26. 05. 2012
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Seltener Nachwuchs im Zoo
(ehu) Etwas mehr als zehn Zentimeter sind sie lang, vor zwei Wochen erst aus dem Ei geschlüpft: Zwei kleine Blaufleckige Baumwarane sind der aktuelle Stolz des Kölner Zoos. Erst zwei anderen Zoos ist die Zucht dieser seltenen, in ihrem Bestand bedrohten Echsenart gelungen. Den Kölnern sogar schon zum zweitenmal. Kurze Zeit nur sind die beiden Tiere jetzt im Aquarium zu sehen, dann kommen sie wieder hinter die „Kulissen“.
Denn Kurator Thomas Ziegler macht sich Sorgen. Schon einmal, so sagt er, sei wegen dieser raritäten eingebrochen worden. Wegen ihres Aussehens, aber auch wegen ihrer Seltenheit sind sie bei Terrarien-„Freunden“ sehr beliebt, werden illegal gefangen und eingeführt. So ist auch der Kölner Zoo vor vier Jahren an sein Pärchen gekommen. Der Zoll hatte es als Schmuggelware beschlagnahmt. „Es war in erbärmlichem Zustand“, erinnert sich Ziegler.
Vier junge Baumwarane waren vor drei Jahren der erste Kölner Zuchterfolg
Doch konnten sie bald aufgepäppelt werden. Und schon zwei Jahre später kam der erste Nachwuchs: vier Junge waren es damals. Über die Nachzucht wurde genau Buch geführt – heute ein Standardwerk für die Arterhaltung in Zoos. Denn die Blaufleckigen Baumwarane zu züchten, ist nicht einfach. In freier Wildbahn gehen sich die erwachsenen Männchen und Weibchen – sie können knapp über einen Meter groß werden – aus dem Weg, finden erst zusammen, wenn beide paarungsbereit sind.
Den Zeitpunkt gilt es, im Zoo zu erkennen, um die getrennt gehaltenen Tiere zusammenzuführen. Dann heißt es wieder aufpassen und rechtzeitig die im Boden vergrabenen Eier zu finden. Die kommen dann in einen Brutkasten, werden sechs Monate lang bei konstanten 30 Grad ausgebrütet. Diesmal waren von fünf Eiern wohl nur zwei befruchtet.
Das Geschlecht der Jungtiere lässt sich erst in 18 Monaten feststellen
Ob Männchen oder Weibchen geschlüpft sind, wird man erst in anderthalb Jahren sagen können. Der Vater der beiden Neulinge kommt übrigens aus Pilsen. Mit dem tschechischen Zoo besteht im Rahmen des internationalen Artenerhaltungsprogramms ein regelmäßiger Austausch, um Inzucht zu vermeiden. Dort lebt inzwischen das Männchen, das 2007 nach Köln kam.
Der Blaufleckige Baumwaran (Varanus macrael) wurde erst 2010 auf einer Insel vor Neuguinea entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Er ist die einzige bekannte Waranart, die einen Greifschwanz hat. Er ernährt sich von Insekten und Kleinsäugern.


























