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25. 05. 2012
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Stromtanken am Neumarkt


29.01.2010 15:39 von:

Schlagwörter: Köln,RheinEnergie,Drive Carsharing,Parkhaus,Conti,Elektrofahrzeug,Elektroauto,El

Seit dem heutigen Freitag gibt es in Köln eine weitere Elektrotankstelle. Der Kölner Energieversorger RheinEnergie, das Dienstleistungsunternehmen Drive Carsharing und der Parkhausbetreiber ContiPark stellten am heutigen Freitag ihr Gemeinschaftsprojekt im Parkhaus an der Lungengasse vor. Bereits im Herbst vergangenen Jahres kündigte die Projektpartner den Start eines auf zwei Jahre befristeten Modellprojekts in der Domstadt an. Die Universität Duisburg-Essen sowie weitere Forschungseinrichtungen wollen gemeinsam mit dem Kölner Energieversorger und dem Autohersteller Ford-Werke GmbH an der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen arbeiten. Sprecher des Projekts ist der bekannte Autoexperte, Prof. Ferdinand Dudenhöfer. Seit dem heutigen Freitag gibt es in einer öffentlich zugänglichen Tankstellen für die Besitzer von Elektrofahrzeugen nun die Möglichkeit, kostenlos die Speicher ihrer Elektromobile zu "betanken". Zwar standen vor dem Parkhaus in der Lungengasse, ganz in der Nähe des Kölner Neumarktes, heute noch keine Elektrofahrzeuge des Industriepartners Ford. Aber auch das soll bald folgen. Vorerst bietet der Carsharing-Dienstleister Drive Carsharing vor dem Parkhaus die Chance, sich einen von insgesamt zunächst fünf Fahrzeugen – darunter auch einen Kleinlaster – des französischen Herstellers MEGA auszuleihen. Projektpartner für das Unternehmen sind elektroauto Köln und das Verleihunternehmen Kölner Flitzer-.

"Elektromobilität ist ein wichtiges Thema der nahen Zukunft. Gerade in Ballungsräumen können batterie-elektrisch angetriebene Fahrzeuge zu einem besseren Klima und einem besseren Lebensumfeld beitragen", erklärte der Vorstandsvorsitzende der RheinEnergie AG, Dr. Dieter Steinkamp, beim heutigen Eröffnungstermin. Der Strom, der fortan aus den zwei Zapfsäulen mittels einen handelsüblichen CE-Steckers, wie er auch für Campingfahrzeuge verwendet wird, können die Stromspeicher in den Fahrzeugen zunächst kostenlos aufgeladen werden. "Den Strom dafür wird ausschließlich aus alternativen Quellen hinzugekauft", versicherte der Strommanager. Allerdings gibt es derzeit noch nicht viele Kfz-Halter, die ein Elektrofahrzeug ihr eigen nennen können. Zwei Nutzer von Elektromobilen kamen aber trotzdem zum heutigen Termin, sie haben fortan bei ihren Stadtfahrten eine weitere Anlaufstelle, um die Energiespeicher ihrer Fahrzeuge wieder aufzuladen. Entsprechend optimistisch blickten die Verantwortlichen in die Zukunft. Der Markt für Elektrofahrzeuge ist in Deutschland allerdings noch relativ überschaubar. Nach Angaben der Verantwortlichen gibt es derzeit erst rund 1400 Elektrofahrzeuge mit Straßenzulassung, in Köln sind es derzeit rund 20. Zwei dieser Fahrzeuge können ab sofort im Rahmen eines Carsharing-Vertrages angemietet und kostenlos betankt werden können. Private Elektroautobesitzer müssen sich vorab auf einer Internetplattform der RheinEnergie registrieren lassen. Ist dies geschehen, dürfen auch sie vorerst kostenfrei Strom tanken.

Nicht nur die Kölner Verantwortlichen setzen große Hoffnungen auf diese Technologie, die so neu gar nicht ist. Schon während der Olympischen Sommerspiele 1972 experimentierte ein namhafter deutscher Autohersteller mit Elektrofahrzeugen, vor wenigen Jahren initiierte der Autovermieter Sixt eine Aktion mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Seitdem im Jahr 2008 die Öl- und damit auch die Kraftstoffpreise binnen weniger Monate regelrecht explodierten, scheinen immer mehr Akteure und inzwischen auch die Politik auf den Elektroantrieb zu setzen. Elektrofahrzeuge speisen ihre Energie aus Batterien, die sich über der Bodenplatte des Fahrzeugs befinden. Dass die Industrie auch knapp ein Jahr nach ihrer offiziellen Ankündigung noch immer keinen gemeinsamen Standard der Energiespeicher festlegen konnten, stört die Projektpartner weniger. Tatsächlich kann mit dem genormten CE-Anschluss, wie er seit Jahren für Camping-Fahrzeuge im Einsatz ist, jedes Fahrzeug an die Stromzapfstellen angeschlossen werden, wie die Experten vor Ort bestätigen. Dass die Elektrofahrzeuge derzeit ihren benzin- und dieselbetriebenen Pendant in Sachen Reichweite noch nicht das Wasser reichen können, ist für die Initiatoren ebenfalls von eher geringer Bedeutung. Der Carsharing-Dienstleister vermietet die Fahrzeuge denn auch eher für den Stadtbetrieb. Mit einer Reichweite von durchschnittlich 80 Kilometer (maximal 150 Kilometer) sollen die Fahrzeuge vorzugsweise bei Stadtfahrten eingesetzt werden. Und trotz der relativ geringen PS-Leitung der meisten Gefährte betonen die Besitzer eines solchen Elektromobils die Vorteile. Was die Leistungsfähigkeit, das Handling und die Beschleunigung angeht, stehen Elektrofahrzeuge inzwischen herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen in nichts nach.

Im Rahmen des Erforschung der Elektromobilität will das Kölner Energieunternehmen die Zahl seines Versorgungsnetzes nun sukzessive ausbauen. Das Projekt, das mit insgesamt 15 Millionen Euro an Forschungsgeldern vom Bund finanziert wird, soll bis Ende 2011 laufen. Aber auch die Konkurrenz schläft keineswegs. Andere Energieversorger, wie etwa der RWE-Konzern, sind bereits in Köln mit eigenen Ladestationen vertreten. RheinEnergie-Chef Steinkamp hofft, dass im Zuge des aufkommenden Interesses nun die Zahl der produzierten Fahrzeuge ansteigen wird. Der französische Hersteller MEGA jedenfalls hat bereits jetzt eine Produktionsleistung von 15.000 Fahrzeugen pro Jahr. Der Kaufpreis pro Kleinwagen liegt mit 20.000 Euro zwar noch immer deutlich über den normalen Listenpreisen für vergleichbare benzinbetriebene Fahrzeuge. Aber selbst ein Nutzfahrzeug dieser Marke steht den Kunden des Carsharing-Unternehmen bereits zur Verfügung. "Die Nachfrage ist nicht das Problem", bestätigte auch Steinkamp. Sein Unternehmen hat sich in der jüngeren Vergangenheit bereits elektrisch betriebene Roller zugelegt, aus Marketingzwecken, wie Steinkamp betonte. Der Kaufpreis der Zweiräder liegt wie auch bei den vierrädrigen Gefährten derzeit auf einem durchaus konkurrenzfähigen Niveau. Wer sein Fahrzeug allerdings für längere Strecken hochrüsten will, für den ergeben sich nach wie vor nicht unerhebliche Aufpreise. Pro zehn Kilometer Reichweite muss man bei der Erweiterung der Batteriekapazitäten derzeit noch mit rund 1000 Euro kalkulieren. Privatanbieter wie das Netzwerk "Drehstromliste" bieten aber für die wenigen Besitzer von Elektrofahrzeugen bereits jetzt eine kostengünstige Alternative an. Und selbst die RheinEnergie schätzt die Koten einer Vollbetankung eines Elektrofahrzeug auf eine Spanne zwischen zwei und fünf Euro. Die auf zwei Jahre begrenzte Projektphase wird dabei auch zur Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodell für den Stromanbieter genutzt werden.

Doch obwohl sowohl Bundes- wie auch Landesregierung derzeit mit Verve und hohen Millionenbeträgen an Fördergeldern die Elektromobilität "pushen" wollen, sind im Praxisalltag einige Fragen nach wie vor ungeklärt. Die Umweltzone, konkret die dazugehörige Vorschrift, welche Fahrzeuge in den Genuss einer Umweltplakette kommen sollen, ist dabei wohl eher kurios. Wie ein Besitzer eines Elektrofahrzeugs gegenüber Köln Nachrichten bestätigte, erhalten Elektrofahrzeuge derzeit keine Plakette, die sie dazu berechtigt, tatsächlich in die Umweltzonen hineinzufahren. So erhalten abgasreduzierte Fahrzeuge in der Regel zwar die grüne Umweltplakette. Weil Elektroautos aber überhaupt keine Abgase in die Luft freisetzen, sind sie in dem inzwischen weitgehend vereinheitlichten Katalog der plakettenberechtigten Fahrzeugtypen gar nicht aufgeführt. Die Folge: Rein theoretisch müssten die Besitzer solcher Gefährte mit einer Geldbuße in Höhe von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Es gibt jedoch inzwischen eine Regelung, wonach für Elektroautos mit Null-Emission eine fünfte Klasse ausgewiesen wird. So hatte sich ein Besitzer zwischenzeitlich für sein Fahrzeug eine blaue Plakette mit der Ziffer "5" an die Innenseite seiner Frontscheibe geheftet. Sie soll das Fahrzeug als Null-Emissionsauto ausweisen. Bislang hatte der Besitzer das Glück, dass die bislang noch nicht amtlich anerkannte Plakette von den Mitarbeitern des Verkehrsordnungsdienstes beanstandet wurde. Ein anderer Besitzer berichtete, dass in seinem Fall die Kfz-Zulassungsstelle trotz fehlender Plakette eine Ausnahmeregelung erlassen hat. Ein Bußgeld für ein absolut abgasfreies Elektrofahrzeug wäre in der Tat vor dem Hintergrund der Begründung einer Umweltzone und des dahinterstehenden Luftreinhalteplans in der Tat mehr als absurd.


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