26. 05. 2012
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Trinkwasser in öffentlichen Zapfstellen zur Hälfte keimbelastet
In einer groß angelegten Studie hatten die Prüfer des TÜV Rheinland AG Trinkwasserproben in öffentlichen Gebäude in zehn deutschen Städten entnommen und analysiert. Der bundesweite Trinkwassertest findet in Zusammenarbeit mit der Redaktion des ARD-Magazins Plusminus statt und beinhaltet eine mikrobiologische Analyse des öffentlich zugänglichen Wassers. Das Ergebnis ist besorgniserregend, wie die Prüfer am gestrigen Dienstag bekannt gaben. Von den insgesamt 50 Wasserproben zeigte die Hälfte eine starken Belastung mit Keimen. "Neben einer deutlichen allgemeinen Verkeimung haben wir in einigen Wasserproben auch E.coli beziehungsweise Coliforme-Bakterien, Pseudomonaden und Legionellen gefunden. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Belastungen eine Gesundheitsgefährdung darstellen", erklärt Dr. Walter Dormagen vom Kölner Prüfkonzern.
Die Fachleute von TÜV Rheinland haben im Juli 2011 neben Köln auch jeweils fünf Wasserproben in öffentlichen Gebäuden in Aachen, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hannover, , Nürnberg und Saarbrücken entnommen. Im Visier der Tester standen dabei öffentlich zugängliche Toiletten in Bahnhöfen, Rathäusern, Krankenhäusern, Seniorenheimen und Universitäten. Für die Instandhaltung dieser Leitung und Hygiene in den Sanitäranlagen bis zur Entnahmestelle in den Gebäuden selbst ist der jeweilige Gebäudebetreiber verantwortlich. Auffällig beim Test: In jeder Stadt waren Trinkwasserproben mikrobiologisch belastet. Konkret maßen die Mikrobiologen in ihrem Kölner Labor die Verkeimung mit "koloniebildenden Proben". Erlaubt sind 100 Einheiten pro Mililiter, gefunden wurden bis zu 800. Zusätzlich wurden die Wasserproben auch auf E.coli/Coliforme-Bakterien, Pseudomonaden und Legionellen untersucht. Acht Wasserproben enthielten E.coli oder Coliforme-Bakterien. Bei zwei Proben fanden sich Pseudomonaden, auch bekannt als Krankenhauskeime. Vier Wasserproben waren mit Legionellen belastet. Aufgrund der Gesundheitsgefährdung bei Legionellen besteht hier akuter Handlungsbedarf. Die Betreiber wurden sofort informiert. "Wir raten allen Betreibern dringend dazu, das Wasser nochmals zu überprüfen., Bei einer Bestätigung des Ergebnisses muss die Ursache der Verunreinigung geklärt und mögliche Maßnahmen eingeleitet werden.", so Prüfer Dormagen.
In Köln stellt sich die Situation differenziert dar. So ist für die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser der stadtnahe Versorger Rheinenergie AG zuständig. Das aber war gar nicht Gegenstand der Untersuchungen, so der Hinweis der mehrheitlich in städtischem Besitz befindlichen Aktiengesellschaft. Die vom TÜV untersuchten Wasserzapfstellen gehören indes nicht zum Netz des Kölner Wasserversorgers. Für die Qualität des Wassers dort ist in der Tat der Eigentümer verantwortlich, unabhängig davon, ob der Ort für die Öffentlichkeit zugänglich ist oder nicht. Im öffentlichen Trinkwassernetz gebe es hingegen ein strenges Qualitätsmanagement, versicherten die Rheinenergie-Verantwortlichen. "Permanente Untersuchungen eines Fachlabors und kontinuierliche Kontrollen des Kölner Gesundheitsamtes stellen den hohen Qualitätsstandard jederzeit sicher", versicherte das Unternehmen abschließend.


























