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25. 05. 2012
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Zoo will eine bunte Mauer haben


09.12.2010 14:31 von:

Schlagwörter: Köln,Zoo,Graffiti,Sprayer,Pagel,debug visuals,Renken,SKM,MittwochsMaler,Kunstpro

(js) Den Ärger teilt Kölns Zoodirektor Theo Pagel mit vielen anderen Hausbesitzern: unerlaubt angebrachte, mehr oder weniger (meist weniger) schöne Graffiti auf Wänden und Mauern. An der Mauer, die den Zoo von der Riehler Straße trennt, will er jetzt zeigen, dass Graffiti auch Kunst sein können. Legale Kunst. Und schöne Kunst. Dafür wird jetzt der bundesweite Wettbewerb "ARTgerecht" für "Profi"-Sprayer ausgeschrieben. Ab Montag sind die Bedingungen in einem Blog abzurufen. Das Kunstwerk dürfte damit in der Domstadt das mit Abstand größte Graffiti werden, das jemals eine Wand geziert hat.

Unterstützung der Kunst-Szene

Für den Wettbewerb arbeitet der Zoo mit den "MittwochsMalern" und den Streetart-Künstlern Pierre Galic und Sebastian Karbowiak, besser bekannt als "debug visuals". "MittwochsMaler" ist ein Jugendprojekt des Sozialdienst Katholischer Männer: in der Offenen Tür "Lucky‘s Haus" im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen sollen Jugendliche vom illegalen Sprayen bekehrt werden, man will ihre künstlerische Fähigkeiten in legale Bahnen lenken. Angeleitet werden sie dabei unter anderem von der Künstlerin Alexandra Renken. Als "Gegengabe" für ihre ideelle und praktische Mitarbeit dürfen "debug visuals", Renken und die "MittwochsMaler" auch etliche der insgesamt 300 Meter zur Verfügung gestellten Mauer bemalen.

Alles hat seine Ordnung

Der Rest gehört vier professionellen Kölner Graffiti-Künstler, die noch nicht festehen, und den zehn Wettbewerbssiegern. Jeder von ihnen hat zehn laufende Mauermeter als "Leinwand". Der siebenköpfigen Jury gehört unter anderem Bananen-Sprayer Thomas Baumgärtel an. Damit alles "harmonisch verläuft", so Pagel, und nicht ein Bild beziehungslos neben dem anderen steht, hat man sich kleine Bild-Dummys als Vorlage ausgedacht. Sie sind in den Wettbewerbsunterlagen zu finden. Wild wird es also nicht zugehen, auch Street Art muss artgerecht gehalten werden. Außerdem wird alles durch "Zebrastreifen" verbunden. Diese werden die Neu-Gestaltung der Ecke zwischen Haupteingang und Riehler Straße aufgreifen, an der früher eine Treppe von der KVB-Haltestelle "Zoo/Flora" zum Zoo führte. In der geplanten Mauer sollen Fenster Appetit auf einen Zoobesuch machen.

Auf die Wettbewerbssieger wartet ein Honorar, auf die drei Besten zusätzlich ein Preis. Wie auch dies dotiert ist, steht noch nicht fest. Eine Aufwandsentschädigung für die Anreise wird es nicht geben. "Die Zoomauer ist ein prominenter Platz und damit hervorragend für Eigenwerbung geeignet", so Pierre Galic. Da sei es eine Sache der Ehre, auf eigene Kosten anzureisen. Er geht davon aus, dass sich vor allem Profis bewerben werden, die ihr Geld mit Auftragsarbeiten verdienen. Bezahlt werden dagegen die Farben. Auch für die maltechnische Vorbereitung der Ziegelwand haben sich schon Sponsoren gefunden, sagte Pagel, als er das Projekt am heutigen Donnerstag vorstellte. Um Ostern 2011 sollen die Arbeiten für "ARTgerecht" umgesetzt werden.

Vom Titel "ARTgerecht" ist der Zoodirektor begeistert: "Toll! Er verbindet die Aufgabe des Zoos mit der Kunst und ist trotzdem bewusst offen gehalten." Und schließlich sei der Zoo mit seinen Tieren schon immer Ziel für Künstler gewesen. Letztendlich geht er davon aus, dass die illegalen Sprayer den Szene-Kodex einhalten und keine fertigen Bilder übermalen.

Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 31. Januar 2011. Wettbewerbsbestimmungen ab 13.12.2010 über den Blog:

zoo-artgerecht.blogspot.com.







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