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26. 05. 2012
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Stadtrat muss erneut über Haus der Jüdischen Kultur beraten


03.06.2009 23:51 von:

Schlagwörter: Köln,Rathausplatz,Jüdische,Kultur,Haus,Archäologische,Zone,2009,Regionale,Stadtr

Die Archäologische Zone in der Kölner Innenstadt ist eines der wichtigsten Projekte innerhalb der bevorstehenden Regionale 2010. Mit Unterstützung des Landes (Zuschusshöhe: 80 Prozent) planen die Verantwortlichen einen unterirdischen Durchgang durch das Prätorium in die neu ausgegrabenen Reste des ehemaligen Jüdischen Viertels samt seiner Synagoge. Nun scheint der eng gefasste Zeitplan in Gefahr. Grund dafür ist, dass die Gesellschaft zur Förderung des Hauses und Museums der Jüdischen Kultur die vereinbarte Übernahme der von der Stadt vorfinanzierten Planungskosten platzen ließ. In einem Schreiben an die Stadtspitze hatte der Vereinsvorsitzende Prof. Benedikt Graf von und zu Hoensbroech am 26. Mai dieses Jahres die Gründe erläutert, warum er den Vertrag mit der Stadt Köln zur Übernahme dieser Kosten nicht unterzeichnen kann. Die notwendigen Gelder könnten demnach erst eingetrieben werden, wenn die vorgesehene Stiftung gegründet sei. Da diese aber bislang noch nicht installiert wurde, gebe es auch kein Geld von der Gesellschaft. Von und zu Hoensbroech werde sich aber weiter intensiv um die Gründung einer solchen Stiftung bemühen. Die letzte Frist der Stadt Köln, bis zum 2. Juni dieses Jahres den Vertrag über die Planungskosten zurückzuerstatten, verstrich. Nun muss sich der Stadtrat erneut mit der Angelegenheit befassen. Die Übernahme der Kosten wurde damals nur unter der Auflage beschlossen, dass auch der Förderverein, der das auf 15 Millionen Euro teure Haus komplett finanzieren und anschließend betreiben will, sich an eben jenen Planungskosten beteiligt.

Da aber eine zwingende Voraussetzung für die Landesförderung ein Baubeginn im kommenden Jahr ist, steht die Stadt nun vor einer neuen Problemlage. Der derzeit noch gültige Ratsbeschluss sah die Vorfinanzierung der Planungskosten vor, weil sich in dem Siegerentwurf der Bau der Archäologischen Zone nicht vom Bau des darüber liegenden oberirdischen Hauses der Jüdischen Kultur trennen ließ. Der Entwurf des siegreichen Saarbrücker Büros Wandel Hoefer Lorch & Hirsch war damit der einzige vorgelegte Entwurf, der eine "Entkoppelung" beider Projekte realistisch erscheinen ließ. Um dennoch die Archäologische Zone und damit die Landesförderung nicht zu gefährden, gibt es grundsätzlich zwei Alternativen. Die erste wäre ein sofortiger Stopp aller Planungen, die einen oberirdischen Bau nach den Plänen der Saarbrücker Architekten vorsieht. Die zweite zielt auf die Übernahme der gesamten Planungskosten sowie die spätere Trägerschaft des Hauses, sollte sich an der derzeitigen Lage nichts ändern.

Stadtrat steht vor einer schwierigen Aufgabe

Nun wird das letzte Wort beim Kölner Stadtrat liegen. Die Kulturverwaltung ließ bereits am gleichen Abend in der Presseerklärung der Stadt verlautbaren, dass sie bis zur nächsten Ratssitzung eine Vorlage mit den beiden zur Verfügung stehenden Alternativen vorlegen will. Die Entscheidung muss der Rat relativ zügig treffen, denn schon im Spätsommer müssen – spätestmöglich – die entsprechenden Baubeschlüsse herbeigeführt werden. Viel Zeit bleibt also nicht. Ungeklärt ist dabei nach wie vor, wie die unterirdischen Grabungen in die Oberfläche des Platzes integriert werden sollen. Die Kulturverwaltung befürwortet daher nach wie vor eine architektonisch ansprechende Bebauung auf dem Rathausplatz, die mehr sein soll als eine schlichte Glaspyramide wie im Falle der jüdischen Mikwe, die sich bereits vor den Grabungen auf dem Areal befand. Nun will die Verwaltung dem Stadtrat schnellstmöglich einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen machen. Die nächste Ratssitzung findet am 30. Juni dieses Jahres statt.







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