26. 05. 2012
Seite drucken
Stadt relativiert Kritik an Parkgebühren
Der Bund der Steuerzahler hatte das Parkraum-Bewirtschaftungs-System der Stadt Köln grundsätzlich kritisiert. In einem Vergleich der großen Städte in Nordrhein-Westfalen haben die Tester des Steuerzahlerbundes herausgefunden, dass in Köln die Parkgebühren deutlich teurer sind als in andere Großstädten. Aus Sicht der Stadt Köln ist diese Auswertung für Köln jedoch nicht repräsentativ, da bei den Mittelwerten für die Parkgebühren und die daraus resultierten Einnahmen nicht berücksichtigt wurde, wie die Parkraum-Bewirtschaftungs-Systeme in den jeweiligen Städten, und damit auch in Köln, ausgestaltet sind, erklärte das städtische Presseamt am heutigen Donnerstag.
Tatsächlich gibt es in der Domstadt die Regelung, dass der Bewohnerparkausweis auch zum Parken auf gebührenpflichtigen Parkplätzen erlaubt ist, ohne dass hier zusätzliche Kosten anfallen. Diese Regelung gibt es nicht in allen Städten, die der Steuerzahlerbund bei seinen Recherchen miteinander verglichen hatte. Dieses Mischsystem bedeutet aber auch, dass nicht von allen Nutzern der Stellplätze Parkgebühren entrichtet werden. Dieses System hat auch unter Berücksichtigung der besonderen Struktur der Kölner Innenstadt gegenüber anderen Systemen den Vorteil, allen Verkehrsteilnehmern, also Bewohnern, Kunden, Lieferanten und Besuchern, entsprechenden Parkraum je nach Bedarf bereithalten zu können. Bei Reservierungen für lediglich einen Nutzerkreis, zum Beispiel nur für die Bewohner, werden alle übrigen Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen. Dieser Vorteil für alle Parkraumnutzer in Köln führt zwangsläufig dazu, dass im Durchschnitt pro Stellplatz weniger Einnahmen erzielt werden als in anderen Städten mit anderen Bewirtschaftungssystemen, erklärte die Stadt weiter.
Die durchschnittlichen Einkünfte bei den Gebühren der stadtweit 33.788 Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum, die mit Parkscheinautomaten bewirtschaftet werden. Pro Jahr erzielt die Stadt damit Einnahmen in Höhe von 6091 Euro pro Stellplatz, wie das Presseamt weiter mitteilte. „Im Vergleich zu den Stellplatzanzahlen in anderen Städten, die deutlich geringer sind, ist erkennbar, dass ein Vergleich ausschließlich über die reinen Einnahmewerte nicht sachgerecht ist“, argumentiert nun die Stadtverwaltung. Weil die Stadt mit ihrem Parkraum-Bewirtschaftungs-System aber auch andere Ziele als die der Einnahmeoptimierung verfolgt, sei der direkte Vergleich mit anderen Städten aus Sicht der Stadt nicht zulässig.


























