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26. 05. 2012
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Tote Tiere am Aachener Weiher sorgen für Unruhe


16.07.2010 17:06 von:

Schlagwörter: Köln,Aachener Weiher,Schlamm,Gift,Tiersterben,2010,Frischwasser,Sauerstoff,Erwär

Am Aachener Weiher wurden in den vergangenen Tagen mehrere Dutzend Tiere – Fische und Enten – tot aufgefunden. Über die Gesamtzahl der verendeten Tiere gab es keine verlässlichen Zahlen, von bis zu 50 größeren Tieren ist die Rede. Offiziell bestätigt wurde hingegen die Anzahl vom 25. Mit hoher Wahrscheinlichkeit trägt die längere Hitzeperiode der vergangenen Tage und Woche die Hauptverantwortung für das unerwartete Sterben von Wildtieren. Allerdings gab die Stadt Köln Entwarnung. "Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt keine Gefahr für die Bevölkerung vor", erklärte Dr. Joachim Bauer vom Kölner Amt für Landschaftspflege und Grünflächen den besorgten Anwohnern. Aus aktuellem Anlass habe man seit inzwischen eineinhalb Wochen die Frischwasserzufuhr deutlich erhöht. Das Grundwasser wird im Kölner Westen gefördert und über die Lindenthaler Kanäle in Richtung Aachener Weiher gepumpt. Der ist inzwischen wieder randvoll, nachdem in der vergangenen Woche der Wasserpegel aufgrund der Trockenheit deutlich zurückgegangen ist.

Die Ursachen liegen nach Ansicht der Experten in dem hohen Nährstoffeintrag in die stehenden Gewässer. Weil kein Bachverlauf mit fließendem Wasser für eine Auffrischung sorgt, besteht bei längerer Hitzeperiode und der folgenden Erwärmung der Gewässer die Gefahr, dass sich die biologischen Abbauprozesse deutlich beschleunigen. Fehlt dann noch der Frischwassereingang, trifft dies die Populationen von Fischen und Wasservögeln. Und weil viele "Kulturgewässer" zumeist nur über Wassertiefen von rund 1,50 Meter verfügen, können die giftigen Stoffe, die normalerweise im Schlamm gebunden und am Boden der Gewässer verbleiben, schnell aufgewühlt werden, so die offizielle Erklärung. Die einfache Zuleitung von frischem Wasser aber reicht alleine nicht aus. Vor dem Einleiten muss das Wasser mit Sauerstoff angereichert werden. Das geschieht üblicherweise durch eine Verwirbelung, hieß es dazu weiter.

Probleme mit künstlich angelegten Gewässern sind in Köln kein neues Phänomen. Wenn beispielsweise im Frühjahr die erste längere Wärmeperiode ansteht, gibt es ein Problem mit der "Algenblüte". So geschehen auf dem Aachener Weiher im Jahr 2008. Bleiben die Temperaturen im Frühjahr niedrig, steigen dafür aber im Sommer auf Höchstwerte, die über einen längeren Zeitraum andauern, taucht das nun auftretende Problem einer Vergiftung ein. Die Ausführungen der Stadt Köln stellten die meisten Anwohner jedoch nicht zufrieden. So wurde beispielsweise bezweifelt, dass der giftige Schlamm keine Gesundheitsgefahr für die Menschen darstellt. Schon geringe Mengen können demnach fatale Folgen nach sich ziehen. Auch die späte Reaktion der Stadt erzürnte einige der Bürger, die im Nachgang zur Pressekonferenz in einer Art offener Bürgerversammlung ihrem Unmut weiter Luft machten. Kurz entschlossen machten sich einige Aktivisten am gleichen Tag auf, einigen Schwänen das Leben zu retten. "Die lassen die Tiere in diesem See einfach verrecken", so der Vorwurf eines Anwohners. Die Stadt selbst will mit der Einleitung von Frischwasser zumindest die gröbsten Konsequenzen verhindern. Auch der Vorschlag einer Brunnenanlage in der Mitte des Sees – so etwas gab es schon einmal – tauchte wieder auf. Sie würde zumindest helfen, den Sauerstoffgehalt des Wassers über das gesamte Jahr konstant zu halten.

Richtig verärgert zeigte sich Bezirksbürgermeister Hupke über eine andere mögliche Ursache, die zum Eintrag von Nährstoffen führt. Neben den Blättern der Bäume und dem natürlichen Pollenflug, der sich in den stehenden Gewässer als Biomasse am Boden ansammelt und dort durch Bakterien abgebaut wird, tragen auch viele Passanten und Besucher des Aachener Weihers zu diesem Eintrag und damit zu einer der möglichen Ursachen bei. Zwar steht am Ostufer des Aachener Weihers ein Schild mit dem Hinweis, keine Wildtiere zu füttern. Doch das sei viel zu wenig, kritisierten die Anwohner. Ob das alleine allerdings hilft, die Fütterungen abzustellen, ist eine andere Frage. "Viele Menschen glauben tatsächlich, sie tun etwas Gutes", beschreibt Hupke das Problem. Hinzu kommt eine fast schon aggressive Verweigerungshaltung, wenn sie dann auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden. "Ich bekomme das häufig mit, wenn ich in den Morgenstunden auf meiner Laufstrecke unterwegs bin. Von Einsicht ist da wenig zu sehen", so Hupke abschließend.







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