26. 05. 2012
Seite drucken
Preußenkönig wieder auf seinem Sockel
Knapp zwei Jahre nach seinem Abbau ist das so genannte Reiterdenkmal am Heumarkt wieder aufgebaut. Rund 200.000 Euro hat die Sanierung der Bronzeskulptur des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III gekostet, etwa die Hälfte der Kosten wurde durch zahlreiche Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, der Friedrich-Carl-Heimann-Gesellschaft, des Verkehrsvereins Köln sowie der Kölner Bürgerstiftung finanziert. Oberbürgermeister Fritz Schramma zeigte sich sichtlich erleichtert und erfreut, dass er sein Versprechen vom 11. November 2007 noch in seiner Amtszeit wahrmachen konnte. Wenige Tage vor dem Stabswechsel an der Spitze der Stadtverwaltung ist die Bronzeskulptur des Preußenkönigs samt Pferd (Kölsch: "Päd") wieder an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Vier Tage vor der Eröffnung der Karnevalssession 2007/2008 musste die Skulptur abgebaut werden, weil Wind und Wetter die Materialien derart verwittern ließ, dass die Standsicherheit bei Sturm nicht mehr gewährleistet war. Bereits im Frühjahr 2007 beschloss der Stadtrat mit der Mehrheit der Stimmen von SPD, Grünen und Linke, dass die Stadt grundsätzlich nur zur Zahlung von 50 Prozent der anfallenden Restaurierungskosten (damalige Kalkulation für das gesamte Ensemble: ca. 1,5 Millionen Euro) bereit sei, gegen den scharfen Protest des konservativen Lagers. Zwar steht die Reiterskulptur nun wieder auf seinem Sockel, der aber muss ebenfalls saniert und restauriert werden. "Im zweiten Bauabschnitt steht nun die Sanierung des Sockels in Form einer Natursteinverkleidung und die Sanierung der Figuren an. Ich hoffe hierbei wiederum auf die großzügige Unterstützung der Kölner Bürgerschaft.
Die heutige Installation der mächtigen Bronzefigur am Südende des Heumarktes ist bereits die dritte Veranstaltung dieser Art. Und immer wieder haben sich die Kölnerinnen und Kölner nicht lumpen lassen, ihren (finanziellen) Beitrag dazu zu leisten. Das war beim Erstaufbau im Jahr 1878 so und auch die zweite Restaurierung der Figur sowie deren Aufstellung im Jahr 1990 war ohne das finanzielle Engagement der Freunde und Förderer kaum denkbar. Schramma dankte in seiner Ansprache allen Spenderinnen und Spender sowie der Häfen und Güterverkehr AG, die dem Reiterdenkmal während der Zeit seiner Restaurierung und Instandsetzung "Asyl" gewährte. "Das Denkmal war zwei Jahre beim Onkel Doktor, es wurde operiert und trockengelegt", so die humorvolle Umschreibung der notwendigen Sanierungsarbeiten. Schramma nutzte in einer seiner letzten Amtshandlungen die Gelegenheit, dem politischen Gegner die Leviten zu lesen. "Politische Mehrheit bedeutet nicht immer mehr Wissen. Es gab auch Menschen, die sich den Abbau des Denkmals gewünscht haben", so Schramma mit Blickrichtung auf das Kölner Kernbündnis. Mit einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2005 hatten SPD, Grüne mit Unterstützung der Linken die eigentlich für das Reiterdenkmal vorgesehenen städtischen Mittel nach heftiger Debatte für die Restaurierung der Ratsturmfiguren umgewidmet. In der Folge äußerten Denkmalpfleger und die Kulturpolitiker von Union und FDP scharfe Kritik an dieser Entscheidung. Mit dem Abbau der Skulptur kochte die Debatte dann wieder hoch. Aber trotz diverser Anträge im Rat konnten die Unterstützer des Reiterdenkmals keine Mehrheiten für ihre Ziele erzielen.
Vor den Verantwortlichen stehen nun noch weitere Arbeiten am Denkmal an. So soll bis voraussichtlich Ende November dieses Jahres weiter gearbeitet werden. In einer Art "Feinschliff" wird die Skulptur "patiniert" und die Narben der Sanierung weggeschliffen. In einem zweiten Bauabschnitt steht dann die Restaurierung des Sockels samt seiner Bronzefiguren an. Dieser Bauabschnitt soll nach früheren Kalkulationen aber deutlich teurer werden als die nun fast abgeschlossene Sanierung des "Päds" samt seinem Reiter.


























