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26. 05. 2012
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Sonntag gehört Mutti mir


17.03.2011 16:07 von:

Schlagwörter: Köln,Sonntag,verkaufsoffen,DGB,Verdi,Grundgesetz,Katholikenausschuss,EAN,KAB,201

(ehu) Die Argumente für einen freien Sonntag sind nicht neu, gibt Kölns DGB-Chef Andreas Kossiski zu. Trotzdem wird jetzt ein neuer Versuch gestartet, die Geschäfte am Sonntag geschlossen zu halten. Rückenwind sieht die "Kölner Allianz für den freien Sonntag" durch neue Gerichtsurteile und die Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Landesregierung. Am Donnerstag unterzeichneten DGB Köln-Bonn, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der Katholikenausschusses, die Katholische Arbeitnehmer Bewegung, der Evangelische Kirchenverband und die Evangelischen Arbeitnehmerbewegung die "Gründungserklärung" für die Allianz.

An 24 Sonntagen dürfen in Köln die Geschäfte geöffnet sein, drei davon sind für die Innenstadt reserviert. Für dieses Jahr wurden insgesamt 76 verkaufsoffene Sonntage für die insgesamt 86 Stadtteile genehmigt. Sie laufen unter dem Motto "Autofrühling in Poll", "Modenschau in Weiden" oder "Sommerferienstart in Longerich". "Das sind keine ausreichenden Einzelfall-Begründungen für öffentliches Interesse, wie sie ein Urteil des Bundesverfassungsrechts von 2006 vorschreibt," wettert Kossiski.

Grundgesetz und Landesverfassung schützen den Sonntag als "Tag der Ruhe"

Nicht nur Kölns Ratspolitiker sind die Adressaten der Allianz. Von der Landesregierung erhoffen sie sich eine schnelle Umsetzung der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Grünen. Danach soll die "Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes korrigiert" werden. Verwiesen wird außerdem auf Artikel 140 des Grundgesetzes und Artikel 25 der NRW-Landesverfassung. In beiden wird der Sonntag als "Tag der Arbeitsruhe" gesetzlich geschützt.

Dass dieser Tag zur Erholung nötig ist, gehört ebenso zu den "alten Argumenten" wie die, das seine Abschaffung das Gefüge der Familie ebenso wie das der sozialen Gesellschaft stört und der Gesundheit schadet. Und Verdi-Geschäftsfüherin Christa Nottebaum weist darauf hin, dass besonders Frauen – sie stellen die Mehrheit des Verkaufspersonals – unter den Belastungen der Sonntagsarbeit und unregelmäßigen Arbeitszeiten leiden. "Leben ist mehr als Arbeit, Gesellschaft bedeutet mehr als Wirtschaft", betont Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses Köln. So will man auch nicht über eine Verringerung der offenen Sonntage verhandeln, sondern eine generelle Debatte anstoßen.

Von längeren Verkaufszeiten profitieren vor allem die Handelsketten

Zustimmung erhofft man sich auch vom Mittelstand. "Vom verkaufsoffenen Sonntag profitieren vor allem die großen Häuser und Ketten. Die Kleinen werden zum Mitmachen gezwungen", sagt Nottebaum. Außerdem: "Durch längere Öffnungszeiten wird nicht mehr Geld ausgegeben." Damit das Umland nicht von geschlossenen Sonntagen in Köln profitiert, will die Allianz auch dort aktiv werden.

Die Grundsatzerklärung soll zunächst an Politiker und die Verbände von Handel, Industrie und Handwerk geschickt werden. Von deren Reaktion wird das weitere Vorgehen der sechs Allianz-Gründer abhängen. Weitere Mitglieder sind im Übrigen willkommen. Gleichzeitig soll in den eigenen Organisationen durch Veranstaltungen und Unterschriftensammlungen für den freien Sonntag geworben werden. Sollten sich die Politiker nicht überzeugen lassen, ist eine Klage nicht ausgeschlossen.







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