26. 05. 2012
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Skateranlage am Südkai: Hoffen auf Petrus
Immer wieder waren die Skater auf der Domplatt Anstoß von Ärgernissen und Beschwerden. Vor allem die direkten Anlieger des Roncalliplatzes waren von der Trendsportart Street-Skating alles andere als angetan. Aber bis auf ein Schleifen der Randsteine und mahnenden Worte der Verantwortliche änderte sich nichts. Nun soll ein neuer Skater-Parcour zwischen dem südlichen Abschluss des Neubauviertels Rheinauhafen und der Südbrücke eine neue Skater-Anlage entstehen. 700.000 Euro will die Stadt in das Projekt investieren, die Gelder stammen zu 100 Prozent aus dem zweiten Konjunkturprogramm der Bundesregierung, wie Jugend- und Sportdezernentin Dr. Agnes Klein bei der heutigen Präsentation bestätigte. "Bisher fehlte eine zentrale Fläche für die Skater. Diese Lücke wollen wir schließen", so Klein. Insgesamt erstreckt sich der neue Skater-Parcour auf einer Grundfläche von rund 2000 Quadratmeter und befand sich bisher im Besitz der HGK. Doch was so einfach wirkt, ist eine Folge eines wahren Genehmigungs-Marathons gewesen, wie die Dezernentin betonte. So musste das Amt für Kinderinteressen bei der Planung gleich mehrere relevante Sonder- und Ausnahmegenehmigungen einholen, unter anderem wegen Eingriff in den Landschaftsschutz, das Bebauen von hochwassergefährdeten Flächen sowie eine ganz normale Baugenehmigung. Und trotz der Einhaltung all dieser Vorschriften sollte die Fläche am Ende auch noch den Nutzern gefallen. Ein Aufwand, der zu Dank an alle Beteiligten verpflichtete, wie Klein in ihrer Rede ausführte.
Auch vonseiten der späteren Nutzer kam hohes Lob. "Das Skaten ist seit einigen Jahren auf der Domplatte nicht mehr gewünscht, damit hatten wir ein echtes Problem", bestätigte auch der zweite Vorsitzende des Vereins Dom Skateboarding e.V., Carsten Krieg. Vor allem die Streetskater benötigen dabei eine ganz besondere Fläche. Einfach nur glatten Beton auftragen, reiche da nicht aus, musste auch Jugenddezernentin Klein dazulernen. So wird auf dem zukünftigen Skater-Treff am Rhein eine Art hochverdichteter Beton mit geschliffener Oberfläche verwendet. Dort enthalten sind zusätzlich Edelsplit aus Granit, wie Architekt und Fachplaner Bartsch vom Architektenbüro metrobox erklärte. Neben der Verwendung hochwertiger Substanzen sorgten auch die baurechtlichen Vorschriften und die Vorgaben der Nutzer für eine Verschärfung der Anforderungen. Werden bei einer ebenen Fläche dieser Größe üblicherweise Gefälle von bis zu drei Prozent zugelassen, sind es für die Benutzung durch Skater maximal ein halbes Prozent. Das wiederum legt den Planer bestimmte Vorgaben zum Beispiel beim Wasserabfluss vor. So wird Regenwasser auf der Anlage aufgrund des geringen Gefälles in Richtung Süden entwässert, wie Architekt Bartsch weiter ausführte.
"Die Anlage wird den Status Kölns als Skaterhochburg wiederherstellen", hofft Vereinsvorstand Krieg. Auch sein Vorstandskollege Martin Pfropfe, Inhaber eines Skatergeschäfts in der Kölner Innenstadt, sieht der neuen Anlage mit Freude entgegen. "Das wird ein echter Magnet für die Sportstadt Köln". Gemeinsam halten die Verantwortlichen des Vereins enge Kontakte in die internationale Skaterszene hat. So besuchen in der Saison immer wieder Profi-Teams aus den USA die europäischen Skaterhauptstädte. Aus Mangel an Alternativen bleib die Domplatte bisher so ziemlich die einzige wirklich vorzeigenswerte Sportstätte dieser Art. "Damit wird Skateboarding in Köln wieder so, wie es einmal war", ergänzte Krieg. Mit der Anlage könnte sich dann der Konflikt zwischen Skatern und Anliegern auf der Domplatte zumindest deutlich weniger scharf darstellen. Sorgen, die Jugendlichen könnten den neuen Standort nicht annehmen, teilten die beiden Vereinsvorstände nicht, ganz im Gegenteil. "In verschiedenen Veranstaltungen haben wir das Projekt vorgestellt. Die Reaktion waren eindeutig positiv", bestätigten sie. Nun hofft man auf passables Wetter. Bei Temperaturen von unter Null Grad Celisius müssen die Bauarbeiten ruhen. Sollte es aber einen milden Winter ohne Überschwemmungen geben, könnte der neue Skater-Park bereits mit Beginn der Freiluftsaison eröffnet werden, wie Dezernentin Klein ausführte. Abgerechnet werden müssen die Kosten bis Ende des kommenden Jahres. Ob die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen können, hängt demnach nicht alleine vom guten Willen aller Beteiligten ab, und der war bei der heutigen Präsentation spürbar.


























