25. 05. 2012
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Schnackselei mit erfreulichen Folgen
(js) Seltener Nachwuchs im Kölner Zoo: Am 15. Juni hat das 15 Jahre alte Bonobo-Weibchen Binti zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen. Damit ist die Kölner Bonobo-Gruppe auf acht Mitglieder gewachsen. Noch weiß man nicht, ob der Neuling es ein Mädchen oder Junge ist, weil die Mutter ihr Baby immer eng an ihren Bauch drückt. So konnte bisher auch kein Name gewählt werden. Ebenfalls unklar ist, wer der Vater ist. Drei Männchen kommen in Frage, Genaues muss ein Vaterschaftstest klären. Das letzte Kölner Jungtier wurde 2006 geboren.
Die Kölner Gruppe ist Teil des Europäischen Arterhaltungs-Zuchtprogramms. Bonobos gehören zu den bedrohtesten Menschenaffen. Lebensraumzerstörung, Nahrungsknappheit und Bürgerkriegswirren im Kongogebiet haben dazu geführt, dass dort nur noch einige tausend Exemplare in Freiheit leben. In einem "Rescue center" wird versucht, verwaiste Bonobokinder gesund zu pflegen und auf ein leben in der Wildnis vorzubereiten. In Zoos leben weltweit rund 170 Tiere, 86 davon in 11 europäischen Zoos.
Bonobos, auch Zwergschimpansen genannt, werden bis zu 80 cm groß. Sie sind reine Waldbewohner, ernähren sich vor allem von Früchten und leben in Gruppen von manchmal über hundert Tieren. Weibchen sind das dominante Geschlecht. Die Jungtiere leben über mehrere Jahre in Abhängigkeit von der Mutter. Verhaltensforscher haben diese Primatenart, die genetisch zu 97 Prozent mit dem menschen übereinstimmt und damit sein nächster Verwandter ist, zu ihrem Lieblings-Forschungsobjekt erkoren. Charakteristisch ist, dass sie Sex nicht nur zur Fortpflanzung treiben, sondern als Kommunikationsmittel auch zum Abbau von Spannungen in der Gruppe nutzen. Dabei sind auch gleichgeschlechtliche Kontakte an der Tagesordnung.


























