26. 05. 2012
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Stadt und Polizei halten Sicherheitslage am Neumarkt für stabil
Pendler, die ihren Arbeitsplatz in der Kölner Innenstadt haben, werden das Problem seit Jahren kennen und geradezu täglich hautnah miterleben. Menschen mit offenkundigen Drogenproblemen lungern auf dem zentralen Platz herum. Wie die beiden Behörden nun mitteilten, soll die Zahl der in Köln lebenden Heroinabhängigen bei rund 10.000 liegen. 1500 von ihnen nehmen am Methadon, weitere 40 am Diamorphin-Programm der Stadt teil. Und weil die Vergabestellen in fußläufiger Entfernung zum zentralen Verkehrsknotenpunkt Kölns liegen, gewinnt der unbedarfte Betrachter schnell den Eindruck, dass hier auch einer der Kriminalitätsschwerpunkte liegt. Das aber entspricht nach Darstellung von Polizei und Stadtverwaltung nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. In einer gemeinsamen Presseerklärung sprechen beide Institutionen von einer stabilen Sicherheitslage. Polizei, Ordnungsamt und die verschiedenen Institutionen des Kölner Hilfesystems arbeiten gerade hier sehr intensiv zusammen, mit zunehmender Tendenz. Muss die Polizei mal im Umfeld des Neumarktes wegen verschiedener Delikte ermitteln, sind es meist nicht Angehörige des Milieus, gegen die sich die Ermittlungen der Staatsmacht richten, hieß es dazu weiter.
Weil aber gerade das Kölner Hilfesystem so viele Abhängige betreut, ist die Zahl der suchtbedingten Delikte schon vor Jahren deutlich zurückgegangen. Das Auge des Betrachters hingegen nimmt die Menschen mit offenkundiger Drogensucht wahr, zumeist wegen ihrer ungepflegten äußeren Erscheinung. Beschaffungskriminalität oder illegaler Drogenhandel sind hingegen gerade hier seltener zu beobachten. Selbst die direkten Anwohner und Anlieger des Neumarktes sind in die Netzwerke von Polizei und Stadt eingebunden. Das Kölner Gesundheitsamt will auch weiterhin regelmäßig Treffen und Informationsveranstaltungen einberufen, in denen sich die unterschiedlichen Gruppen gegenseitig über ihre Situation informieren. Die Verantwortlichen wollen so mehr Sensibilität für die Interessen der anderen Seite erzeugen, hieß es dazu. Außerdem gebe es bereits diverse Einzelkontakte. Im Bereich des Neumarktes gibt es zwei Vergabestellen für Methadon und eine für Diamorphin. Diese drei Vergabestellen werden täglich von etwa 350 Drogenkranken aufgesucht. Die meisten von ihnen kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Neumarkt und halten sich daher zwangsläufig auch an den KVB-Haltestellen und deren Umgebung auf.
Die Aufgaben sind dabei zumindest auf dem Papier klar verteilt. Während die Polizei in erster Linie Straftaten nachgeht und die Täter ermittelt, ist es Aufgabe des städtischen Ordnungsamtes bei Verstößen wie zum Beispiel Alkoholmissbrauch, Lärm oder Verschmutzungen vorzugehen. Für die Hilfe und Unterstützung schließlich sind Instititionen wie die Aufnehmende Suchtclearingstelle (ASC), der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), die Kölner Drogenhilfe und das städtische Gesundheitsamt. Im wöchentlich tagenden "Netzwerk Drogen" erfolgen ein ständiger Austausch aller Partner und die Abstimmung gemeinsamer Schwerpunktsetzungen vor Ort. Alle Partner achten darauf, dass das sozialverträgliche Miteinander gewahrt bleibt, die Überwachungsmaßnahmen selbst sind nicht immer öffentlich sichtbar, werden zum Teil in Zivil wahrgenommen, so Polizei und Stadt weiter. Allerdings sind es auch hier nicht die Drogenabhängigen alleine, die das Bild eines urbanen Platzes stören. Häufig halten sich auf dem Neumarkt Alkoholabhängige auf, die mit den Drogenkranken eigentlich sonst nichts zu tun haben. In jedem Fall sind die staatlichen Behörden bemüht, dass es auf dem Neumarkt zu keinen Störungen der öffentlichen Ordnung kommt, betonten beide Seiten abschließend.


























