26. 05. 2012
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Schwerer Arbeitsunfall: Universität sagt Richtfest ab
Mit dem Hissen des Richtkranzes wird in der Bauwirtschaft der erfolgreiche Abschluss der Rohbauarbeiten gefeiert. Traditionell ist dies das "Fest der Bauleute", mit dem für den weiteren unfallfreien Fortgang der Bauarbeiten ein Richtspruch gesprochen wird. Doch nach mehr als einem Jahr Bauzeit ereignete sich ausgerechnet am heutigen Dienstag gegen 10:40 Uhr ein schwerer Arbeitsunfall. Ein Bauarbeiter der Firma Aug. Prien stürzte etwa 3,50 Meter von einem Stockwerk in das andere. Nach Auskunft des zuständigen Dezernenten für das Bau- und Gebäudemanagement, Markus Greitemann, rutschte der Arbeiter auf einer so genannten Schalentafel aus. Beim Sturz in rund 3,50 Meter Tiefe verletzte er sich schwer. Ersten Diagnosen zufolge zog sich der Verunglückte mehrere Knochenbrüche zu. Ober der Mann schwerere Verletzungen davontrug, wird derzeit in einer Kölner Klinik untersucht.
Es hätte ein schöner Tag für die Kölner Hochschule, die zweitgrößte des Landes, werden sollen. Doch schon der Blick in Richtung Himmel verhieß nichts Gutes. Für rund 14 Millionen Euro wird am südlichen Ende des derzeit in Schutzhülle verdeckten Hauptgebäudes derzeit ein viergeschossiger Verwaltungsneubau hochgezogen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2013 geplant. In dem Neubau, auf dessen Grundstück zuvor rund 200 Pkw-Stellplätze in einem allerdings recht maroden zweigeschossigen Parkhaus befanden, sollen die verschiedenen Studienberatungsangebote der Fakultäten zusammengezogen werden. Auch aus dem Hauptgebäude werden Verwaltungsmitarbeiter umziehen, wie Uni-Pressesprecher Dr. Patrick Honecker ausführte. Derzeit laufen nach Aussage des Uni-Sprechers noch Verhandlungen zur Parkraumsituation insgesamt. "Wir werden einige Parkplätze vorhalten, aber es wäre illusorisch zu glauben, wir könnten hier das Parkraumproblem für alle Studierenden lösen", erklärte Honecker auf Anfrage. Stattdessen soll das Gebäude möglichst viel Büro- und Verwaltungsflächen enthalten, um die räumliche Situation der Universitätsverwaltung zu entlasten. Deshalb gebe es auch keine Tiefgarage. Für die Bewirtschaftung des knapper werdenden Parkraums und des unverändert hohen Parkdrucks wolle man gemeinsam mit der Stadt eine Art "Masterplan" entwickeln, verriet der Uni-Pressesprecher abschließend.
Die Veranstaltung wurde schließlich gegen 11:50 Uhr abgebrochen, nachdem klar war, dass die Verletzungen des Arbeiters so schwer waren, dass ein längerer Krankenhausaufenthalt wahrscheinlich wird. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", so ein sichtlich betroffener Uni-Verantwortlicher nach Bekanntgabe der Entscheidung. Aber der eigentliche Grund eines Richtfestes war mit dem Arbeitsunfall hinfällig geworden. Im Richtspruch des Zimmermann wünscht der den anwesenden Bauleuten ein unfallfreies Arbeiten. Es wäre kein gutes Omen, eine solche Feier trotzdem fortzusetzen, so Greitemann abschließend.
Die Redaktion wünscht dem Verunglückten Arbeiter eine schnelle Genesung.


























