Aber wenn es der guten Sache dient, darf man auch mal eine Ausnahme machen. Genau diese Ausnahme wird im Mai zur Realität, dann nämlich wettet Jürgen Roters in seiner Funktion als Stadtoberhaupt der Millionenstadt am Rhein, gegen Almaz und Karlheinz Böhm im Rahmen einer "Städtewette" zum 30-jährigen Bestehen der Aktion "Menschen für Menschen". Die hatte der erfolgreiche Film- und Fernsehschauspieler vor knapp 30 Jahren, genauer am 16. Mai 1981, in der Fernsehsendung Wetten, dass.....?" praktisch gegründet. Er wettete damals, dass nicht jeder dritte Zuschauer 1 Deutsche Mark beziehungsweise einen Schilling für Notleidende in der Sahelzone spenden würde. Er gewann zwar die Wette, trotzdem kam die beachtliche Summe von 1,2 Millionen Deutsche Mark zusammen. Weil die Aktion so positiv aufgenommen und von so vielen Menschen unterstützt wurde, gründete Böhm am 13. November des gleichen Jahres seine Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" in Deutschland.
In diesem Jahr startet Böhm und seine Ehefrau Almaz eine Fortsetzung der legendären Wette aus dem Jahr 1981. 30 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sammeln Spenden für den Bau von Schulen in Äthiopien. Alleine in Deutschland beteiligen sich 21 Städte von Kiel bis München. In NRW gehen neben Köln auch Aachen und Castrop-Rauxel an den Start, wie das städtische Presseamt am heutigen Donnerstag bekannt gab. Die Notwendigkeit einer Spendenaktion in diesen Landstrich des Schwarzen Kontinents belegen einige wenige Zahlen. Während in NRW darüber gestritten wird, ob und wie man die Quote der U3-Betreuung auf 40 statt der gesetzlich vorgeschrieben 35 Prozent ausbauen will, haben die Verantwortlichen in Äthiopien ein ganz anderes Problem. Hier besuchen sage und schreibe 40 Prozent aller Kinder überhaupt keine Schule, 60 Prozent der Erwachsenen können nicht lesen. Mit dem Bau neuer Schulen soll der Bevölkerung ein Weg aus der Armut ermöglicht werden. Die Städtewetten können mit ihren Erlösen einen entscheidenden Beitrag für Bildungschancen in Äthiopien leisten, betonten die Verantwortlichen.
In Köln sieht die Wette wie folgt aus: Oberbürgermeister Jürgen Roters wettet gegen die "Menschen für Menschen" – Gründer. Er ist davon überzeugt, jeden dritten Kölner zu einer Ein-Euro-Spende bewegen zu können. Köln hat derzeit 1.027.500 Einwohner, das macht unterm Strich eine Summe von 342.500 Euro. Vom 2. Mai bis zum 9. Juni 2011 hat der Oberbürgermeister Zeit, diesen Betrag einzusammeln. Er setzt auf die Unterstützung der Kölner Bürgerinnen und Bürger sowie prominenter Wettpaten. Verlieren Almaz und Karlheinz Böhm, werden sie ein äthiopisches Kulturevent in Köln ausrichten. Verliert der Oberbürgermeister, wird er mit den Wettpaten einen persönlichen Einsatz bringen, hieß es dazu abschließend.


























