26. 05. 2012
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Tourismusjahr 2010 weist neuen Besucherrekord auf
Im vergangenen Jahr sind mit rund 60,3 Millionen so viele ausländische Touristen nach Deutschland gekommen wie nie zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt DESTATIS am vergangenen Mittwoch in Wiesbaden mit. Auch Bundeswirtschaftsminister ließ es sich nicht nehmen, diesen neuen Rekord gebührend zu würdigen. 2010 war damit ein Rekordjahr für die einheimische Tourismusindustrie und für das Gaststättengewerbe. Zugleich konnte Deutschland seine Position als eines der führenden Reiseländer gegen starke Konkurrenz behaupten, wie die Verantwortlichen weiter ausführten. "Die starke mittelständische Tourismusindustrie in Deutschland hat einen Beitrag dazu geleistet, dass wir die Krise so erfolgreich überwinden konnten", erklärte Brüderle nach Bekanntgabe der Zahlen in Berlin. Mehr als 76 Prozent aller Übernachtungen ausländischer Besucher gehen dabei auf das Konto von Gästen aus Europa. Insgesamt ist sowohl eine positive Entwicklung im Urlaubsreiseverkehr als auch bei den Geschäftsreisen zu verzeichnen, hatten die Bundesstatistiker ermittelt.
Tourismus als harter Standortfaktor und Stütze der Volkswirtschaft
Aber nicht nur der Rekord als solcher, auch seine wirtschaftlichen Folgerungen ließen die Verantwortlichen erstrahlen. Die Tourismusindustrie zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. "Unsere Aufgabe liegt darin, die Bedeutung des Deutschland-Tourismus und die sich daraus ergebenden Chancen für die Wirtschaft unseres Landes weiter zu unterstützen. Von einem starken Reiseverkehr nach Deutschland profitiert insbesondere auch der Mittelstand", erklärte Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Dabei gibt es durchaus Herausforderungen, die von den Marktteilnehmern zu meistern sind. "Der große Erfolg für das Reiseland Deutschland ist gleichzeitig ein deutliches Indiz für die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der deutschen und internationalen Reiseindustrie. Mit seinem breiten Urlaubsangebot hat Deutschland den Nachwirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise eindrucksvoll getrotzt. Und im abgelaufenen Rekordjahr ist es uns gelungen, schwierige Zeiten wie die während des Vulkanausbruchs zu meistern", ergänzte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. (BTW), Klaus Laepple. Die Auguren gehen dabei von einer Fortsetzung des Wachstumskurses aus, bis 2020 soll die Zahl ausländischer Gäste auf rund 80 Millionen Übernachtungen ansteigen, hieß es dazu weiter.
In Köln plant man vorsichtig
Während bundesweit die Tourismusbranche sich in Optimismus übt, legte die Stadttochter KölnTourismus auf der zurückliegenden Sitzung des Finanzausschusses Planzahlen vor, die zumindest die Opposition im Stadtrat irritierte. Statt eines Wachstums oder zumindest stagnierender Zahlen gehen die Verantwortlichen von einer deutlich niedrigeren Zahl an Gästen in der Domstadt aus. So hatte nach einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage die städtische Tochtergesellschaft zwar eingeräumt, dass die Zahl der Übernachtungen statt der ursprünglich geplanten 3,926 eine voraussichtliche Marke von 4,26 Millionen erreicht hat. Nach neuerlichen Schätzungen soll diese Zahl jedoch im Jahr 2011 trotz insgesamt positiver Konjunkturprognosen auf 3,834 Millionen Euro reduzieren. "Trotz Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage kalkuliert die Geschäftsführung der KölnTourismus GmbH hier sehr vorsichtig, da noch nicht abzusehen ist, wie sich die fehlenden Kongress- und Tagungsräumlichkeiten sowie der ungesicherte Musicalstandort auf die Übernachtungszahlen auswirken werden. Das gleicht gilt für die Kulturförderabgabe, da hier noch keine Erfahrungswerte über deren Auswirkung auf die Übernachtungszahlen vorliegen", teilte die Stadtverwaltung dem Ausschuss mit.
Kritische Stimmen der Politik
Kritik kann von der CDU-Fraktion. "Fast eine halbe Million Gäste weniger ist schon sehr zurückhaltend", kommentierte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Klipper die vorgelegten Zahlungen. "Wir sehen das kritisch", meinte auch FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite, der in diesen Zahlen negative Auswirkungen der im vergangenen Jahr eingeführten "Bettensteuer" (Kulturförderabgabe) sah. Während Jörg Frank von den Grünen die Ursache für die niedrige Prognose mit den flexiblen Gehaltsbestandteilen der Verantwortlichen in Verbindung brachte, kommentierte SPD-Fraktionschef Martin Börschel die Zahlen süffisant. Der SPD-Politiker sprach von einer Kehrtwende der Branche, die auch im vergangenen Jahr bereits die Übernachtungsabgabe zu entrichten hatte. Stadtkämmerin Gabriele Klug wandte ein, dass über diese Zahlen noch Gespräche zu führen sind. Sie betonte, dass die geschätzten Zahlen mit den Hotelverbänden vor Ort abgestimmt wurden. "Das Jahr 2010 verlief für die Hotelbranche außerordentlich günstig. Wir werden die Entwicklung im Auge behalten", erklärte die neue Finanzchefin der Stadt. In der kommenden Woche wird KölnTourismus seine Jahresbilanz präsentieren. Möglicherweise werden sich auch die Zahlen für das Tourismusjahr 2011 ändern.


























