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26. 05. 2012
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Rettungshubschrauber sollen auf dem Kalkberg stationiert werden


15.11.2011 16:38 von:

Schlagwörter: Köln,Rettungshubschrauber,Kalkberg,Lärm,Schlaganfall,Kahlen,Buchforst,Kalk,2011,

(ehu) Nach einem Unfall oder einem Schlaganfall kommt es oft genug auf die Sekunde an – schnelle Hilfe bringt dann ein Rettungshubschrauber. Den nimmt ihm Notfall jeder gerne in Anspruch. 1841 Mal war das im vorigen Jahr in Köln der Fall. Doch den Start- und Landeplatz der zwei Hubschrauber will nicht jeder gerne in seiner Nachbarschaft haben. Auch in Köln wurde über sechs Jahre nach einem geeigneten Standort gesucht. Schon früh im Gespräch: Der Kalkberg. Doch Anwohner protestierten, befürchteten Lärmbelästigung. Jetzt scheint klar: „Zum Kalkberg als Standort für eine Rettungshubschrauberstation gibt es keine realisierbare Alternative“, erklärte Stadtdirektor Guido Kahlen am Dienstag. Am 20. Dezember soll der Kölner Stadtrat über den Vorschlag entscheiden.

Kahlen beruhigt die Anwohner, verspricht weniger Lärm als befürchtet. So können die Rettungs-„Helis“ Christoph 3 und Christoph Rheinland nur tagsüber fliegen, und das auch nur bei guter Sicht. Dazu sei einer der Hubschrauber schon nach den neuesten technischen Möglichkeiten lärmarm. Weiter soll das Gebäude auf der Südwestecke des Kölnbergs gebaut werden und Buchforst und Kalk gegen Lärm abschirmen.

Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat den Standort Kalkberg "luftrechtlich" genehmigt

400.000 Euro sollen bereit gestellt werden, um „Gebäude mit besonders lärmsensiblen Einrichtungen“ vor allem mit lärmdämmenden Fenstern auszustatten. Im Umkreis von 1000 Metern sind dies neun private und vier städtische Kitas, neun Schulen und ein privates Seniorenheim. Das zuständige Regierungspräsidium in Düsseldorf hat dies in seiner luftrechtlichen Genehmigung vom 21.10.2008 so festgelegt.

Neben dieser Genehmigung beruft sich die Stadtverwaltung auch auf ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts, das die Klage einer lärmgeplagten Bürgerin abgelehnt hat. Neben diesen rechtlichen Grundlagen führt Kahlen auch sachliche Gründe an, die für den Kalkberg sprechen. 30 andere Standorte waren zuvor geprüft worden.

Die zentrale Lage verringert gegenüber heute die Zahl der Überstadtflüge um 36 Prozent

Da sei erstens die zentrale Lage, die einen schnellen Einsatz möglich mache. Gegenüber dem derzeitigen Übergangs-Standort Flughafen Köln-Bonn rechnet man mit 36 Prozent weniger Flügen über die Stadt. Von hier aus seien auch die anderen Hubschrauberlandeplätzen auf drei Kölner Krankenhäusern leicht erreichbar und damit die Verbindung zu allen 17 Kölner Kliniken – wichtig für eilige Verlegungen in Spezialkliniken. Dies haben 2010 18 Prozent aller 2360 Einsätze ausgemacht und den Kranken auch die holprige Fahrt mit Krankenwagen erspart.

Weiter gibt es rings um den Kalkberg keine Hindernisse bei Starts und Landungen, er überragt seine Umgebung um 36 Meter. Vier Flugkorridore sind festgelegt – einer führt direkt nach Westen über die Stegerwaldsiedlung, einer über die Stadtautobahn Richtung Autobahnkreuz Köln-Ost, der dritte nach Süden über den Betriebsbahnhof Deutzer Feld, der letzte im Bogen über die Eisenbahngleise nach Norden. Laut Kahlen dürften aufgrund der üblichen Windverhältnisse bei Starts die Ost-West-Flugzonen am häufigsten benutzt werden, bei Landungen hätten die Piloten die Wahl.

Die Stadt will die 66.000 Quadratmeter große und 36 Meter hohe ehemalige Deponie kaufen

Schließlich sei der Betrieb an dieser Stelle am kostengünstigsten. Die Stadt will selber bauen und nicht mit einem Investor zusammenarbeiten – damit werden die Lehren aus der nicht-EU-konformen Ausschreibung für den Bau der neuen Messehallen gezogen. Knapp elf Millionen Euro setzt die Stadt für den Bau der Station an. Hinzu kommen die Kosten für den Kauf des 66.000 Quadratmeter großen Kalkbergs, über deren Höhe Kahlen mit dem Hinweis „nicht öffentlich“ keine Angaben machte. dass eine Sanierung der ehemaligen deponie der Chemischen Fabrik Kalk nötig sei, hält er für „unwahrscheinlich“. Wenn aber doch, sei dies ohne Beeinträchtigung des Baus oder Betriebs der Rettungsstation möglich.

Für die Bewohner Buchforst hatte er noch ein kleines Zückerchen parat. „Zum Ausgleich der besonderen Belastung“ soll mit der Rheinenergie ein Konzept für die Gestaltung und Beleuchtung von vier Bahnüberführungen erarbeitet werden. Im Westen, Norden und Osten ist der Stadtteil ausschließlich durch sie erreichbar. Außerdem soll die Waldecker Straße attraktiver umgebaut werden, unter anderem durch die Begrenzung auf zwei Fahrbahnen.

EIne umfassende Kampagne mit Plakaten und Flugblättern soll jetzt die Bürger in Buchforst und Kalk informieren und ihnen die Angst vor Lärm nehmen. Demonstrationsflüge über die vier Flugkorridore am 25. oder 26. November (das hängt vom Wetter ab) sollen die „wahren“ Lärmwerte zeigen. Am 28. November, 19 Uhr, sind die Bürger dann zu einer Informationsveranstaltung eingeladen (19 Uhr, Erich-Gutenberg-Berufskolleg, Modemannstr. 25, Köln-Buchheim).

Weitere Infromationen: www.stadt-koeln.de/3/feuerwehr/standort-rettungshubschrauber/







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