26. 05. 2012
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Okölogie und Ökonomie ist kein Widerspruch
Aktiver Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind nicht nur mit Kosten und Investitionen verbunden, sie sorgen auch für höhere Erträge, geringere Kosten und damit für mehr Wirtschaftlichkeit im Betrieb. Dass dies nicht nur Anspruch der Projektverantwortlichen sondern gelebte Realität ist, war am heutigen Mittwochmittag Thema eines Treffens der 13 teilnehmenden Betriebe aus Köln und dem Umland sowie der acht Projektträger, die sich aus Anlass dieses Wettbewerbs zusammengeschlossen haben. Die wichtigste Erkenntnis nach einem halben Jahr Projekterfahrung: Auch mit kleinteiligen Maßnahmen lassen sich in der Summe erhebliche Betriebsausgaben einsparen und zugleich die Klimabilanz, gemessen am Ausstoß von Kohlendioxid, verbessern. "Das Projekt ist ein Leuchtturm für die Stadt. Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der Ideen", lobte Dezernentin Dr. Agnes Klein, die derzeit auch als kommissarische Umweltdezernentin fungiert. "Die Stadt will Impulse setzen und die Nachdenklichkeit wecken. Damit soll das Bewusstsein für Öko-Profit gestärkt werden", so Klein weiter.
Vor allem mittelständische und kleinere Unternehmen haben im März den Startschuss mitgemacht und in einer Bestandsanalyse den eigenen Ressourcenverbrauch kritisch hinterfragt. Vor allem bei Beleuchtung und Heiz- und Klimatechnik lassen sich Ausgaben einsparen. So manches Investment – wie der Austausch der Leuchtsysteme – hat sich dabei für die teilnehmenden Unternehmen bereits nach einem Jahr amortisiert, in anderen Fällen nach zwei Jahren. Mit dem fünften von insgesamt acht geplanten Abfall-Workshops sowie dem dritten bzw. vierten Vor-Ort-Termin habe man nun etwa die Hälffte des auf ein Jahr laufenden Programm hinter sich gebracht. Nach ersten kleineren Maßnahmen sollen nun auch andere größere Projekte in die Realisierungsphase kommen. Der Industriebetrieb Kronberger Profil aus Leichlingen beispielsweise will mit Investitionen in Höhe von 50.000 Euro pro Jahr gleich 54.000 Euro einsparen. Neben der umfänglichen Kommunikation nach innen (zur Stärkung des Umweltbewusstseins). Heizanlagen sollen optimiert, Lastspitzen reduziert und energiesparende Hallenbeleuchtung stehen dabei ebenso auf der Maßnahmeliste wie ein neues Abfallmanagement- und ein Oberflächenentwässerungskonzept. Schließlich trägt auch die Umstellung auf "Green-IT" zusätzliche Einsparpotentiale. Insgesamt wolle man so pro Jahr 40 Tonnen Abfall, 350.000 Kilowattstunden und damit 123 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Das Unternehmen zählt mit rund 100 Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von rund 45.000 Quadratmeter zum Mittelstand.
Aber auch für deutlich kleinere Betriebe eignet sich Öko-Profit. Die Krieler Welle im Kölner Stadtteil Lindenthal ist dafür Paradebeispiel. Das privat geführte Schwimmbad (ein Becken mit 5x15 Metern) hat täglich an zehn bis 14 Stunden geöffnet. Pro Jahr kommen rund 27.000 Gäste, vom Kleinkind bis zum Rheuma-Patienten. "Die Temperatur des Wasser von derzeit 32 Grad Celsius können wir nicht einfach so herunterschrauben. Das würden unsere Kunden nicht akzeptieren", erläuterte eine Unternehmensvertreterin den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern. Dass am Ende pro Jahr doch rund 3500 Euro und einiges an Energie eingespart werden konnte, liegt an der Kreativität der Betreiber. Den größten Batzen bei den Einsparungen machten die bis dahin üblichen Einmalschuhe aus. Die wurden bislang jedem Badegast in der "Schwimmschule" zugereicht, wenn er dort verweilte. "Nicht alle wollten das akzeptieren. Aber nachdem wir dieses Vorhaben erläutert haben, war die überwiegende Mehrheit einverstanden", erläuterte die Projektleiterin weiter. Aktiver Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften, so das grundlegende Fazit der heutigen Zwischenbilanz, kann sich sehr schnell rechnen. Und in der Summe kann sich das für Ökologie und Ökonomie lohnen. Der Kölner Hersteller von Sterilisierungstechnik, die Firma Lautenschläger aus dem Kölner Süden, hält einen anderen Rekord. Kurz nachdem man das Projekt im Unternehmen ans Schwarze Brett schlug, landeten bei der Projektleitung bereits 60 Verbesserungsvorschläge. Dadurch soll der Gesamtenergiebedarf um fünf Prozent reduziert werden. Ähnlich wie im Falle des Teilnehmers Kolping-Hotel an der St-Apern-Straße will man die eingereichten Vorschläge bei zukünftigen Investitionen zum Beispiel in den Gebäudebestand berücksichtigen. So ist auch langfristig der Erfolg des Projekt gesichert.
Das Projekt Öko-Profit startete im März dieses Jahres mit einer Kickoff-Veranstaltung im Kölner Rathaus (Köln Nachrichten berichtete). In acht Workshops und Beratungstermine durch die Umweltberatung B.A.U.M. Consult GmbH aus Hamm und Consulting Dr. Saumweber sollen die Teilnehmer für Umwelt- und Klimaschutzfragen sensibilisiert und bei der Umsetzung der Maßnahmen konstruktiv begleitet werden. Neben der Stadt Köln gehören unter anderem auch die beiden Kammern und der stadtnahe Versorger RheinEnergie AG dem Initiativkreis Ökoprofit an.


























