26. 05. 2012
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„pro Köln“ in Kalk ausblockiert
(ehu) „Kein Kölsch für Nazis“ hatten Unbekannte in der Nacht zum Samstag auf die Kalker Hauptstraße gemalt, „Kein Sex mit Nazis“ und „Kalk bleibt nazifrei“. Auch „Seid ihr bis hierhin gekommen?“. Nein, bis zur Hausnummer 151 hatte es das Häuflein von knapp 60 „pro-Köln“-Rechtsextremisten nicht geschafft. Nicht einmal bis zur Nummer 101. Gut 300 Gegendemonstranten hatten die Kreuzung vor den Köln-Arcaden blockiert und dann auch noch die nächste zur Rolshovener Straße.
Fast drei Stunden standen sich beide Seiten gegenüber, durch ein starkes Polizeiaufgebot von einander getrennt. Dann machte die Polizei den Weg zur Trimbornstraße frei – „pro Köln“ durfte einmal um die Post herumlaufen. Das war‘s dann auch. Dabei wollten sie bis zur Kalker Kapelle und von da aus zum „Autonomen Zentrum“ in der Wiersbergstraße. Dass dafür ein lange leerstehendes Fabrikgebäude besetzt worden war, war den Kämpfern für „Recht und Ordnung“ ein Dorn im Auge und Grund für die Demo. Skurril ihr Plakat „Nazis raus – egal ob braun oder rot“.
Das Aussehen entschied, wer auf die Kalker Geschäftsstraße durfte und wer nicht
Schon am frühen Morgen hatte die Polizei die Kalker Hauptstraße zwischen Polizeipräsidium und Kalker Kapelle weiträumig abgesperrt. Der Zugang erfolgte nach Gesichtskontrolle. Schauspielerin Irene Schwarz („Hausmeister Krause", NN-Theater) hatte wohl das falsche und kam nicht durch die Absperrungen. „Ich fühle mich in meinen demokratischen Rechten behindert“, sagte sie.
Als eine Handvoll Gegendemonstranten eine Sperrstelle durchbrechen wollten, setzte die Polizei Pfefferspray ein. Auch ein Polizist wurde dabei verletzt. Generell aber sprach sie von einem „friedlichen Verlauf der Versammlungen“ und zog eine „positive“ Bilanz. Die Geschäftsleute auf der Kalker Hauptstraße sahen das anders und beklagten die Absperrungen. Blieb doch – bis auf die Kalk-Arcaden – der übliche Samstags-Ansturm aus.
Vor dem Kalker Bezirksamt hatte schon gegen halb zehn eine Gegenkundgebung begonnen. Um 11 Uhr – zu diesem Zeitpunkt startete auch „pro Köln“ am Polizeipräsidium – fing hier das offizielle Programm an. Doch bald standen Pfarrer Franz Meurer, Brings und die anderen Redner und Künstler fast allein auf weiter Flur. Die Mehrheit hatte sich zur Blockade-„Versammlung“ auf die Kalker Hauptstraße abgesetzt.


























