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26. 05. 2012
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Petrusbrunnen wird am Wochenende eingeweiht


01.07.2010 08:41 von:

Schlagwörter: Köln,Bürgergesellschaft,Petrusbrunnen,Wiederaufbau,Dom,Südseite,Papstterrasse,Sp

Der Petrusbrunnen vor dem Südportal des Kölner Doms steht kurz vor der Vollendung. In dieser Woche legen Bauarbeiter letzte Hand an den neuen Brunnen an. Bereits am kommenden Samstag findet die feierliche Einweihung statt. Wie die Stadt Köln am gestrigen Mittwoch bekannt gab, wird Bürgermeister Hans-Werner Bartsch in Vertretung des Ersten Bürger der Stadt, Jürgen Roters, dazu eine Rede halten. Ganz fertig werden die Bauarbeiten jedoch bis zum Wochenende nicht, wie die Stadt einräumte. Insbesondere kleinere Arbeiten an der Oberfläche der Terrasse sollen folgen. Aber der Brunnen selbst und sein eigentlicher Zweck Wasserspenden wird der Brunnen ab dem kommenden Wochenende erfüllen. Auch der Segen der Hohen Domkirche wird dem neuen Brunnenbauwerk sicher sein. Domprobst Dr. Norbert Feldhoff wird während der feierlichen Eröffnungszeremonie die Segnung vornehmen. Damit wird ein Stück Stadtgeschichte wieder hergestellt.

Der im Jahr 1870 eingeweihte historische Petrusbrunnen wurde nach den Plänen des damaligen Dombaumeisters Richard Voigtel angelegt und errichtet. Gestiftet hatte das Bauwerk die damalige preußische Königin und nachherige Kaiserin Augusta. Im Volksmund erhielt das Bauwerk schnell seinen Spitznamen "Der drüjje Pitter" weg. Das lag am Standort und einer zunächst fehlenden Wasserleitung. Auch später war der Wasserfluss eher knapp bemessen. Sein erster Standort war eine begrünte Terrassenanlage am Ostchor der Hohen Domkirche. Auch der Petrusbrunnen wurde während des Zweiten Weltkriegs trotz mehrerer Bombardements ebenso wie der Dom selbst nur geringfügig beschädigt. Mit der Errichtung der "Domplatte" wurde auch die neugotische Treppenanlage an der Ostseite des Domes abgerissen. 1969 erhielt der Brunnen zwischen der Sakristei und dem Domchor einen neuen Standort, der jedoch nur eingeschränkt zugänglich war. Im Jahr 1999 wurde der Brunnen schließlich abgebaut und eingelagert.

Die neuerliche Auferstehung verdankt das historische Brunnenbauwerk dem Engagement der Bürgergesellschaft Köln von 1863 e.V.. Entsprechend einem Ratsbeschluss sollten Stadt und Verein gemeinsam die Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro tragen. Insgesamt lag das Spendenaufkommen sogar noch etwas höher als ursprünglich vorgesehen. Statt der rund 80.000 Euro kamen dank des Engagements der Bürgergesellschaft sogar knapp 100.000 Euro an Spenden herein. Damit wird der Brunnen zu rund zwei Dritteln aus privaten Mitteln errichtet. Ursprünglich sollte der städtische Zuschuss zur Wiedererrichtung der historischen Brunnenanlage rund 20.000 Euro höher liegen. Erste Überlegungen im Jahr 2003 mussten jedoch aufgrund der damaligen Haushaltskrise zunächst auf Eis gelegt werden. Im Jahr 2008 schließlich konnte die Stadt die Errichtung des Brunnens endlich planen. Für den laufenden Betrieb konnte zusätzlich das Kölner Telekommunikationsunternehmen NetCologne gewonnen werden, das die Betriebskosten des Brunnens übernehmen wird. Wie so häufig bei innerstädtischen Tiefbauarbeiten fanden sich auch dieser Stelle historische Zeugnisse der Baukunst. Im Erdreich befanden sich Reste des Fundaments des bischöflichen Statthalterpalastes aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Fachleute der Bodendenkmalpflege konnten diesen archäologisch bedeutenden Fund erhalten und dauerhaft sichern, teilte die Stadt abschließend mit.

Die offizielle Einweihung des Brunnen findet am kommenden Samstag ab 12 Uhr statt. Die Feier ist öffentlich.


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